Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Hohenrodaer Etat zum sechsten Mal in Folge ausgeglichen

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Hohenroda - „Wir können stolz sein“, sagte der Hohenrodaer Bürgermeister Andre Stenda (parteilos), als er in der Gemeindevertretersitzung den Haushaltsplan für das kommende Jahr vorstellte. Der Etat der schuldenfreien Gemeinde im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ist zum sechsten Mal in Folge ausgeglichen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

„Wenn man bedenkt, in welcher Schuldensituation sich Hohenroda vor noch nicht allzu langer Zeit befand, können uns die Werte mit unwahrscheinlichem Stolz erfüllen“, betont Stenda und fügt hinzu: „Wir haben aber auch hart dafür gearbeitet.“ Der Haushaltsplan 2020 ist ausgeglichen, die Verbindlichkeiten schrumpfen immer weiter:

Hohenroda hat Ende 2020 voraussichtlich einen Zahlungsmittelüberschuss in Höhe von rund 2,42 Millionen Euro und gerade einmal noch ein Darlehen in Höhe von 174.600 Euro laufen. „Für die Zukunft sind wir gut gewappnet und nach den Fesseln des Schutzschirmes auch endlich wieder handlungsfähig“, so der Bürgermeister.

Investitionsstau sukzessive abbauen

Stenda lenkte den Blick der Gemeindevertreter unter anderem auf die Änderungen bei den Erträgen in diesem Jahr: So rechnet Hohenroda nicht nur mit einem Plus von 106.000 Euro bei der Einkommensteuer, sondern auch mit erheblich mehr Schlüsselzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs: Während die Gemeinde im Jahr 2019 wegen der millionenstarken Gewerbesteuerrückzahlung gar keine Schlüsselzuweisungen erhalten hatte, stehen jetzt wieder 1,31 Millionen Euro im Plan.

„Wir gelten jetzt wieder als finanzschwache Gemeinde“, erklärte Stenda. Daher sinkt auch die zu zahlende Kreis- und Schulumlage um 2,24 Millionen auf nun 1,36 Millionen Euro. Der Investitionsstau könne jetzt sukzessive abgebaut werden – jedoch immer mit Blick auf die Haushaltsituation.

Endlich kommunalen Schutzschirm ablegen

Zu den größten Projekten in diesem Jahr zählt das neue Rathaus, das künftig in einem neuen Anbau an das Dorfgemeinschaftshaus in Oberbreitzbach unterkommen soll. Weitere Investitionen betreffen die Gehwege in Ausbach, ein neues Fahrzeug für die Ausbacher Feuerwehr und möglicherweise eine Bachverrohrung in Ausbach.

Jetzt hofft Stenda, dass Hohenroda endlich den kommunalen Schutzschirm ablegen kann, unter den die Gemeinde 2013 geschlüpft war. Die Voraussetzungen dafür hat Hohenroda mit mehreren ausgeglichenen Haushalten in Folge theoretisch längst erfüllt. Das Rechnungsprüfungsamt ist allerdings noch dabei, die Jahresabschlüsse zu prüfen.

Plan: Verabschiedung am 16. Dezember

Als künftige Ziele gab der Bürgermeister an, auch in Zukunft ohne Neuverschuldungen auskommen zu wollen und auf eine „schlanke Haushaltsführung“ zu achten. Das heiße konkret: Investitionen sollen aus eigenen Mitteln finanziert werden: „Die Generationengerechtigkeit muss dabei stets oberste Prämisse haben“, betonte Stenda und erklärte: All das könne funktionieren, wenn alle gemeinsam daran arbeiten.

Er dankte den gemeindlichen Gremien für die konstruktive Zusammenarbeit, den Bürgern und Bürgerinnen sowie den Mitarbeitern in der Verwaltung und versprach: „Wir werden künftig noch sehr viel Spaß an der Hohenrodaer Kommunalpolitik haben.“ Der Haushaltsentwurf wird nun in den Gremien beraten. Er soll am 16. Dezember verabschiedet werden.

Etat-Entwurf in Zahlen

Ergebnishaushalt: - Erträge: 4,82 Mio. Euro - Aufwendungen: 4,81 Mio. Euro - Überschuss: 8810 Euro

Finanzhaushalt: - Einzahlungen Investitionstätigkeit: 202.000 Euro - Auszahlungen Investitionstätigkeit: 548.000 Euro - Einzahlungen Finanzierungstätigkeit: 0 - Auszahlungen Finanzierungstätigkeit: 175.000 Euro - Fehlbedarf: 355.000 Euro

Investitionen:

- 548.000 Euro

Zahlungsmittelbestand:

- Anfang 2020: 2,78 Mio. Euro - Ende 2020: 2,42 Mio. Euro

Darlehen: - Anfang 2020: 180.600 Euro - Ende 2020: 174.600 Euro

Erträge: - Einkommensteuer: 1,63 Mio. Euro - Gewerbesteuer: 500.000 Euro - Schlüsselzuweisung: 1,31 Mio. Euro

Aufwendungen:

- Personalkosten: 939.000 Euro (umfasst: Personal,- Versorgungsaufwendungen, Aufwendungen für proCom-Beschäftigte, Honorarkräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter) - Kreisumlage: 1,36 Mio.

Größte Projekte 2020 - Rathaus: 110.000 Euro (in den Vorjahren wurden bereits 800.000 Euro bereitgestellt, zudem 696.000 Euro Förderung) - Gehwege Ortsdurchfahrt Ausbach: 110.200 Euro (in den Vorjahren wurden bereits 860.000 Euro bereitgestellt. Zudem 705 000 Euro durch Förderung GVFG sowie Anliegerbeiträge)

Alle Angaben gerundet in Euro; Quelle: Gemeindeverwaltung

Das könnte Sie auch interessieren