Der neue Viehtransport-Sattelauflieger der landwirtschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktung wurde angeschafft, um die Tierschutzgesetze der EU einzuhalten.
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Der neue Viehtransport-Sattelauflieger der landwirtschaftlichen Vieh- und Fleischvermarktung wurde angeschafft, um die Tierschutzgesetze der EU einzuhalten. Rechts vorne Vorstandsvorsitzender Christian Bug.

Versammlung in Nüst

Trotz Corona eine gute Bilanz: Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung kann sich behaupten

Turbulent gestalteten sich die beiden zurückliegenden Jahre für den Viehhandel und die Schlachtbranche in Deutschland. Davon betroffen war auch die Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Fulda-Hünfeld (LVF). Sie konnte sich aber trotz Corona am Markt gut behaupten

Nüst - Die Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Fulda-Hünfeld (LVF) bleibt weiterhin die umsatzstärkste Genossenschaft in Hessen. Am Hauptstandort Nüst fand die Generalversammlung für die Jahre 2019 und 2020 statt. Dabei wurde auf die beiden vergangenen Jahre zurückgeblickt.

In der vom Vorstandsvorsitzenden Christian Bug geleiteten Versammlung dankten dieser sowie Geschäftsführer Thomas Hoenig Geschäftspartnern, Mitgliedern und der Belegschaft für ihre Treue und ihr Engagement. Unter anderem stellte Hoenig die Bedeutung des Zerlegebetriebes am Fuldaer Schlachthof heraus. Durch ihn vermarkte man Rinder und Schweine der Mitglieder an die namhaften Fleischereien aus der Region.

Fulda: Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung kann sich trotz Corona behaupten

Als erfreulich wertete der Geschäftsführer die im Vorjahr gegenüber 2019 erhöhten Schlachtzahlen um 5000 bei den Schweinen sowie um 650 bei Großvieh. Dies gehe in erster Linie auf einen gesteigerten und weiterhin positiven Absatz an die Metzgereien und den Direktverkauf aufgrund des regen Zulaufs durch die Corona-Krise zurück.

Von der Gesamtschlachtmenge an Schweinen in Fulda wurden seinen Ausführungen zufolge 32.833 Schweine durch den eigenen Fleischhandel vermarktet. Folglich soll in nächster Zeit mehr in den Standort Fulda investiert werden.

LVF

Die Landwirtschaftliche Vieh- und Fleischvermarktung Fulda-Hünfeld (LVF) holt das Schlachtvieh bei den Landwirten ab, sortiert es in den Sammelstellen in Hünfeld und verteilt es. Die LVF vermittelt nach eigenen Angaben ausschließlich Schweine und Rinder „von höchster Qualität“, die sie von landwirtschaftlichen Betrieben aus der Region beziehen. 

Der Geschäftsführer stellte mit Jürgen Ruhl als neuen Betriebsleiter und Jan Martin Fröhlich als Stellvertreter die neue Betriebsleitung für die Niederlassung Fulda vor und dankte Vorgänger Erich Heil, der im Ruhestand ist, für die Verdienste für die Genossenschaft.

LVF Fulda-Hünfeld steht in Zukunft „vor vielfältigen Aufgaben“

Thomas Hoenig sagte: „Für die Zukunft stehen wir weiterhin vor vielfältigen Aufgaben. Die gesellschaftlichen Anforderungen an die Tierproduktion in Deutschland schlagen sich in immer höheren Anforderungen an die Tierhalter und die Schlachthöfe nieder.“ Der Strukturwandel in der Landwirtschaft werde durch diese Entwicklungen beschleunigt und den Viehhandel in den nächsten Jahren beschäftigen. „Darauf müssen wir uns bestmöglich einstellen“, sagte er.

Über die Prüfung des Aufsichtsrats, die keine Beanstandungen beinhaltete, berichtete dessen Vorsitzender Thomas Fischer. Zugleich teilte er eine Zusammenfassung der Verbandsprüfung mit. „Die Liquidität der Genossenschaft, die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage waren stets gegeben.“ Die Entwicklung im Geschäftsjahr 2020 sei trotz gesunkener Umsätze dank einer Erhöhung der Roherträge sehr zufriedenstellend, sagte er. Auf Antrag von Stefan Schneider (Künzell-Lanneshof) erteilte die Versammlung Vorstand, Aufsichtsrat und der Geschäftsführung einstimmige Entlastungen.

Diese Mitglieder wurden bei der Generalversammlung der LVF wiedergewählt

Wiedergewählt wurden Vorstandsvorsitzender Christian Bug (Petersberg-Böckels) und dessen Stellvertreter Rüdiger Funk (Hünfeld-Rückers) sowie in den Aufsichtsrat Alfred Dechant (Petersberg-Stöckels), Ulrich Pflanz (Schlitz-Unterwegfurth) und Lukas Rausch (Hünfeld-Kirchhasel). Am 1. Januar 2019 verzeichnete die LVF 461 Mitglieder, am 31. Dezember 2020 waren es 450 Mitglieder.

Bilanz

Bilanzsumme: 3.822.719 Euro (2019: 3.554.357 Euro). Vom Jahresüberschuss 2020 (in Klammern 2019) in Höhe von 152.522,29 Euro (58.351,33 Euro) werden 38.131 Euro (14.588 Euro) den gesetzlichen beziehungsweise betrieblichen Rücklagen zugewiesen. Der verbleibende Bilanzgewinn beträgt 76.260,29 Euro (29.175,33 Euro).

Im Rahmen der Generalversammlung besichtigten die Mitglieder den kürzlich in Dienst gestellten neuen Viehtransport-Sattelauflieger. Die Anschaffung erfolgte unter anderem im Hinblick einer konsequenten Einhaltung von Tierschutzgesetzen gemäß der EU-Verordnung für Langstreckentransporte. Die Konstruktion aus Aluminium ist unter anderem ausgestattet mit einem Wassertank und einem Tränkesystem, einer Jalousietechnik zur Betätigung der Seitenwandluftschieber, Lüftungsventilatoren in den Seitenwänden sowie einer Funkfernbedienung. (Von Karl-Heinz Burkhardt)

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