Besucher im Steinbruch in Mackenzell beim Konzert von Tonica
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Erstmals hatte der Bläserchor Tonica unter Corona-Bedingungen zum Konzert in den Steinbruch geladen.

Tonica Mackenzell

Erster Auftritt seit langer Zeit: Musik mit Löffeln und Trompeten

Eigentlich hätte die Mackenzeller Tonica in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen zu feiern gehabt, aber dann kam alles wegen Corona ganz anders: Keine Proben, keine Auftritte und keine Feiern. Doch seit Juni dürfen die Musiker wieder gemeinsam üben - und das taten sie mit Löffeln und Trompeten.

Mackenzell - Pünktlich zur Eröffnung der Musiksommer-Reihe im Steinbruch riss am Sonntagabend die Wolkendecke auf und der von Bäumen gesäumten Platz wurde in Sonne getaucht. Es erklang die Musik von „Die Kaiserin Sissi“ – ein Marsch von Tomi Dellweg, der zu Ehren der österreichischen Kaiserin komponiert wurde.

„Wir freuen uns, dass wir endlich wieder für Sie spielen dürfen. Wir sehen diese Veranstaltung als Chance für kommende Termine und appellieren an unsere Gäste, sich an die bestehenden Hygienemaßnahmen zu halten“, wandte sich Julia Richter-Gollbach an das Publikum. Dann übergab sie das Mikrophon an die Nachwuchs-Musiker Marius Herr und Elias Grosch, die vom Nachwuchsorchester „MaNü“ zur Tonica wechselten und die Moderation übernahmen.

Musiksommer in Steinbruch in Mackenzell mit 120 Zuhörern

Unter dem Motto „Mackenzeller Musiksommer“ spielten die 25 Musikerinnen und Musiker traditionelle und moderne Arrangements. Der Laubener Schnellpolka folgte „Im schönen Prag“. Ein kleines Highlight war die Löffel-Polka, bei der Schlagzeuger Daniel Rübsam mit zwei Löffeln für Rhythmus und Klang sorgte. Dann klang der Klassiker „Böhmische Liebe“ an und vor der Pause gaben die Mackenzeller ein Helene Fischer-Medley zum Besten: Stephanie Oswald-Bänsch, Markus Abel und Julia Richter-Gollbach sangen „Fehlerfrei“, „Atemlos durch die Nacht“ und „Mit keinem andern“.

Die Blasmusiker gaben ein weiteres Medley zum Besten: Bekannte Lieder von Udo Jürgens, umrahmt von klassischen Stücken wie dem Egerlänger Musikantenmarsch, dem Walzer „Maly Darek“ oder dem Polka-Hit „Von Freund zu Freund“.

Für die 120 Gäste war der Musiksommer ein voller Erfolg: Mitklatschen und das Verlangen nach einer Zugabe waren ein großes Lob für die 35 Mitwirkenden, die hinter der Theke, am Eingang oder an den Musikinstrumenten saßen.

„Wir haben gehofft, dass uns richtig was geboten wird und wir wurden nicht enttäuscht. Es ist einfach schön, nach so langer Zeit ohne Veranstaltungen mal wieder etwas zu erleben und wir haben uns richtig gefreut, bei dem schönen Wetter einfach unter Leute zu kommen und der Musik zu lauschen“, so Jürgen Hildenbrand. Seine Frau ergänzte: „Wir freuen uns auch, den Verein unterstützen zu können.“

Lesen Sie hier: „Corona, wir werden auch dich besiegen“ – Mackenzeller dichtet Song gegen Corona-Panik

Musik im Steinbruch: Weitere Termine sind geplant

Unterstützen und dabei der Musik lauschen soll ab jetzt öfter möglich sein. „Wir haben uns kurzerhand entschieden, unter dem Musiksommer weitere Veranstaltungen wie diese laufen zu lassen. Die Termine stehen allerdings noch nicht fest“, erklärte Schriftführerin Laura Muschik.

Gleichzeitig machten die Musiker auf das Crowdfunding-Projekt „Viele schaffen mehr“ der VR Bank aufmerksam, bei dem sich die Truppe unter dem Aufruf „Drums, Drums & More Drums!“ um Spenden für ein neues Schlagzeug bemühen. „Damit Schlagzeuger Daniel nicht mehr mit Löffeln spielen muss“, heißt es da scherzhaft vom Dirigenten Tobias Baumann.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich der Bläserchor von Otto Meyer, der seit seinem Eintritt in den Verein im Jahr 1973 leidenschaftlich an der Tuba spielte. Doch Meyer hat längst für Nachschub gesorgt: Seine Kinder und Enkelkinder spielen fleißig mit und unterstützen den Verein an jeder Stelle. Er bleibe dem Verein weiterhin erhalten – nur nicht mehr an der Tuba. (akg)

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