Hünfeld: Luftaufnahme von der Stadtmitte im Jahr 2007.
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Stärken im Gemeinschaftsleben und bei der Verkehrsanbindung, Schwächen bei Gastronomie und Einzelhandel – die Online-Umfrage hat der Hünfelder Verwaltung wertvolle Hinweise geliefert. Die Luftaufnahme zeigt die Innenstadt im Jahr 2007. (Archivfoto)

Aktualisiertes Leitbild

45.000 Antworten bei Online-Bürgerumfrage in Hünfeld - Das beschäftigt die Bürger

  • Harry Wagner
    VonHarry Wagner
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Basierend auf den Erkenntnissen aus einer großen Online-Bürgerumfrage um den Jahreswechsel 2020/21 hat die Stadt Hünfeld ihr aus dem Jahr 2004 stammendes Leitbild aktualisiert. Das Ergebnis wurde gestern in der Stadtverordnetenversammlung präsentiert, diskutiert und zur Beschlussfassung vorgelegt.

Hünfeld - 846 Bürger aus dem Stadtgebiet – rund fünf Prozent der Gesamtbevölkerung – haben sich an der Online-Umfrage beteiligt und einen umfangreichen Fragenkatalog beantwortet. Die Stadtverwaltung hat die Hilfe eines externen Dienstleisters in Anspruch genommen, um die etwa 45.000 eingegangenen Antworten auswerten zu können. Wie die Stadt Hünfeld (Kreis Fulda) betont, sei den Teilnehmern auch die Möglichkeit eingeräumt worden, auf Freitextfeldern in den Formularen eigene Wünsche, Ideen oder Kritik zu formulieren.

Schenkt man der Umfrage Glauben, dann hängen die Bewohner sehr an ihrer Stadt: 97 Prozent, so heißt es in der Magistratsvorlage, leben gerne in Hünfeld. Gute Bewertungen erhielten das Gemeinschaftsleben und die Infrastruktur der Konrad-Zuse-Stadt. Auch, so der Magistrat, seien die Freizeit- und Sportanlagen sowie die Verkehrsanbindungen von einem Großteil der Befragten positiv hervorgehoben worden. (Lesen Sie auch: Hessen unterstützt Fulda bei Innenstadt-Projekten - Das sind die Pläne)

Hünfeld: 45.000 Antworten bei Online-Umfrage - Das beschäftigt die Bürger

Wo Lob, da auch Kritik: Gemäß der Umfrageergebnisse liegen die Schwächen Hünfelds vor allem bei der Innenstadtentwicklung sowie den Themen Gastronomie und Einzelhandel. Hervorgehoben wurden auch die nach Meinung der Befragten mangelnden Angebote an Jugendliche – dies finden sowohl die Bewohner der Kernstadt als auch der Stadtteile. Nur 44 Prozent bewerteten die Einkaufsmöglichkeiten als „gut“ oder „sehr gut“.

Aus den Ergebnissen der Umfrage und der Bürgersprechstunden entstand ein erster Entwurf des Leitbildes. Die zurückliegenden Wochen hat der Hünfelder Magistrat dazu genutzt, diesen Entwurf in allen Kommissionen mit den Mandatsträgern und sachkundigen Bürgern nach Themenfeldern zu vertiefen. Verglichen mit 2004 sind die Zielvorstellungen einiger Themenbereiche als „Dauerbrenner“ auch im neuen Text vertreten – Kinderbetreuung, ärztliche Versorgung und Nachhaltigkeit gelten schließlich als fortwährende Herausforderungen und nicht als einmalige Maßnahme.

Bürgern in Hünfeld ist die Digitalisierung wichtig

Dazugekommen ist ein Thema, dessen Bedeutung vor 17 Jahren noch nicht so ausgeprägt war: Digitalisierung. Die Weiterentwicklung digitaler Angebote der Verwaltung an die Bürger hielten 88 Prozent der Befragten für wichtig oder sogar sehr wichtig – ein bedeutender Fingerzeig auch im Hinblick auf das Online-Zugangsgesetz, das im kommenden Jahr für die kommunalen Verwaltungen in Kraft tritt und dessen Inhalte offensichtlich den Nerv der Bürger treffen.

Wirft man einen Blick auf die Inhalte des im Jahr 2004 entworfenen Leitbilds, so ist interessant zu sehen, welche konkreten Handlungsaufgaben damals aufgeführt wurden. Zum Beispiel: der Ausbau des Radwegenetzes, die Neugestaltung des Bahnhofs, die Schaffung eines Sonderschulangebots für geistig und körperlich Behinderte, der Ausbau des Campingplatzes und die Schaffung eines Vier-Sterne-Hotels.

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