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Für das Stadtparlament in Hünfeld sind 33 Sitze zu vergeben.

Kommunalwahl

Hünfeld wählt: Grüne treten erstmals an, CDU will absolute Mehrheit verteidigen

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Das Parteienspektrum in der Konrad-Zuse-Stadt Hünfeld hat Zuwachs bekommen. Weil der erst im August vorigen Jahres gegründete Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen auch mit einer Fraktion ins Stadtparlament einziehen möchte, buhlen in diesem Jahr fünf Listen um die Gunst der Wählenden.

Fulda - Die nach Fulda und Künzell drittgrößte Kommune im Landkreis (nach Einwohnern) war zuletzt eine Bank der CDU. Die Christdemokraten haben bei den Kommunalwahlen 2016 60,5 Prozent der Stimmen geholt und waren damit in der Lage, aus eigener Kraft Mehrheiten im Stadtparlament zu organisieren.

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Hünfeld: CDU war nicht immer stärkste Kraft

Das war allerdings nach dem Zweiten Weltkrieg nicht immer so. Erst nach der Wende entwickelten sich die Christdemokraten dauerhaft zur stärksten Fraktion im Stadtparlament. In den 70er Jahren gab es Legislaturperioden ohne CDU-Mehrheit, ebenso zwischen 1984 und 1989. Dies mag damit zusammenhängen, dass die Wählerschaft in Hünfeld nicht übermäßig homogen ist. Die Haunestadt war schon immer eine Kommune mit einem hohen Anteil an „Zugezogenen“ aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung als Behördenstandort und der Erwerbsmöglichkeiten allgemein. Die Stadt lockt mit 8000 Arbeitsplätzen. (Lesen Sie hier: Kreistagswahlen in Fulda: So haben die Parteien in den vergangenen Jahrzehnten abgeschnitten)

Fakten

• In Hünfeld mit seinen insgesamt 15 Stadtteilen leben 16 616 Menschen.

• Wahlberechtigt sind 13 182 Personen (6689 Frauen, 6493 Männer).

• 33 Sitze sind im neuen Stadtparlament zu vergeben.

• Dafür bewerben sich 92 Kandidaten von fünf Listen (CDU, CWE, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen). Älteste(r) Kandidat(in) ist Dieter Steinacker (FDP, Jahrgang 1941), jüngste(r) Felicitas Fischer (CDU, 2000). • 35 Frauen und 58 Männer stehen zur Wahl. Den höchsten Frauenanteil gibt es bei der FDP (45 %), den niedrigsten bei der CWE (28%).

Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Hünfeld: Herausforderung innerstädtische Entwicklung

Auch in Hünfeld ist das Themenspektrum, dem sich die Kommunalpolitik widmen muss, breit. Herausforderungen stellen sich etwa in Sachen innerstädtischer Entwicklung: Wer hat die besten Konzepte gegen Leerstand, gegen die drohenden Krisen des Einzelhandels und der Gastronomie? Wie bleibt die Stadt als Einkaufsstandort attraktiv? Zu den Aufgaben zählt auch, Hünfeld in puncto Verkehr zukunftsfähig zu machen. Als Wohnort bleibt die Konrad-Zuse-Stadt gefragt, insbesondere junge Familien sollen sich angesprochen fühlen. Praktisch schlägt sich das im Haushalt in den entsprechenden Investitionen in die Infrastruktur nieder. Die Kindergärten betreffend wird fleißig gebaut beziehungsweise umgebaut – 2020 wie auch 2021.

Als Spitzenkandidat führt Steffen Diegmüller die CDU-Liste an. CWE und SPD hatten sich 2016 einen heißen Zweikampf um Platz zwei geliefert, den die Wählereinheit knapp für sich entschied. Die Fraktion soll auch im neuen Parlament wieder von Hermann Quell angeführt werden, mit 66 Jahren einer der Routiniers im Gremium.

Im Video: Wie geht eigentlich Kommunalpolitik?

Top-Listenkandidat der SPD ist Uwe Heinicke. Komplett neu aufgestellt zeigt sich die FDP. Die Freien Demokraten ziehen mit Daniel Vogel (41) an der Spitze in den Wahlkampf. Auch Bündnis 90/Die Grünen, angeführt von der Hünfelderin Karin Nerding-Ebert, bewirbt sich um Stimmen.

Interessant zu beobachten sein wird in diesem Zusammenhang, ob und in welcher Form ein Stimmenverlust der bis dato in Hünfeld etablierten Parteien beziehungsweise Wählergemeinschaften stattfinden wird.

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