Diese bedauernswerte Katze haben die Hünfelder Tierschützer in Obhut genommen.
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Diese bedauernswerte Katze haben die Hünfelder Tierschützer in Obhut genommen.

Anfeindungen ausgesetzt

Helfer in Not: Tierschutzverein Hünfeld im Einsatz - Interesse nach Tieren steigt in Corona-Pandemie

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Den Eindruck, dass sich Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie mehr Haustiere anschaffen, teilt der Tierschutzverein Hünfeld. „Wir haben sehr viele Katzen vermittelt, teils bis nach Mannheim oder Kassel“, sagt Vorsitzende Renate Beutler.  

Hünfeld - Bereits 20 Samtpfoten haben in den ersten sieben Wochen 2021 ein neue Zuhause gefunden; das liegt über dem Schnitt von rund 100 Tieren, die ansonsten jährlich vermittelt werden. Renate Beutler und ihre Mitstreiter können das als Erfolg verbuchen, zumal sie nicht immer „hübsche“ Katzen präsentieren, sondern auch solche, die vom Leben und von Krankheiten gezeichnet sind, die unter Katzenschnupfen oder Nabelbruch leiden.

Derzeit befinden sich sieben Katzen in der Obhut des Vereins sowie drei weitere „Freigänger“, die gefüttert werden, sich aber nicht mehr domestizieren lassen. Weil die Nachfrage nach Haustieren in Corona-Krise boomt, befürchten viele Tierschützer befürchten nach der Pandemie eine Rückgabewelle.

Wenn der Verein Informationen darüber erhält, dass verwahrloste, kranke oder nicht artgerecht gehaltene Katzen ausgemacht wurden, dann versucht er sich einzuschalten. Das führt aber mitunter zu Komplikationen - wie dieser Tage in einem Eiterfelder Ortsteil.

Dort versuchten die Hünfelder Tierschützer drei Katzen anzulocken, die sich auf einem verwahrlosten Grundstück aufhielten. „Wir haben mit dem Veterinäramt und mit der Polizei Rücksprache gehalten, und die haben uns grünes Licht gegeben“, erzählt Renate Beutler.

Hünfeld: Tierschutzverein Hünfeld im Einsatz - Interesse nach Tieren steigt in der Pandemie

Der Eigentümer des Grundstücks allerdings hieß die Tierschützer nicht willkommen. Beutler: „Ein sehr unangenehmer Zeitgenosse. Er hat uns gewarnt, sein Grundstück zu betreten. Dort gebe es Sprengfallen.“ Eine der Katzen hatte deutlich sichtbare Blessuren im Gesicht und die Ohren voller Blut.

Dieses Tier konnte eingefangen werden und wird jetzt gepflegt. Nach ersten Einschätzungen wird ein kostspieliger operativer Eingriff erfolgen müssen. Die beiden anderen Tiere ließen sich bisher nicht anlocken. Unterdessen werden die Helfer in der Not oftmals nicht als Freunde betrachtet.

„Wir erleben immer wieder Anfeindungen“, betont Beutler. Dass sich jemand um ihre Katzen zu kümmern versuche, betrachteten viele offenbar als Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Beutler: „Auch Nachbarn, die bei Missständen den Tierschutz rufen, bekommen oft zu verstehen, dass sie sich gefälligst raushalten sollen.“

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