Besucher bestaunen die Sonnenuhr.
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Am Himmelsschauplatz in Hofaschenbach hat der Heimatverein eine Sonnenuhr errichtet. 

Am Himmelsschauplatz

Wo der Mensch zum Uhrzeiger wird - In Hofaschenbach gibt es jetzt eine Sonnenuhr

Der Himmelsschauplatz bei Hofaschenbach besitzt nun auch eine am hellen Tag erlebbare Attraktion: eine Sonnenuhr. Und das Besondere der Anlage, die der Heimatverein Hofaschenbach geschaffen hat: Jeder Besucher ist auch der Uhrzeiger.

Hofaschenbach - „Mit dem Himmelsschauplatz haben wir ja einen Ort, an dem wir Sonne, Mond und Sterne besonders erleben, dem Kosmos besonders nahe sind“, betont Dr. Willy Herget, der Vorsitzende des Heimatvereins Hofaschenbachs. Diese Situation habe seinen Vorgänger im Vorsitz, Kurt Hoffmann, auf die Idee gebracht, dort eine Sonnenuhr zu bauen. Er habe dann nach dem Wechsel an der Vereinsspitze die Umsetzung der Idee vorangetrieben.

Am Sonntagnachmittag wurde dann die neue Attraktion im Landkreis Fulda vorgestellt. Zu der Veranstaltung waren zahlreiche Besucher gekommen. Sowohl der Erste Beigeordnete der Gemeinde Nüsttal, Clemens Balzer (CDU), sowie Torsten Raab, der Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats als auch Sternenpark-Initiatorin Sabine Frank Rhön würdigten die Initiative des Vereins. (Lesen Sie hier: Sonderführungen zu besonderen Fulda-Themen - Stadt setzt erfolgreiche Reihe fort (auch zum Thema „Sonne, Mond und Sterne“))

Hessen: In Hofaschenbach gibt es jetzt eine Sonnenuhr - Mensch wird zum Uhrzeiger

Die Kosten für das Projekt – neben dem beträchtlichen Arbeitseinsatz geht es um Material im Wert von rund 1500 Euro – trägt der Verein. Die Ausführung lag in den Händen der Mitglieder Hubert Wenzel( Polier), Paul Nix, Helmut Wenzel, Berthold Hahn, Andreas Reinhard, Michael Gatterdam und Dr. Willy Herget. Für die Details informierten sich die Vereinsleute beim Sonnenuhrverein im südhessischen Birkenau, das als „Dorf der Sonnenuhren“ gilt.

Herget gab bei der Eröffnung einen Abriss der Entwicklung der Zeitmessung und der Sonnenlauf-Beobachtung. Diese habe ihren Ursprung im Zweistromland, also im Bereich von Tigris und Euphrat. In Babylon und den Städten Ur und Uruk habe es bereits vor rund 5000 Jahren Sonnenuhren gegeben. Aber auch in Mittel- und Südamerika bei den Mayas, Inkas, Azteken und in Ägypten fanden solche Zeitmessungen statt.

Sonnenuhr in Hofaschenbach: Menschen können mit ihrem Schatten die Zeit ablesen

Die Anlage von Hofaschenbach ist eine begehbare Sonnenuhr: Hier ist kein Zeiger oder Stab vorhanden, dessen Schatten die Uhrzeit zeigt, sondern der Mensch wird selbst zum Zeiger und kann mit seinem Schatten die Uhrzeit ablesen.

Dazu muss man sich mit dem Rücken zur Sonne auf den passenden Punkt der Bodenplatte stellen. Dort zeigt ein an eine 8 erinnernde Linie (das Analemma), die mit Datumsangaben versehen ist, den jeweiligen Standort des Zeiger-Menschen. Die Anlage ist so ausgerichtet, das sie die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) zeigt. Aktuell geht die Uhr sozusagen eine Stunde vor.

Bei der Materialauswahl hat sich der Heimatvereins-Leute von der Rhön-Geologie anregen lassen: Während die Bodenplatte und die Zeit-Steine aus Buntsandstein sind, wurden die Felder des „Zifferblatts“ mit Muschelkalk gefüllt und Rhöner Basalt setzt den stabilen Rahmen. (zi)

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