Blühwiesen wie diese am Haselsee will die Stadt weiterhin schaffen.
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Blühwiesen wie diese am Haselsee will die Stadt weiterhin schaffen.

Bekenntnis zur Landwirtschaft

Hünfelder Leitbild: So soll die „grüne Stadt“ in Zukunft aussehen

  • Harry Wagner
    VonHarry Wagner
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Wie soll in der nahen Zukunft das „grüne Hünfeld“ aussehen? Welche Maßnahmen, ausgehend von der Leitbild-Befragung der Bevölkerung, stehen bei der Stadt auf der To-Do-Liste, um ein modernes, klimafreundliches und nachhaltiges Lebensumfeld zu schaffen?

Hünfeld - Teil 6 des fortgeschriebenen städtischen Leitbilds ist gekennzeichnet mit der Headline „Umwelt, Energie, Infrastruktur und Nachhaltigkeit“ – vier Themen, die eng miteinander verwoben sind und die bei der Beantwortung einer zentralen Frage eine Rolle spielen: Wie gut gelingt in Hünfeld die Energiewende?

Der städtische Magistrat betont, dass die Hünfelder „die noch weitgehend intakte Natur- und Kulturlandschaft“ zu schätzen wissen. Durch gezielte Begrünung von Innenstadt- und Siedlungsbereichen habe man in der „Stadtökologie“ große Fortschritte erreicht. Blühstreifen, Blühwiesen und Bienenweiden seien zugunsten des Artenschutzes angelegt worden. Bei Unterhalt und Pflege der öffentlichen Grünanlagen verzichte der Bauhof auf den Einsatz von Herbiziden sowie von mineralischen Hydraulikölen bei den Gerätschaften. „Bei der Gehölz- und Grünpflege stimmen wir uns mit den Naturschutzverbänden ab“, heißt es außerdem.

Hünfeld: So soll die „grüne Stadt“ in Zukunft aussehen

Zum Schutz von Kleinstlebewesen ist auch die Ausstattung der Straßenbeleuchtung von Belang: Laternen müssen auf insektenschonende Technologien umgestellt werden, die Stadt befinde sich derzeit im Umrüstungsprozess – und ist dabei gleichzeitig mittendrin im Thema Energie. Denn die Straßenbeleuchtung soll nicht nur Arten schützen, sondern auch auf energiesparende Weise ausreichend Helligkeit spenden – nicht zuletzt aufgrund der Selbstverpflichtung, die die Konrad-Zuse-Stadt mit der Teilnahme am Landesprogramm „100 Kommunen für den Klimaschutz“ eingegangen ist.

Dabei steht auch auf dem Prüfstand, wie fit eine solche Kommune bei der Erzeugung regenerativer Energien ist. Hünfeld schickt da zunächst seine Stadtwerke ins Rennen. Diese überträfen schon heute den Bundesdurchschnitt von 50 Prozent beim Anteil erneuerbarer Energien im Strombereich. Zudem wird auf den Gaalbern-Bürgersolarpark hingewiesen, eine gemeinschaftliche Fotovoltaikanlage im Industriegebiet West, die im Jahr 2008 in Betrieb genommen wurde.

Damit künftige Maßnahmen neben ihrer Wirtschaftlichkeit auch in Bezug auf den ökologischen und sozialen Nutzen „benotet“ werden können, hat der Magistrat eine Nachhaltigkeitsmatrix erstellt, die künftig als Orientierungs- und Bewertungshilfe dienen soll. Auf der Payroll der Stadt steht zudem mit Stefan Albinger ein Nachhaltigkeitsbeauftragter. (Lesen Sie hier: Freizeit und Sport in Hünfeld unverzichtbar: Besondere Wertschätzung für das Ehrenamt)

Hünfelder Leitbild: Bekenntnis zur Landwirtschaft

Dieser dürfte auch beurteilen, wie es um die (Nah-)Verkehrspolitik der Stadt bestellt ist. Hier gibt die Verwaltung an: „Wir werden in Zusammenarbeit mit der Lokalen Nahverkehrsgesellschaft den öffentlichen Personennahverkehr weiterentwickeln. Und wir werden zusätzliche Angebote schaffen.“

Für Hünfeld als „Kommune für den Klimaschutz“ ist auch wichtig, mit welchen Partnern man die definierten Ziele erreichen möchte. Die Natur- und Kulturlandschaft als Kapital für Tourismus und kommende Generationen erhalten, den Stadtwald nachhaltig und naturgemäß bewirtschaften, ökologische Fragen bei der baulichen Entwicklung der Stadt zu berücksichtigen – vieles sieht die Verwaltung nicht ohne die Einbindung ihres Eigenbetriebs umsetzbar: „Wir streben eine Erhaltung und Stärkung unserer Stadtwerke an, um Lösungen selbst zu gestalten.“

Und: Das Leitbild ist ein Bekenntnis zur Landwirtschaft: „Sie ist für die Nahrungsmittelproduktion, aber auch für die Pflege unserer Kulturlandschaft unverzichtbar und muss deshalb erhalten bleiben.“

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