Bienen können nicht nur brummen und summen. (Symbolfoto)
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Bienen können nicht nur brummen und summen. (Symbolfoto)

Wenn die Königin quakt

Imker in Hünfeld bietet hochwertigen Zuchtstoff an

Bei „Brummen und Summen“ denken wir sofort an Bienen. Dass diese wichtigen und nützlichen Tierchen aber auch tuten und quaken können, weiß Hans-Georg Biedenbach vom Kreisimkerverein Hünfeld, der qualitativ hochwertigen Zuchtstoff anbietet.

Hünfeld - „Die Königinnen stammen von zwei Völkern aus einem Ringtausch mit Albrecht Stoß. Ich gebe ihm welche nach Thüringen und bekomme im Gegenzug welche von ihm“, erklärt Biedenbach, stellvertretender Landesobmann für die Bienenzucht in Hessen. Stoß ist Vorstandsmitglied des Landesverbandes Thüringer Imker und hatte im Frühjahr zwei gute und gekörte Völker mit Gesundheitszeugnis abzugeben, die Biedenbach für den privaten Gebrauch nicht benötigte und sie dem Kreisimkerverein Hünfeld zur Verfügung stellte. Und seit dem Frühjahr wohnen die thüringischen Carnica-Bienen am Lehrbienenstand nahe dem Hünfelder Haselsee. Nun stellt der Kreisimkerverein Zuchtstoff für die Weiselaufzucht aus diesen leistungsgeprüften Völkern zur Verfügung.

Der Zuchtstoff ist nichts weniger als die jüngsten Larven einer Königin, die in einen Zuchtrahmen umgelarvt und dann von einem eigenen Pflegevolk aufgezogen werden. Für das Umlarven stellt sich Biedenbach gerne zur Verfügung. „Nach Absprache mit jemandem vom Verein kann man sich selbst oder mit Hilfe von uns den Zuchtstoff umlarven.“ (Lesen Sie auch: Landkreis Fulda stellt Verena Rübsam als Bienensachverständige vor)

Hünfeld: Imker bietet hochwertigen Zuchtstoff an - Wenn die Königin quakt

Das Pflegevolk, von dem die Larven aufgezogen werden, hat einen gut entwickelten Pflegetrieb und wird entweiselt. Das heißt: Das Volk ist bereit, aus fremden Zuchtstoff Königinnen aufzuziehen, die aus einer kontrollierten und gesunden Zucht stammen.

Für das Umlarven hat Biedenbach einen Zuchtrahmen mit etwa 20 Stopfen vorbereiten, an denen sich künstliche Weiselnäpfe befinden. „Nun nimmt man die junge weibliche Larve mit einem Schweizer Umlarvlöffel aus ihrer Zelle und legt sie in den Weiselnapf“, erklärt Biedenbach. Er schiebt den vorderen Teil des Löffels ganz am Rand entlang auf den Boden der Zelle und zieht gekonnt eine Larve hervor. „Diese hier ist zu groß“, sagt Biedenbach und sortiert eine kaum mit dem Auge wahrnehmbare Larve aus. Bei der nächsten Zelle hat er mehr Glück.

Am Morgen des elften Tages nach dem Umlarven werden die Weiselzellen verschult. Dazu kommen Schlupfkäfige auf den Zuchtstopfen. Bei einigen Systemen müssen etwas Futter und Begleitbienen hinzugegeben werden. Mit einem Hürdenrahmen können diese wieder in das Pflegevolk zurück. „Ich lasse meine in einem Brutschrank mit besten Bedingungen bei 35 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 50 bis 70 Prozent schlüpfen. Denn wenn ich mir schon so viel Arbeit mache, soll auch alles perfekt sein“, so Biedenbach. Am zwölften Tag nach dem Umlarven schlüpfen die Königinnen.

Das ist der Moment, in dem die Königin zu quaken beginnt. Ist sie geschlüpft, wird ihr Quaken zu einem Tuten. Schlüpfen gleichzeitig zwei Königinnen, bekämpfen diese sich bis zum Tod.

Ein britisches Forscherteam vermutet laut BBC, dass die Königin den Arbeitsbienen mit ihrem Tuten signalisiert, dass sie die anderen, noch quakenden Königinnen nicht aus den Zellen herauslassen soll. Die noch quakenden Königinnen werden von den Arbeitsbienen dann solange gefangen gehalten, bis sie das Tuten der bereits geschlüpften nicht mehr hören, denn diese ist dann ausgeschwärmt. Die Arbeitsbienen entscheiden dann in der Gruppe darüber, ob sie eine weitere Königin freilassen.

Für die Zuchtdokumentation, einmal um das Alter der Königin zu erkennen und für das leichtere Auffinden im Volk, werden die geschlüpften Weiseln gezeichnet. „Ich klebe das Plättchen mit Hilfe eines gut verträglichen Klebers und einem spitzen Bleistift oder Streichholz auf den Rücken der Biene.“

Für die kontrollierte Paarung können die Königinnen dann in einen Begattungskasten umziehen. „Die Maßeinheit ist 300 Milliliter Bienen“, erklärte Biedenbach und lacht. „Ich habe einen Messbecher, mache ihn voll mit Bienen und gebe sie zusammen mit der Bienenkönigin in die Belegstelle.“ (Alisa Kim Göbel)

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