Berner Sennenhund Oskar ist als Therapiehund auf der Palliativstation der Helios-Klinik in Hünfeld im Einsatz.
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Berner Sennenhund Oskar ist als Therapiehund auf der Palliativstation der Helios-Klinik in Hünfeld im Einsatz.

Positive Resonanz

Für Glücksgefühle und gegen Einsamkeit: Therapiehund Oskar ist auf der Hünfelder Palliativstation im Einsatz

Weiches Fell, feuchte Schnauze und große braune Augen: Oskar verzaubert jeden, der in seiner Nähe ist. Deshalb erfüllt der Berner-Sennen-Rüde mit dem sanftmütigen Wesen auch eine besondere Aufgabe: Er ist Therapiehund auf der Palliativstation der Helios-Klinik in Hünfeld.

Hünfeld - „Bereits das Streicheln oder die pure Anwesenheit eines Hundes bewirkt eine vermehrte Ausschüttung von Endorphinen und Serotonin – des sogenannten Kuschelhormons“, erläutert Sandra Beres, Chefärztin der Inneren Medizin und der Palliativmedizin an der Helios-Klinik in Hünfeld. Die positive Wirkung dieser Hormone sei hinlänglich bekannt, Schmerzen werden etwa reduziert.

„Die Anwesenheit des Tieres wirkt sich positiv auf die Patienten aus“, so Beres. Einsamkeit und Isolation könnten aufgehoben werden – gerade in Zeiten von Corona sei dieser Aspekt nicht zu unterschätzen.

Therapiehund Oskar auf der Palliativstation: Patienten mit Tränen der Rührung in den Augen

Mehrmals pro Woche besucht die Ärztin mit Oskar auf der Palliativstation schwerstkranke Patienten. Die Resonanz sei dabei durchweg positiv. In der Palliativmedizin gehe es vor allem darum, den verbleibenden Tagen der Patienten mehr Qualität und positive Momente zu geben, teilt das Hünfelder Krankenhaus in einer Pressemeldung mit. (Lesen Sie hier: Neues Zentrum für Palliativmedizin: Klinikum Fulda erweitert Angebot)

Und die schaffe Fellnase Oskar zweifelsohne. „Wenn Oskar kommt, stehe ich gerne aus dem Bett auf und versuche mit ihm zu laufen“, berichtet etwa ein Patient. Auch Tränen der Rührung seien keine Seltenheit, wenn der Berner Sennenhund sich zu „seinen“ Patienten, die nicht mehr sprechen können, ins Bett lege und sie zum Lächeln bringe.

Die tiergestützte Therapie, die in den vergangenen Jahren immer mehr Einzug in den klinischen Alltag gehalten hat, ersetzt laut Helios-Klinik Hünfeld andere Therapieformen nicht, sondern stellt eine Ergänzung des multiprofessionellen Ansatzes des Hauses dar Hierzu gehören etwa auch Musik- oder Klangschalentherapie. Eingesetzt wird sie unter anderem parallel zur Psychotherapie, aber auch in Kombination mit der Physiotherapie. Die Patienten entspannen sich, kommen zur Ruhe und können sich fokussieren, heißt es vonseiten der Helios-Klinik.

Therapiehund Oskar in Hünfeld: Patienten kommen zur Ruhe und können fokussieren

Eine weitere, nicht zu unterschätzende Wirkung hat Therapiehund Oskar auf die Psyche der Patienten. „Durch die bedingungslose Akzeptanz des Hundes und die physische Nähe entwickeln Patienten ein positives Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein“, erklärt Beres. Durch die emotionale Zuwendung erlebten die Patienten Freude, Spaß und Nähe – all das könne eine antidepressive Wirkung haben und neuen Lebensmut verleihen.

Oskar hat mit seiner Besitzerin eine einjährige Ausbildung im Hundezentrum Rhön-Grabfeld gemacht und dort zahlreiche Einsätze in Seniorenheimen, Einrichtungen für Kinder- und Jugendliche sowie in Palliativeinrichtungen absolviert. So wisst der Hund, wie er mit schwerkranken Patienten umgehen müsse und wie er sich in eine Therapiesitzung einbringen könne, schreibt die Helios-Klinik Hünfeld. (sko)

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