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Studentin aus Fulda absolviert Praktikum im Hünfelder Gefängnis

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Praktikantin und BASIB- Studentin der Hochschule Fulda, Maja-Lina Lauer im Büro der JVA-Seelsorge, mit den Gefängnisseelsorger Diakon Dr. Meins Coetsier und Pfarrer Dr. Andreas Leipold (rechts).
Praktikantin und BASIB- Studentin der Hochschule Fulda, Maja-Lina Lauer im Büro der JVA-Seelsorge, mit den Gefängnisseelsorger Diakon Dr. Meins Coetsier und Pfarrer Dr. Andreas Leipold (rechts). © Gefängnisseelsorge JVA Hünfeld/JVA Fulda

Um sich ein eigenes Bild von der Interkulturalität eines Gefängnisses machen zu können, hat Maja-Lina Lauer, Studentin der Hochschule Fulda, ein dreimonatiges Praktikum in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld absolviert.

Hünfeld - Seit Herbst 2021 beschäftigt sich die 21-jährige Bachelor-Studentin im Rahmen der Gefängnisseelsorge intensiv mit interkulturellen, spirituellen und sozial-politischen Themen im Kontext der Justiz und Gefängniskirche – und zwar aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven.

BASIB (Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Interkulturelle Beziehungen B.A.) ist ein sechssemestriger sozialwissenschaftlicher Studiengang an der Hochschule Fulda. Zuwanderung und Einwanderung, gesellschaftliche Eingliederung, (Re-)Sozialisierung und internationale Mobilität werden auch in deutschen Gefängnissen stärker sichtbar und immer mehr diskutiert. (Lesen Sie hier: Gefängnisse in Fulda und Hünfeld führen Videotelefonie für Insassen ein)

„In meinem Studium versuchen wir menschlich und auf eine professionelle Weise diese Thematiken zu reflektieren und zu bearbeiten,“ betont Maja-Lina Lauer, die eine Laufbahn als Journalistin anstrebt. „Es geht bei BASIB vor allem um die Entwicklung unserer individuellen Kompetenzen“ erklärt die Studentin.

Hünfeld: Fuldaer Studentin absolviert Praktikum im Gefängnis

In ihrem Praktikumsbericht schreibt die 21-Jährige über ihre Erlebnisse und Eindrücke: „Gefängnis bedeutet immer auch eine Auseinandersetzung und Begegnung mit gesellschaftlichen Schattenseiten. Ich bin sehr froh über die Offenheit und Ehrlichkeit, mit denen mir während meines Praktikums begegnet wurde. Ebenfalls positiv waren für mich die Erfahrungen mit den Gefangenen.“

So hatte die junge Frau die Möglichkeit, bei den Weihnachtsfeiern der JVA Hünfeld und der JVA Fulda, bei einigen ökumenischen Gottesdiensten mitzuwirken. Auch die Besuche der Gefängnisseelsorger bei den einzelnen Häftlingen durfte sie begleiten. „So hatte ich die Möglichkeit, mir selbst ein Bild zu machen und die Menschen kennenzulernen, die Institutionen sowie ihre Funktionsweise zu verstehen. Für mich bedeutet Gefängnis nach dem Praktikum zwar Verschlossenheit, aber es ist keine mysteriöse Blackbox mehr. Dafür bin ich dankbar.“

Die JVA

Die Justizvollzugsanstalt Hünfeld ist die erste teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt in Deutschland. Sie bietet 502 Haftplätze. Das Land Hessen schloss 2004 mit der steep GmbH in Bonn einen Betreibervertrag, ihr wurden die privatisierbaren Aufgaben übertragen. Am 7. Dezember 2005 wurde die JVA vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch eröffnet.

„Die vergangenen drei Monate waren sehr wertvoll, und die Zusammenarbeit mit Frau Lauer und der Hochschule Fulda eine Bereicherung,“ betont der Praktikumsbegleiter, Gefängnisseelsorger Diakon Dr. mult. Meins Coetsier. „Ich wünschte, dass mehr junge Menschen Interesse an Themen wie Interkulturelle Beziehungen und Gesellschaft zeigen würden.“ Als promovierter Kulturwissenschaftler, Philosoph und Theologe im Knast erlebt der Diakon selbst, wie wichtig, aber auch wie schwierig solche gesellschaftlichen Themen und Herausforderungen im Alltag sein können.

„Ein großes Dankeschön an die JVA Hünfeld und an meine Uni“, bestätigt die Studentin mit einem Lächeln, während sie am letzten Praktikumstag im Kirchenraum noch einmal den Sternenhimmel anschaute.

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