Für die katholischen Gemeinden, das Oblatenkloster und die evangelische Kirchengemeinde wenden sich die Pfarrer Michael Müller, Jürgen Gossler, Stefan Remmert und Pater Karl-Heinz Vogt in einem ökumenischen Neujahrsgruß an ihre Gemeinden. Das Foto zeigt die Sankt jJakobus Kirche Hünfeld.
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Für die katholischen Gemeinden, das Oblatenkloster und die evangelische Kirchengemeinde wenden sich die Pfarrer Michael Müller, Jürgen Gossler, Stefan Remmert und Pater Karl-Heinz Vogt in einem ökumenischen Neujahrsgruß an ihre Gemeinden. Das Foto zeigt die Sankt jJakobus Kirche Hünfeld.

Kleiner Ersatz

Ökumenischer Neujahrsgruß: Pfarrer-Quartett schreibt gemeinsam an die Gemeinden in Hünfeld

Eine unerwartete Corona-Folge: Mit einem „ökumenischen Neujahrsgruß“ starten die christlichen Gemeinden Hünfelds in das neue Jahr. Das katholisch-evangelische Pfarrerquartett wendet sich mit einem gemeinsamen Brief an die Gemeinden.

Hünfeld - „Die vor uns liegenden Herausforderungen kennen keine konfessionellen Grenzen. Die Liebe Gottes kennt solche Grenzen erst recht nicht.“ So steht es in dem Brief, den der katholische Pfarrer Dr. Michael Müller und seine Kollegen Karl-Heinz Vogt vom Oblatenkloster sowie Jürgen Gossler und Stefan Remmert von der evangelischen Kirchengemeinde gemeinsam verfasst haben. Er liegt in den Kirchen aus und ist auf den Internetseiten der Gemeinden zu lesen.

Der ökumenische Neujahrsgruß solle ein kleiner Ersatz sein für das Viele, das nicht stattfinden konnte.

„An Weihnachten ist Gott Mensch geworden im Kind von Bethlehem. Er hat einen neuen Anfang gemacht mit der Schöpfung, mit uns Menschen. Das Weihnachtsfest, das wir mitten im Corona-Lockdown gefeiert haben, schenkt auch uns Hoffnung. Es ist die Hoffnung, dass Gott mit uns geht, auch in der Corona-Krise, die von uns allen so viel abverlangt“, schreiben die Theologen. Und sie richten ihren Gruß in ökumenischer Verbundenheit besonders an alle, die jetzt von der Pandemie besonders betroffen seien, vor allem in unseren Krankenhäusern und Pflegeheimen, aber auch den Familien und den Alleinlebenden. (Lesen Sie hier: Fliedener und Kalbacher Krippenspiel-Film wird von mehr als 15.000 Zuschauern gesehen - Macher sind glücklich).

Pfarrer-Quartett schreibt Ökumenischer Neujahrsgruß gemeinsam an die Gemeinden

Pfarrer Müller betont, das Jahr 2020 sei „für die katholischen Gemeinden eine Zäsur in vielfacher Hinsicht“ gewesen. Da gehe es nicht nur um die Veränderungen in Folge der Pandemie – es sei auch ein Jahr mit vielen Abschieden und Neuanfängen gewesen. So sei der langjährige Pfarrer Peter Borta in den Ruhestand getreten, für den er nun in Hünfeld sei. Wechsel gab es auch bei den Gemeindereferenten: Für den ebenfalls in den Ruhestand gegangenen Hermann Schmelz sei Ayleen Nüchter gekommen. „Besonders schmerzlich war für uns der Tod von Pater Wolfgang Boemer, der seit August als Subsidiar bei uns wirkte“, betont Müller.

Nach einem „normalen“ Start hätten die Folgen der Corona-Pandemie massiv bis ins Kloster gewirkt, schreibt Pater Vogt. Die Schließung im März sei erst ein Anfang gewesen. „Dann kam im November Freitag, der 13.: 5 Mitarbeiterinnen und 24 Oblaten hatten sich mit dem Virus infiziert. Vier der Mitbrüder sind an Covid-19 gestorben.“ Nach vier Wochen sei der Alltag wieder eingekehrt. „Wir haben vielen Menschen zu danken, die uns in dieser schwierigen Zeit ihre Solidarität bekundet haben“, so Vogt.

„Es ist die Hoffnung, dass Gott mit uns geht, auch in der Corona-Krise“

Aus evangelischer Sicht betonen die Pfarrer Gossler und Remmert, die Ausnahmesituation habe die Zusammenarbeit mit den evangelischen Gemeinden im Gebiet des Altkreises Hünfeld gestärkt, die gemeinsam den „Kooperationsraum Hünfelder Land“ bilden. Das Miteinander auf dieser Ebene sei besonders während der Kar- und Ostertage während des ersten Lockdowns besonders gewinnbringend gewesen. So habe man an alle evangelischen Gemeindemitglieder Hefte mit Andachten verteilt, die von den Pfarrern der Gemeinden verfasst worden waren. Eine zweite Auflage dieser Aktion gab es in der Weihnachtszeit.

Im Mai hatte Bischöfin Beate Hofmann erstmals den Kooperationsraum besucht. Rückblickend, so die beiden Pfarrer, könne man sagen, dass die Pandemie zwar viele geplante Aktivitäten verhindert, aber auch einen konstruktiven Impuls für die Stärkung der Zusammenarbeit ausgelöst habe. (zi)

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