In der kurzen Zeit des Wiedersehens übte die Jugendfeuerwehr Burghaun die Verkehrsabsicherung und den Aufbau eines improvisierten Wasserwerfers für die Jugendflamme Stufe 2.
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In der kurzen Zeit des Wiedersehens übte die Jugendfeuerwehr Burghaun die Verkehrsabsicherung und den Aufbau eines improvisierten Wasserwerfers für die Jugendflamme Stufe 2.

Onlineunterricht und Wettbewerbe

Wenn das Hutzelfeuer online knistert: Corona zwingt zu mehr Kreativität in der Jugendarbeit der Feuerwehr

Ob ein digitales Hutzelfeuer, Onlineunterricht oder Wettbewerbe für zuhause: In den Gemeinden Burghaun und Eiterfeld haben sich die Feuerwehr-Jugendwarte für ihre Mitglieder seit Beginn der Pandemie kreative Methoden einfallen lassen.

Burghaun/Eiterfeld - Mit dem ersten Corona-Lockdown kam für viele Vereine die Arbeit zum Erliegen. Auch für die Jugendfeuerwehren (JF) im Bezirk 4 (Altkreis Hünfeld) war zunächst alles auf Eis gelegt. Doch in den beiden Marktgemeinden Burghaun und Eiterfeld schwenkten einige JF schnell um und hielten für ihre Kinder ein wöchentliches oder auch zweiwöchentliches Onlineangebot parat. Dabei sind den Jugendwarten keine kreativen Grenzen gesetzt: Mit verschiedenen Video-Konferenz-Portalen bringen die Betreuer ihre Kinder an die Bildschirme und vermitteln so einen kleinen Teil der wichtigen Themen, die jedes Jahr in der Jugendarbeit anfallen.

„Für die Fahrzeugkunde beispielsweise sitzen alle Kinder zuhause, während sich ein Jugendwart mit seiner eingeschalteten Kamera in der Feuerwehr befindet und dann die genannten Armaturen vorzeigt“, erklärte Burghauns Gemeindejugendfeuerwehrwart (GJFW) Karsten Peter. Aber auch andere Themen wie Technische Hilfe, Knotenkunde, das Besprechen von Einsatzszenarien oder Spielabende stehen auf dem Digital-Programm. (Lesen Sie hier: Partnerstadt von Hünfeld wird Etappenziel der Tour de France - Am 26. Juni in Landerneau).

Hünfeld: Corona zwingt zu mehr Kreativität in der Jugendarbeit der Feuerwehr

Peter, der sich über Ostern einen Wettbewerb für alle Jugendlichen in der Marktgemeinde ausgedacht hatte, freut sich, dass die Jugendwarte den Kontakt zu ihren Mitgliedern weiterhin halten. „Auch das digitale Lehrgangsangebot der Hessischen Jugendfeuerwehr wurde von den Führungskräften gut angenommen. Das zeigt mir, dass den Jugendwarten ihre Aus- und Weiterbildung nach wie vor wichtig ist“, so Peter.

Die gleichen Erfahrungen konnten auch Eiterfelds GJFW Anna-Lena Kalb und ihre Kollege Johannes Göllmann machen, besonders im Hinblick auf den Erwerb der Jugendleitercard (JuLeiCa) und der Grundlehrgänge. „Wir machen uns viele Gedanken um die Jugendlichen, aber die Ausbildung ist auch abhängig von guten Führungskräften“, so Kalb. Und die seien im Bezirk 4 vorhanden. „Wir sind ein starkes Team, und die Motivation ist da. Einen Anstieg von fünf auf zwölf JuLeiCas pro Jahr konnten wir verzeichnen und viele der Jugendlichen, die zwischen JF und Einsatzabteilung stehen, haben den Grundlehrgang in einer Woche absolviert.“ Damit sei auch den Einsatzabteilungen geholfen, denn der Nachwuchs blieb nicht komplett aus.

Karsten Peter: Das digitale Lehrgangsangebot der Hessischen Jugendfeuerwehr wurde gut angenommen

Denn durch den fehlenden Anschluss können auch Mitglieder verloren gehen. „Man investiert viel Zeit in die Ausbildung der Kinder, die im Idealfall vom zehnten bis zum 18. Lebensjahr in die JF gehen. Und mit einem Jahr Distanz verliert man sich“, so Kalb. Damit es nicht so weit kommt, hat Gabriel Trabert, Jugendwart in Eiterfeld, ein digitales Hutzelfeuer und einen digitalen Spritzenball an Rosenmontag organisiert. Jeder konnte einen Beitrag leisten und einen Sketch oder eine Büttenrede vorbereiten. Und an Rosenmontag trafen sich mehr als 70 Haushalte aus der Gemeinde verkleidet und mit guter Laune vor den Bildschirmen, um mit dem Eiterfelder Prinzenpaar närrisch zu feiern. Für das Hutzelfeuer nahm Trabert von den Jugendlichen und ihren Betreuern gesungene Hutzellieder auf und schnitt die Beiträge mit Bildern und Feuerknistern zu einem Lied zusammen.

So schön diese Ideen auch sind, so viel schöner wäre es, wenn sich alle wieder treffen können. Die Hoffnung liegt bei vielen auf dem Sommer. „Vergangenes Jahr im August, als sich alle für eine kurze Zeit treffen durften, waren die Wiedersehensfreude und die Beteiligung an den Ausbildungen so groß wie noch nie“, resümierten Peter und Kalb übereinstimmend. Einige Jugendfeuerwehren verzeichneten sogar neue Mitglieder. Die Treffen im Sommer sehnen viele herbei. Und danach eine Zeit ohne solche Zwangspausen. (Von Alisa Kim Göbel)

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