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Klimakleber, Fan-Ausschreitungen, Waldbrände: Hünfelder Bundespolizisten hatten 2022 eine Menge Arbeit

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Die Hünfelder Bundespolizisten hatten 2022 viel zu tun. Unter anderem waren sie bei Klimaprotesten des Bündnisses „Letzte Generation“ im Frankfurter Stadtgebiet im Einsatz.
Die Hünfelder Bundespolizisten hatten 2022 viel zu tun. Unter anderem waren sie bei Klimaprotesten des Bündnisses „Letzte Generation“ im Frankfurter Stadtgebiet im Einsatz. © Bundespolizei Hünfeld

Die Hünfelder Bundespolizei blickt in einer Pressemitteilung auf das Jahr 2022 zurück. Dieses war besonders einsatzreich - auch durch die weltweiten Krisen.

Hünfeld - Ob der Ukraine-Krieg, die Machtübernahme der Taliban in Afghanistan, die Corona-Pandemie oder die Klimakrise mit Waldbränden und Demonstrationen. „Alle diese Ereignisse hatten auf die Polizeibeamten der Bundespolizeiabteilung Hünfeld im vergangenen Jahr sehr konkrete Auswirkungen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Einsatz-Auslastung sei im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Hünfeld: Klimakleber, Hooligans und Flüchtlinge beschäftigen Bundespolizei

Die Corona-Einschränkungen und die in diesem Zusammenhang stattfindenden Proteste beschäftigten die Einsatzkräfte der Hünfelder Bundespolizei im ersten Halbjahr. Sie unterstützten die Landespolizei in Thüringen bei mehreren Demos.

Auch die illegale Migration beschäftigte die Bundespolizisten: Seit 2015 sind wochenweise Hundertschaften aus Hünfeld an den Grenzen zu Österreich und der Schweiz im Einsatz. „2022 kamen die polnische und tschechische Grenze als weiteres Einsatzgebiet hinzu“, berichten die Beamten. Viele ukrainische Flüchtlinge suchten seit Ende Februar über diese Grenzen Zuflucht in Deutschland.

Im Juni stand der G7-Gipfel in Elmau an. Dort betrieb die Hünfelder Einheit „Einsatzunterstützung und Standortservice“ mehrere Versorgungspunkte in Österreich und waren dabei für die Verpflegung von täglich bis zu 1400 Polizisten zuständig. „Eine wahre Mammutaufgabe, die sehr erfolgreich gemeistert wurde“, heißt es in der Mitteilung. (Lesen Sie auch: Hünfeld: Erweiterungsbau geplant - Bundespolizei zieht in Containerdorf)

Fan-Ausschreitungen sorgen für Einsätze der Bundespolizei Hünfeld

Weil die Spiele der Fußball-Bundesliga im vergangenen Jahr wieder in vollen Stadien stattfinden konnten, war auch die Bundespolizei wieder gefragt. Um die Sicherheit des Bahnverkehrs zu gewährleisten und Auseinandersetzungen rivalisierender Fangruppen zu verhindern, waren viele Hünfelder Einheiten bei brisanten Fußballspielen im Einsatz. Dabei hatten sie es häufig mit „alkoholisierten Fußballstörern“ zu tun - unter anderem wegen des Raubes von Fanartikeln, der Plünderungen von Bahnhöfen, aber auch der Verwendung von Pyrotechnik.

Der Fußball beschäftigte die Bundespolizisten auch im Dezember: Wegen der WM rückten die Einsatzkräfte in der Niederlande an. „Aufgrund von gewalttätigen Ausschreitungen marokkanischer Fans nach Spielen ihrer Mannschaft, unterstützten die Hünfelder Wasserwerfer ihre niederländischen Kollegen im Dezember in Den Haag und Rotterdam“, heißt es.

Die Wasserwerfer-Einheit war bereits im August zum Einsatz gekommen - damals noch zur Bekämpfung eines Waldbrandes im Nationalpark Sächsische Schweiz und bei einem Flächenbrand auf einem Spreng- und Versuchsplatz der Kampfmittelbeseitigung im Berliner Grunewald. Allein im Grunewald wurden laut Bundespolizei mehr als 180.000 Liter Wasser abgegeben.

Speziell ausgebildete Einheiten der Hünfelder Bundespolizei waren außerdem bei Klimaprotesten des Bündnisses „Letzte Generation“ im Frankfurter Stadtgebiet im Einsatz. Dort hatten sich Aktivisten an zentralen Stellen, Transportwegen und auf der Autobahn mit Sekundenkleber an den Händen auf der Fahrbahn festgeklebt. Die Einsatzkräfte waren damit beschäftigt, die Klimakleber ohne Verletzungen zu „befreien“. (lio)

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