Kommunalpolitisches Ehrenamt – und seine Rosen: Zwei Dinge, die Leonhard Hohmann wichtig sind.
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Kommunalpolitisches Ehrenamt – und seine Rosen: Zwei Dinge, die Leonhard Hohmann wichtig sind.

Nach 28 Jahren

Mehr Zeit für die Rosen - Ufhausens Ortsvorsteher geht in den Ruhestand

  • Ann-Katrin Hahner
    VonAnn-Katrin Hahner
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Nein, Leonhard Hohmann ist kein Freund davon, ewig an einem Posten zu kleben. „Wenn manche ein bisschen früher Platz machen würden, wäre das nicht verkehrt“, sagt der 65-Jährige. Er selbst hat den Worten Taten folgen lassen. Nach 28 Jahren ist er nicht mehr Ortsvorsteher von Ufhausen.

Eiterfeld - „Mir war es wichtig, dass wir verjüngen“, betont Hohmann. Und um das zu unterstreichen, hat er auch gleich sein Amt als Vorsitzender der Gemeindevertretung in der Marktgemeinde Eiterfeld (Landkreis Fulda) zur Verfügung gestellt. Dort leitet jetzt der Eiterfelder Ortsvorsteher Heiko Mähler die Sitzungen des Gremiums.

Zwei Wahlperioden lang führte Hohmann die Gemeindevertreter durch die Tagesordnung, ließ abstimmen, erteilte das Wort, mahnte zur Einhaltung der Redezeiten und wirkte darauf ein, dass die Sitzungen geordnet ablaufen konnten. Es sei ein „wichtiges Amt“, sehr hoch einzuschätzen. Man müsse moderieren können und in der Lage sein, Kompromisse auszuarbeiten. Besonnenheit und Überblick seien wichtige Tugenden.

Hünfeld: Ortsvorsteher von Ufhausen (Eiterfeld) geht in Ruhestand

Wie ist er diesbezüglich mit sich und seiner Arbeit in den abgelaufenen zehn Jahren zufrieden? Hohmann: „Es ist mit der Zeit für mich viel einfacher geworden. Am Anfang gab es noch regelrechte Kämpfe in der Vertretung.“ Was hat sich geändert? „Die Hardliner sind nicht mehr dabei. Und das Ortsteildenken ist auch nicht mehr so ausgeprägt.“ Man könne feststellen, dass das Miteinander der Fraktionen nun viel besser funktioniere. Und wenn doch einmal steuernd von vorne eingegriffen werden müsse, sei Heiko Mähler „als mein Nachfolger ein guter Mann.“

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So ganz zieht sich der Ruheständler, der während seines Berufslebens in der Verwaltung der Raiffeisen GmbH in Bad Hersfeld tätig war, nun aber doch nicht aus der Politik zurück. Als Ortsvorsteher in Ufhausen ließ er sich zwar von Yvonne Hohmann – weder verwandt noch verschwägert – ablösen. „Einfaches“ Mitglied im Ortsbeirat bleibt er hingegen, für die Farben der Freien Wählergemeinschaft, die mittlerweile in der Marktgemeinde die dominierende politische Gruppierung ist.

Chef der Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg - Hohmann packt weiter mit an

Beim Rückblick auf die vergangenen drei Jahrzehnte sagt Leonhard Hohmann: „Wir haben straff gearbeitet.“ Ufhausen war für zehn Jahre im Dorferneuerungsprogramm, hat zweimal am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teilgenommen. Heute sieht der ehemalige Ortsvorsteher sein Dorf als „behüteten Ort“, eine ruhige Gemeinde mit guter Wohnqualität – was sich auch darin dokumentiere, dass man kaum Leerstände verzeichne. In Ufhausen fühlten sich auch junge Menschen wohl, gerade während des Corona-Lockdowns seien die Vorzüge des 625-Einwohner-Fleckens deutlich geworden: Es gibt für die Menschen mehr Platz und mehr Grün in ihrer Umgebung. Gleichwohl sei die Nahversorgung im vier Kilometer entfernten Eiterfeld gewährleistet.

Dass er nun nicht mehr in vorderster Front steht, heißt nicht, dass er sich nicht weiterhin engagiert einbringen wird. Schließlich feiert Ufhausen in vier Jahren Dorfjubiläum – das bedeutet für ihn als Vorsitzender des Arbeitskreises Dorfchronik noch einiges an Arbeit. Als Chef der Bürgerinitiative Aussichtsturm Soisberg will er mit anpacken, dass die Beschilderung und Wegeführung rund um den Turm noch verbessert wird.

Und wenn es wirklich mal nichts für die Allgemeinheit zu tun gibt, dann kann sich Leonhard Hohmann immer noch in seinen Garten zurückziehen, um sich an den prächtigen Rosen zu erfreuen, die sein gesamtes Grundstück zieren.

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