Mit der Kamera nah herangeholt: Eine Blaue Holzbiene
+
Mit der Kamera nah herangeholt: eine Blaue Holzbiene in einem Steinbacher Garten. In Wirklichkeit werden die friedlichen Brummer „nur“ knapp drei Zentimeter lang. Gärten mit abwechslungsreichem Blütenangebot und „totem“ Holz als Brut- und Überwinterungsort sind bei den Tieren gefragt.

Fast drei Zentimeter groß

Im Kegelspiel zu Hause: Holzbiene als stahlblauer Bote des Klimawandels

Das Wort „Insektensterben“ beschreibt eine traurige Tatsache. Doch in der Welt der Sechsbeiner gibt es nicht nur Schwund, sondern auch neue Arten. Eine ist kaum zu übersehen: die Blaue Holzbiene. In Folge des Klimawandels ist sie längst auch im Kegelspiel zu Hause.

Steinbach - Die Blaue Holzbiene gehört zu den Tierarten, die aufgrund ihres besondern Aussehens so etwas wie ein Bote des Klimawandels geworden ist (Lesen Sie hier: Warum in Eiterfeld über Schottergärten diskutiert wird). Denn ursprünglich war sie vor allem südlich der Alpen, in den Weinbauregionen und anderen „Wärmeinseln“ Mitteleuropas zu finden. Doch seit Jahren dehnt sich das Vorkommen der Art nach Norden aus und hat inzwischen eine Linie von Osnabrück über Hannover bis nach Berlin erreicht – und es geht weiter nordwärts.

Mit ihrem blauschwarzen Körper, den blau schimmernden Flügeln und einer Größe von knapp 3 Zentimetern, ist sie kaum zu übersehen. Sie ist die größte heimische Bienenart. Vor allem in naturnah gestalteten Gärten, auf Streuobstwiesen und blütenreichen Wiesen bekommt man die friedlichen Tiere zu Gesicht. Blumenvielfalt ist gefragt. Vor allem Lippenblütler wie Blauregen und Wicken stehen hoch im Kurs.

Aufgrund ihrer gedrungenen Gestalt wird die Holzbiene oft für eine Hummel gehalten. Doch die Art zählt zu den Solitärbienen, bildet also kein Bienenvolk. Ende April paaren die Tiere sich. Danach beginnt das Weibchen mit dem Nestbau in geeignetem Totholz, worin sie ihre Eier ablegt. Im Sommer schlüpfen die Larven und fressen sich als erwachsene Bienen aus dem Nest. Männchen und Weibchen überwintern, wie viele andere Insekten, in Totholz oder Mauerritzen. (bh)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema