Großbehälter werden im Gerüst verankert
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Anlage zur Einstapelung von Prozesswässern: Drei Großbehälter wurden von einem Schwertransport angeliefert und in das bereits aufgestellte Gerüst mithilfe zweier Kranwagen verankert.

Drei Tonnen, zwei Kräne

Nach Fahrt durch Vogelsberg und Main-Kinzig-Kreis - Schwerlasttransport von K+S kommt in Heringen an

Für eine Einstapelung braucht’s doch wohl einen Gabelstapler, könnte man meinen. Doch weit gefehlt. Am Freitagmorgen waren zwei Kranwagen die Stars auf dem Gelände des Kaliwerks Wintershall in Heringen.

Heringen – Langsam, Zentimeter für Zentimeter, senkt sich ab circa 6.30 Uhr die grüne Traverse am Haken des gelben Spezialkrans gen Boden. Der Kranführer der Firma Eisele aus Frankfurt ist hoch konzentriert und wirkt angespannt. Zur Beruhigung qualmt in der linken Hand eine Filterzigarette. Mit den Behältern zu manövrieren ist nicht einfach - das zeigte bereits der Transport durch die engen Gassen der Burgenstadt Schlitz.

An der Stelle, auf die sich der Haken zubewegt, ist am Tag zuvor ein Schwertransport angekommen: Auf den Sattelaufliegern der drei Lkw befinden sich hellgraue Kolosse: tonnenartige Behälter, jeweils mehr als neun Meter lang, fast sechs Meter im Durchmesser, je mehr als 30 Tonnen schwer.

Die Mega-Behälter aus massivem Stahl sollen jetzt in ein schon aufgestelltes Gerüst eingefasst werden. Es ist mit roter Rostschutzfarbe lackiert. So sehen hier im Kaliwerk Wintershall (Hessen) alle Metallkonstruktionen aus. Abschließend soll die Konstruktion noch verkleidet werden.

Hessen: Schwerlasttransport Main-Kinzig und Vogelsberg - K+S lagert Salzlauge ein

Die Projektleiter vor Ort planen mit einem Tag für die Montage der Großbehälter. Sie liegen gut in der Zeit. Bereits kurz vor 8 Uhr hängt die erste „Tonne“ am Haken. Neben dem gelben Eisele-Kran hilft ein weiterer Kranwagen (Firma H & S Autokran aus Wildeck). Er ist hellgrau wie die Behälter und wird nur beim Aufrichten der einzelnen Behälter gebraucht. Ohne ihn würde zu viel Gewicht auf dem Sattelauflieger lasten. Die Hauptarbeit verrichtet der gelbe Kran.

Die drei Großbehälter vorm Einbau: Ein Transportunternehmen hat sie mit seinen Lastern aus der Nähe von Hanau nach Heringen gebracht.

Doch warum machen sich die Verantwortlichen in Heringen all den Aufwand? „Wir wollen im Grubenfeld Springen aufbereitetes Salzabwasser einstapeln, das bei der Produktion von Düngemitteln anfällt“, sagt Marcus Janz, Sprecher des Kali-Konzerns K+S mit Sitz in Kassel.

Konkret heißt das, dass am Standort Heringen die Lauge aufbereitet und damit eine an Magnesiumchlorid hoch gesättigte Lösung hergestellt wird. Über Leitungen, angeschlossen an die Behälter, wird die Lauge dann in die Grube Springen transportiert. Sie wird praktisch mit der Salzlauge geflutet.

Wenig Salz aus dem Bergwerk - Firma K+S hat Mega-Behälter liefern lassen

Bislang liege jedoch keine Genehmigung für die Einstapelung vor, berichtet K+S-Sprecher Marcus Janz. „Die Genehmigung für Springen ist beantragt.“

K+S verspricht sich, dass durch das Einstapeln möglichst wenig Salz aus dem Gestein der alten Bergwerke gelöst wird. Somit würden die Grubengebäude im Werra-Revier lange standsicher bleiben.

Die Großbehälter hat die Firma Hoffmeier in ihrem Stammwerk in Hamm hergestellt. Kurioses Detail: Nicht weit vom Kaliwerk Heringen entfernt, in der Kambachsmühle in der thüringischen Krayenberggemeinde, hätte die Firma die Behälter ebenso gut produzieren können. Doch der Transport wäre nicht möglich gewesen. So hat man die Behälter schließlich mit dem Schiff über Rhein und Main in die Nähe von Hanau und durch den Main-Kinzig-Kreis transportiert. Von dort aus ging es mit dem Schwertransport nach Heringen. Zuständig war die Firma CC Bäuml aus Schlitz (Vogelsberg).

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