Der Trassenkorridor Fulda-Gerstungen sorgt für Diskussionen.
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Der Trassenkorridor Fulda-Gerstungen sorgt für Diskussionen. (Symbolbild)

Interaktive Karte für mehr Information

Bahn-Projekt Fulda-Gerstungen: Diskussionsstoff rund um die Trassen

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Rund 50 Teilnehmer im Saal, dazu einige, die online angebunden waren, diskutierten rund drei Stunden „intensiv und konstruktiv“. Die DB Netz zieht eine positive Bilanz der siebten Sitzung des Beteiligungsforums für die Planung der Trasse Fulda – Gerstungen in der Schilde-Halle.

Bad Hersfeld - Die Erläuterung der einen Kilometer breiten Trassenkorridore habe im Mittelpunkt des Austauschs gestanden, berichteten der scheidende Projektleiter Dr. Alexander Nolte und sein Nachfolger Jochen Stübing vor der Presse. „Wir kommen vom Raum in die Linie“, beschrieb Nolte die Situation.

Damit werde es in der nächsten Zeit sicherlich konkrete Anfragen aus möglicherweise betroffenen Gebieten geben. Die Konkretisierung gegenüber den im März präsentierten Grobkorridoren wird auch darin deutlich, dass nun nur noch vier „Ausfädelungspunkte“ bei Michelsrombach, Langenschwarz, Kirchheim und Neuenstein zur Debatte stehen.

Trassenkorridor Fulda-Gerstungen: Fahrtzeit und Überlastung des Güterverkehrs entscheidend

Im jetzigen Stadium seien alle Möglichkeiten aufgezeigt, die in den Grobkorridoren möglich seien. Nun gelte es, die einzelnen Teilstücke zu vergleichen und zu bewerten. Dabei gehe es um die Schutzgüter Mensch und Natur, die verkehrliche Eignung auch für ICE- und Güterverkehr, Fragen der Raumordnung und um eine volkswirtschaftliche Betrachtung der Kosten. Vorgabe bleibe, Fulda und Erfurt in 62 Minuten Fahrzeit zu verbinden. „Weil wir hier im Mittelgebirge sind, wird es daher – unabhängig, wo entlang die Strecke letztlich führen wird – einen sehr hohen Tunnelanteil geben“, unterstrich Nolte. Daher werde es keine „billige“ Lösung geben.

Neben der Fahrzeit sei auch eine Anbindung der Talstrecke „Pflicht“ für die Planung, um deren Überlastung mit Güterverkehr zu beenden.

Interaktive Karte von DBNetz soll auf die Situation „vor der Haustür“ vorbereiten

Der Projektleiter betonte, dass sich erst in der weiteren Untersuchung herauskristallisieren werde, welche der noch zahlreichen Trassenkorridore konkret Planungsgebiet werden. Die Anbindung des Mittelzentrums Bad Hersfeld, die im Bundesverkehrswegeplan gefordert wird, sei ein „wichtiges Pfund“ für die Stadt. Er schloss aber auch einen außerhalb liegenden Hersfeld-Halt an der Neubaustrecke nicht grundsätzlich aus. Vorzugsvarianten hoffe man Ende 2021 vorstellen zu können, so der DB-Netz-Vertreter.

Burghauns parteiloser Bürgermeister Simon Sauerbier zeigte sich zufrieden, dass eine Reihe von Ausfädelungspunkten, die Burghaun betroffen hätten, auch wegen des Schutzbedarfs der Rothenkirchener Wasserschutzgebiete nicht mehr aktuell seien.

Um die Bürger möglichst detailliert zu informieren, hat die DBNetz eine eigene Internetseite gestaltet. Deren Herzstück ist eine interaktive Karte, auf der man sich sozusagen bis zur Situation vor der Haustüre vorarbeiten kann.

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