Der Magistrat der Stadt Hünfeld sowie die Stadträte von Geisa mit Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Bürgermeisterin Manuela Henkel.
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Der Magistrat der Stadt Hünfeld sowie die Stadträte von Geisa trafen sich gemeinsam mit Bürgermeister Benjamin Tschesnok (Dritter von links) und Bürgermeisterin Manuela Henkel (rechts) zum gemeinsamen Austausch im Rahmen der Städtepartnerschaft.

Pflege der Freundschaft

Viele gemeinsame Themen: Gremien der Städtepartner Hünfeld und Geisa tauschen sich aus

Erfahrungsaustausch, Kontaktpflege, Freundschaft: Unter diesen Vorzeichen stand das Treffen des Hünfelder Magistrats mit dem Geisaer Stadtrat, zu dem die thüringer Partner in die Anneliese-Deschauer-Galerie eingeladen hatten.

Hünfed/Geisa - „Das Wichtigste an einer Freundschaft ist, sie zu pflegen“, sind sich Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok und Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel (beide CDU) einig. Und so ist es in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil der Partnerschaftsbeziehungen zwischen den beiden Städten geworden, sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch zu treffen.

In der Deschauer-Galerie hieß Bürgermeisterin Manuela Henkel die Gäste willkommen. Die 2. Vorsitzende des Fördervereins für Kunst, Kultur und Wissenschaft Geisa, Dagmar Nicklich, stellte die dort präsentierten Werke von Gabriele Münter, Marc Chagall und Salvador Dalí vor und gab interessante Einblicke in das Leben der Künstler.

Austausch zwischen Hünfeld und Geisa: Matthias Bott spricht über Geisaer Stadtgeschichte

„Die Werke wurden von unserer Ehrenbürgerin Anneliese Deschauer zur Verfügung gestellt, die gemeinsam mit ihrem Mann Werner den Bau der Galerie ermöglichte“, berichtete Nicklich. „Vor allem war es Frau Deschauer wichtig, die Kunst den Kindern näher zu bringen“, so Nicklich, die selbst als Kunstlehrerin tätig ist. Daher besucht sie regelmäßig mit ihren Schülern die Ausstellungen und versucht über ansprechende Angebote den Mädchen und Jungen die Kunst näher zu bringen.

Um Geisaer Stadtgeschichte ging es beim Vortrag von Matthias Bott, der über die Höhen und Tiefen der erlebnisreichen Historie berichtete und Einblicke in die Entwicklung des sogenannten „Geisaer Amtes“ gab. Von der Herkunft der bedeutenden keltischen Schnabelkanne aus der „Borscher Aue“, von spannenden Geschichten um den aus Geisa stammenden Universalgelehrten Athanasius Kircher, bis hin zu Pestzeit und Grenzerfahrungen konnten die Gäste aus Hünfeld sich ein Bild von der wechselhaften Geschichte des Geisaer Landes machen. Humorvoll erfuhren sie, dass der Name Geisa nichts mit dem Wappentier der „Geis“ zu tun hat, sondern von dem Gewässer, das durch den Ort läuft stammt. Dessen alte Form „Geisaha“ bedeutet im Übrigen so viel wie „wildes Wasser“.

Beim abschließenden Empfang im Roten Saal des Schlosses berichteten beide Bürgermeister über aktuelle Stadtthemen. Dabei stellte man fest, dass unter anderem die medizinische Versorgung, der Waldumbau oder die Digitalisierung der Verwaltung in beiden Städten aktuell wichtige Themen sind.

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Hünfeld strebte Partnerschaft mit Geisa bereits früh an

Man erinnerte auch daran, dass die Städtepartnerschaft bereits Mitte der 1980er Jahre von Seiten der Stadt Hünfeld angestrebt – und vom DDR-Innenministerium abgelehnt worden sei. Kurz nach der Grenzöffnung nahm man wieder Kontakt auf und war sich schnell einig, eine Partnerschaft einzugehen und dies mit einem Vertrag zu besiegeln. „Die Stadt Hünfeld hat uns damals sehr unterstützt“, so Bürgermeisterin Henkel. So habe man unter anderem auch Hilfe bei der Umstrukturierung der Stadtverwaltung in Geisa erhalten. Intensive Beziehungen wurden auch von Seiten der beiden Rhönklubzweigvereine, der Feuerwehren und Gewerbevereine nach der Grenzöffnung gepflegt.

Dass die Partnerschaft auch weiterhin mit regelmäßigen Treffen zum Austausch belebt wird, darüber waren sich alle Beteiligten im Nachgang einig. (zi)

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