Ute Schneider, Leiterin des Zuse-Museums, vor dem Nachbau der Z 3.
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Ute Schneider, Leiterin des Zuse-Museums, vor dem Nachbau der Z 3.

Nachbau in Hünfeld

Konrad Zuses Z 3: Der Urvater aller Computer ist 80 geworden

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Für Mathematiker und Datenexperten ist klar: Diese Maschine kann all das, was ein moderner Computer auch kann – nur langsamer. Am 12. Mai 1941 nahm Professor Konrad Zuse in Berlin seine legendäre Z 3 in Betrieb – jenes Modell, das als erste programmgesteuerte Rechenmaschine gilt.

Hünfeld - Den Zweiten Weltkrieg hat die Z 3 allerdings schon nicht mehr überlebt, sie wurde im Bombenhagel der Alliierten zerstört. Einen Funktionsnachbau präsentiert seit 2010 – das Jahr, in dem der Computer-Pionier seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte – das Zuse-Museum in Hünfeld; ein weiterer Nachbau ist im Deutschen Museum in München zu bewundern. Würde die Corona-Pandemie nicht einen Riegel vorschieben, die Fans Konrad Zuse, der heute 110 Jahre alt wäre, könnten vor der Kopie des „Jubilars“ in der Haunestadt einen Geburtstagsstrauß abstellen.

Als erster voll funktionsfähiger Universalrechner verfügte die Z 3 schon zur damaligen Zeit über viele Eigenschaften eines modernen Computers. Jede Rechenoperation des in Relais-Bauweise entwickelten Gerätes stützte sich auf die Nutzung des binären Zahlensystems. Die Programmsteuerung erfolgte mittels gelochter Filmstreifen.

Hünfeld: Konrad Zuses Z 3 wird 80 - Urvater aller Computer

„80 Prozent der Architektur eines modernen Computers sind in der Z 3 schon enthalten“, sagt Ute Schneider, die Leiterin des Zuse-Museums in Hünfeld. In den derzeit für den Publikumsverkehr geschlossenen Räumen sind die Tastatur zur Eingabe von Zahlen sowie in modifizierter Weise das Rechenwerk und das Speicherwerk der Z 3 ausgestellt, und Besucher können alles über die Funktionsweise der Maschine erfahren. „Die Z 3 ist schon ein zentraler Punkt unserer Ausstellung und lenkt viel Aufmerksamkeit auf sich“, weiß Schneider.

Doch es dauerte nur wenige Jahre, bis Konrad Zuse die Weiterentwicklung seiner Z 3 in Angriff nahm: Noch während des Krieges ging Z 4 an den Start, die der Computer-Tüftler vor dem Zugriff der Nationalsozialisten in Sicherheit bringen musste und in einer Hütte im Allgäu versteckte. Später wurde die Z 4 als erster kommerzieller Computer an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, unter anderem für Belange der Luftfahrt, eingesetzt.

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