Jana Schütz mit einem schottischen Hochlandrind und zwei Ziegen.
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Jana Schütz mit ihrem zotteligen Schützling – und zwei weiteren tierischen Begleitern.

Auf dem Hof von Peter Manns

Jana Schütz züchtet Hochlandrinder: „Es geht nicht ohne Kuh“

Schon als Kind war Jana Schütz kaum aus dem Kuhstall zu bekommen, wenn sie mit ihren Eltern im Österreich-Urlaub weilte. Und irgendwann war klar: „Es geht nicht ohne Kuh.“

Wehrda - Seit 2013 züchtet die heute 32-Jährige auf dem Hof von Peter Manns in Wehrda schottische Hochlandrinder. Zu den Markenzeichen der Rasse gehören das lange Fell und bei weiblichen ebenso wie männlichen Tieren die üppigen geschwungenen Hörner. Beides plus der laut Schütz liebe Charakter waren denn auch „schuld“, dass die Wahl ausgerechnet auf diese Rinderrasse fiel. Aktuell hat die Wahl-Haunetalerin zwölf Tiere, darunter ein Bulle und vier Mutterkühe.

Eine Frage, die Schütz nicht mehr hören kann, die sie aber trotzdem geduldig und lachend beantwortet, liegt nahe: Sehen die Tiere unter ihrem langen Pony überhaupt noch etwas? Das tun sie – er hat vielmehr eine schützende Funktion, etwa vor Wind.

Jana Schütz züchtet Hochlandrinder - und träumt von einem Kinderbauernhof

Jana Schütz kommt aus Hamburg, ein freiwilliges ökologisches Jahr auf dem Eichhof in Bad Hersfeld und an der Hermann-Lietz-Schule Schloss Hohenwehrda führte sie in die Region. Schon damals half sie auch auf dem Hof von Peter Manns, mit dem sie sich anfreundete.

Langes Fell und geschwungene Hörner: die Markenzeichen der schottischen Hochlandrinder.

Heute lebt die 32-Jährige in Neukirchen und arbeitet bei der Stadt Bad Hersfeld als Erzieherin. Denn nach einem abgebrochenen Studium der Agrarwissenschaften und einer Ausbildung zur Landwirtin schloss sie noch eine Ausbildung zur Erzieherin an. Was zunächst nach einer ungewöhnlichen Kombination klingt, hat einen ganz praktischen Hintergrund: Jana Schütz träumt von einem Kinderbauernhof.

Jana Schütz hat sich Wissen für Zucht selbst angeeignet

Die ersten Hochlandrinder schaffte sie 2013 an – „ein Weihnachtsgeschenk an mich selbst“. Das notwendige Wissen für die Zucht hat sich die junge Frau weitestgehend selbst angeeignet. Mit anderen Züchtern tauscht sie sich zum Beispiel auf Schauen aus, an denen sie ein- bis zweimal im Jahr teilnimmt.

„Beim ersten Mal hatte ich keine Ahnung von nichts, aber wir haben den ersten Platz belegt. Da habe ich Blut geleckt“, erklärt Schütz. In diesem Jahr hätte sie den Wertungsrichtern gerne die ein Jahr alte Lucy gezeigt, die sie für eine echte Favoritin hält.

Ihre Hochlandrinder sind Jana Schütz ans Herz gewachsen

Alle Tiere aus Schütz’ Herde haben Namen, wobei der Anfangsbuchstabe bei den weiblichen der gleiche ist wie beim Muttertier und bei den männlichen wie beim Vater. Schütz’ Bulle trägt den wohlklingenden Namen Carson vom Mönchberg, nicht minder exklusiv klingt etwa Shona vom Schleidchen.

Highland Cattle

In den schottischen Highlands und auf den vorgelagerten Inseln wurde das Schottische Hochlandrind vor rund 200 Jahren aus einer keltischen Landrasse gezüchtet, heißt es auf der Internetseite des VDHC (Verband Deutscher Highland-Cattle Züchter und Halter). Von Kleinbauern gezüchtet, war das schottische Hochlandrind an die extremen Lebensbedingungen der Highlands angepasst mit hohen Niederschlägen, Stürmen, steinigen und wenig ergiebigen Weiden.

Die Rasse gehört laut VDHC zu den Robust- und Leichtrindern, sie hat einen kleinen und leichten Körperbau, um sich in steinigem, steilem oder moorigem Gelände sicher bewegen zu können, dichtes langes Fell, lange gebogene Hörner und einen geringen Anspruch an die Futterqualität. Sie gilt als fruchtbar, gutmütig, ausgeglichen und ruhig. Hochlandrinder werden als Zugtier, Milch-, Fell- und Hornproduzent genutzt. Ausgewachsene Kühe wiegen um die 600 Kilogram, Bullen um die 900 Kilogramm.

Die Tiere sind das ganze Jahr über draußen auf wechselnden Wiesen, mit etwa zehn Monaten werden die Jungtiere von den Muttertieren getrennt, die gemeinsam mit dem Bullen weiden.

Ihre Tiere sind der Hobbyzüchterin ans Herz gewachsen und wenn das eine oder andere verkauft werden muss, fließen auch mal Tränchen, gibt sie zu. Einmal im Jahr schlachtet sie allerdings auch selbst. „Das macht keinen Spaß, aber wenn man Fleisch isst, gehört das dazu“, sagt sie.

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