Noch immer scheinen einige Menschen im Besitz von D-Mark zu sein.
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Noch immer scheinen einige Menschen im Besitz von D-Mark zu sein.

Scheine und Münzen

Die D-Mark taucht nach wie vor auf - Banken aus Hünfeld und Fulda berichten

Noch immer ist sie vorhanden, die „gute alte D-Mark“, sowohl in Geldscheinen als auch in Münzen. Pro Jahr fließen etwa 90 Millionen DM zur Deutschen Bundesbank zurück, werden dort oder in einer ihrer Filialen gebührenfrei gegen Euros gewechselt.

Hünfeld - Auch zu den Schaltern der Sparkasse Fulda sowie der VR-Bank NordRhön Hünfeld kommen Kunden mit dem ehemals gültigen Zahlungsmittel. Nach Angaben der Bundesbank waren Ende Dezember 2019 noch DM-Banknoten im Gesamtwert von 5,82 Milliarden Deutsche Mark sowie DM-Münzen mit einem Wert von rund 6,63 Milliarden Deutsche Mark im Umlauf. Experten vermuten, dass sich in fast jedem Haushalt noch immer solche Zahlungsmittel der einstigen Währung befinden.

Im Lauf der Jahre hat sich in manchen Haushalten allerhand an Gegenständen, die man schon lange nicht mehr benötigte, angestaut. Manche Menschen nutzen die Wochen im Corona-Lockdown einmal mehr zur Entrümpelung. Und mancher wird sagen: „Ach schau mal, das ist ja auch noch da.“ Dabei erscheint es keineswegs ungewöhnlich, dass man unter Opas Socken im Kleiderschrank, in Kaffeedosen oder im alten Schuhkarton auf dem Dachboden ein paar D-Mark-Stücke und -Scheine finden kann. So wie vor Jahrzehnten in einem Klavier in Hünfeld, in dem die verstorbenen Gastwirtinnen einen ansehnlichen Geldbetrag versteckten, der zufällig entdeckt wurde.

Hünfeld: Die D-Mark taucht nach wie vor auf - Banken berichten

Dass hin und wieder DM-Barbeträge oder alte Sparbücher in Kellerschränken oder auf Dachböden gefunden werden, sei nicht abwegig, so Richard Hartwig vom hiesigen Sparkassen-Vorstandsstab. Auch aus Nachlässen stamme solches Geld. Manche Kunden kommen damit zur Sparkasse, andere behielten es zu ihrer Erinnerung oder verschenkten es als Dokumente „deutscher Geldgeschichte“ an ihre Kinder.

Hartwig bezifferte fürs vergangene Jahr zwischen 40 und 50 im Trend rückläufige Buchungen von DM in Euro bei der Sparkasse. Als Gesamtsumme nannte er zwischen 10.000 und 15.000 DM, wobei Münzen nicht mehr angenommen werden würden.

In etwa gleicher Größenordnung kam es zum Umtausch im Geschäftsgebiet der VR-Bank NordRhön Hünfeld. Laut Marketingleiter Jörg Bachmann wurden 2020 exakt 50 „Wechselbuchungen“ mit zusammen rund 1500 Mark registriert. Dabei belief sich der größte Einzelbetrag auf 600 DM.

Der Banker machte darauf aufmerksam, beim „alten Geld“ zwischen Nennwert und Liebhaberwert zu unterscheiden. Finde man etwa noch einen grünen Zwanziger-Schein mit Annette von Droste-Hülshoff auf der Vorderseite oder gar einen blauen Hunderter mit dem Portrait von Clara Schumann, dann sollte man wissen, dass diese DM-Scheine keinesfalls wertlos geworden sind. DM-Kursmünzen mit besonderen Prägungen ließen sich in unseren Tagen oft „zu Geld machen“, so Bachmann. Wer meine, er besitze ein besonders wertvolles DM-Stück, der könne zur Wertbestimmung einen Numismatiker zu Rate ziehen.

Münzen und Scheine – auch beschädigte – haben immer noch ihren Wert und können seit dem Jahreswechsel 2001/2002 zum immer gleich gebliebenen Wechselskurs gebührenfrei bei der Deutschen Bundesbank umgetauscht werden. Der amtliche Umtauschkurs beträgt ein Euro für 1,95583 DM. Bei Beträgen über 20.000 Mark muss ein Ausweis vorgelegt, hohe Summen müssen auch nachgewiesen werden. Wer etwa nicht persönlich zur Bundesbank oder einer ihrer Filialen kommen möchte, der kann Scheine und Münzen mit einem Antrag (Abruf Internet Bundesbank) auf dem Postweg an die Filiale in Mainz senden. Die Bundesbank zahle den Eurobetrag dann per Überweisung oder Scheck aus.

Nicht mehr umtauschen kann man, so Richard Hartwig, die Reichsmark, die durch die Einführung der D-Mark im Juni 1948 als dem neuen alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel abgelöst wurde. Laut einer Durchführungsverordnung zum Umstellungsgesetz seien die Ansprüche aus Reichsmarkguthaben mit Ablauf des 30. Juni 1976 endgültig erloschen. (bh)

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