Fotos: Rock my Sleep

„Highway To Hell“ statt „La-Le-Lu“: Michael Heimrich entwickelt freche Kuscheltier-Spieluhren

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Steinbach - Weil Michael Heimrich vom grauenhaft langweiligen „La Le Lu“ der Spieluhren seiner Kinder genervt war, will der gebürtige Steinbacher nun das Leben von anderen ohrwurmgeplagten Eltern erträglicher gestalten: Er hat freche Kuscheltier-Spieluhren entwickelt, die Rock-, Pop- und Hip-Hop-Hits abspielen. Für die Geschäftsidee mit dem Namen „Rock my Sleep“ läuft gerade eine Crowdfunding-Aktion.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Peter, der Fuchs, Iy, der Hase, Joy, der Bär, und Eddie, der Löwe: Das ist die Spieluhr-Band, die Michael Heimrich entwickelt hat. Die vier pfiffigen Kuscheltiere spielen Rock- und Popsongs in einer sanften Version – bei denen Babys schnell einschlummern, aber Mama und Papa am Kinderbettchen bei ihren Lieblingsliedern fröhlich mitsingen können.

Wie kam es zu dieser unkonventionellen Idee? Michael Heimrich, der aus Steinbach stammt und seit sieben Jahren mit seiner Familie in Stuttgart wohnt, berichtet: „Als Philipp vor fünf Jahren geboren wurde, hat er klassische Spieluhren in dreifacher Ausführung geschenkt bekommen. Und alle haben das Gleiche gespielt: ,La Le Lu‘ – und zwar in Dauerschleife“.

Xylophon statt E-Gitarre

Erstens sei ihm das Lied ziemlich auf die Nerven gegangen, zweitens habe sein Sohn schlecht einschlafen können, erinnert sich der heute zweifache Vater. „Die Spieluhr musste man ständig neu aufziehen. Dann rattert es aber, und das Kind wacht wieder auf.“ 20 bis 30 Anläufe habe es jedes Mal gebraucht, bis Philipp eingeschlafen sei. „Und danach hatte ich auch noch permanent einen Ohrwurm im Kopf.“ Das Schlaflied, einst von Heinz Rühmann gesungen, sei seitdem für ihn „wie ein rotes Tuch“.

Heimrichs Ziel lautete fortan: seine Kinder mit ordentlichen Liedern von Bands wie Metallica und AC/DC zum Einschlafen zu bringen, allerdings in einer sanfteren Version: „mit Xylophon statt E-Gitarre und Vogelzwitscher statt Rock-Röhre“, erklärt der 41-Jährige, der Designer ist und unter anderem bereits Sicherheitsprodukte in der Baby-Industrie entwickelt hat.

Ständiges Aufziehen hat sich erledigt

Er designte daher die vier „Band-Mitglieder“ und kreierte freche Charaktere: „bewusst ein bisschen rotzig-rockig“. Produzenten, mit denen er zusammenarbeitet, erstellten die Musik, bei denen Rock-, Pop- und Hip-Hop-Fans auf ihre Kosten kommen sollen.

Die Spieluhren besitzen kein mechanisches Laufwerk, sondern einen MP3-Player, an dem die Lautstärke und die Dauer eingestellt werden können: Das ständige Aufziehen hat sich damit erledigt. Zudem werden die Songs, anders als bei klassischen Uhren, die meist 90-Sekunden-Schleifen erklingen lassen, in voller Länge abgespielt: 3.28 Minuten für „Highway To Hell“ zum Beispiel.

50 Musikstücke zur Auswahl

Die Kuscheltiere sollen mit einem Lied ausgeliefert werden, zwei weitere Songs kann man sich im Internet-Shop – „einer Art Amazon für Schlaflieder“ – kostenlos herunterladen. Weitere Lieder kosten 1,29 Euro pro Song. Derzeit stehen circa 50 Musikstücke zur Auswahl – von Pearl Jam bis Michael Jackson.

Künftig sollen es um die 1000 werden. „So kann man sich eine individuelle Spieluhr mit großer Vielfalt zusammenstellen“, erklärt Heimrich. Bis die Spieluhr verkauft beziehungsweise geliefert werden kann, dauert es noch etwas, vermutlich bis Sommer kommenden Jahres.

Im Internet läuft zurzeit noch eine Crowdfunding-Aktion: „Dabei tragen viele Unterstützer jeweils kleine Summen zusammen, mit denen die Geschäftsidee finanziert werden kann“, erklärt Heimrich. Die Kampagne läuft gut: Mehr als 20 000 Euro sind zusammengekommen. Heimrichs Ziel sind jetzt 30.000 Euro. Wer auch die Ohren voll hat von La Le Lu, kann noch bis Dienstag spenden.

Crowdfunding-Aktion: Die kuscheligen Spieluhren von „Rock my Sleep“ (zu deutsch: „Rock’ meinen Schlaf“) lassen Neugeborene mit den Lieblingssongs ihrer Eltern einschlafen – in einer beruhigenden Schlaflied-Cover-Version. Wer dringend eine Alternative zu „La Le Lu“ braucht und diese Idee finanziell unterstützen möchte, kann dies noch bis Dienstag, 5. November, auf der Crowdfunding-Webseite „Startnext“ tun.

Das Geld soll unter anderem für die Entwicklung und Produktion der Musikplayer, für den Kauf von Musiklizenzen und die Produktion der Kuscheltiere verwendet werden. Auch wer daran interessiert ist, selbst Einschlaf-Pop-Rock für weitere Lieder zu produzieren, kann sich bei Michael Heimrich melden. Weitere Infos gibt es im Internet unter startnext.com/rockmysleep und rockmysleep.com.

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