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Der Frühling naht: Kraniche sind zurück in der Region

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Von: Harry Wagner

Kraniche fliegen zum Schlafplatz
Kraniche, die tierischen Frühlingsboten, wurden zuletzt häufiger in der Region gesichtet. (Symbolfoto) © Jens Kalaene/dpa

Es sieht tatsächlich so aus, als sei der Frühling nicht mehr weit. Die Zugvögel sind auch im Altkreis Hünfeld zurück – ungewöhnlich früh, aber dennoch schon einem Trend der letzten Jahre folgend.

Hünfeld - Vorige Woche hat Fotografen-Urgestein Karl-Heinz Burkhardt Kraniche beobachtet, wie sie in ihrer typischen V-Flug-Formation zwischen Burghaun und Eiterfeld durch die Lüfte segelten. Es dürften nicht die ersten gewesen sein, denn: „Die Tiere sind schon seit 14 Tagen wieder hier“, weiß Matthias Müller, Vorsitzender des NABU-Ortsvereins Hünfeld. Auch Weißstörche haben ihr Domizil in den hiesigen Gefilden inzwischen wieder bezogen.

Und an diese Beobachtung schließt sich natürlich die Gretchenfrage an: War es das mit dem Winter 2021/22? „Die Vögel haben durchaus ein Gespür für Wetterentwicklungen. Ja, man kann schon sagen, dass sie Frühlingsboten sind“, betont Müller. (Lesen Sie auch: Mit dem Frühling kommt die Brutzeit: Hilfe für Rotmilan, Grauspecht und Co. in der Rhön)

Das bedeute natürlich nicht, dass es nicht doch noch die ein oder andere frostige Nacht geben könne. Aber das könnten die Tiere vertragen. Entscheidend ist: Wenn sie bleiben und nicht wieder gen Süden fliegen, deutet das darauf hin, dass es keinen massiven Wintereinbruch mehr geben wird.

Hünfeld: Kraniche sind zurück in der Region - der Frühling naht

Kranich, Storch und Co. kehren immer früher an ihre Brutplätze in der Region zurück. „Noch vor einigen Jahren wurde es Ende März, Anfang April, bis sie kamen. Nun schon im Februar“, betont Müller und ergänzt, dass auch dieses Verhalten ein Indiz für den Klimawandel sei. Für gewöhnlich überwintern die Zugvögel, die man in Osthessen zu sehen bekommt, im Raum Südfrankreich/Spanien. Dass der Kranich im Winter bis nach Afrika zieht, sei ein Irrtum.

NABU-Chef Müller registriert aber auch noch andere Vorzeichen für einen nahenden Frühling: die Paarungsrufe von Meisen und Amseln, die er als Tierexperte wahrnimmt. Viele Vogelfreunde wissen derweil nicht, ob sie auch jetzt noch – angesichts der Abwesenheit einer dicken Schneedecke – die Futterkrippen im heimischen Garten befüllen sollen.

Müller rät unbedingt dazu: „Gerade jetzt sollte man es tun. Im Winter geht der Stoffwechsel bei den Vögeln runter, nun nimmt ihr Energiebedarf wieder zu. Und in der Feldflur finden sie ja keine Nahrung mehr. Da ist alles abgestorben, abgemäht oder abgemulcht“.  

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