Hessen: Am Freitag führte die Hasel beim Wehr in Großenbach, wo der Mühlgraben abzweigt, reichlich Wasser.
+
Am Freitag führte die Hasel beim Wehr in Großenbach, wo der Mühlgraben abzweigt, reichlich Wasser.

Trotzdem Mehrheit für Rückbau

Mühlgraben bleibt Debattenthema in Hünfeld - CWE revidiert Zustimmung

  • Harry Wagner
    VonHarry Wagner
    schließen

Der zwischen Großenbach und Hünfeld verlaufende Mühlgraben als „Nebenarm“ der Hasel sorgte am Donnerstag auch in der Hünfelder Stadtverordnetenversammlung für Diskussionen. Am Ende allerdings stimmte das Gremium mehrheitlich dem Vorschlag des Magistrats zu.

Hünfeld - Und dieser besagt: Es soll zu einem Rückbau des historischen Grabens kommen, der teilweise offen verläuft, in der Kernstadt jedoch überwiegend verrohrt ist. Ein Ingenieurbüro hatte aufgrund festgestellter Schäden an dem Bauwerk ein Sanierungskonzept inklusive Kostenbewertung erstellt, aufgrund dessen der Magistrat den Rückbau und die Aufgabe des Mühlgrabens als sinnvoll erachtet.

Im Haupt- und Finanzausschuss in der vorigen Woche war man einem entsprechenden Beschlussvorschlag bei einer Gegenstimme mit großer Mehrheit gefolgt. In der Stadtverordnetenversammlung war die Abstimmung nicht mehr so deutlich. Denn die CWE-Fraktion hatte in der Zwischenzeit ihre Meinung geändert. Vorsitzender Hermann Quell stellte einen Änderungsantrag, wonach der Beschluss über den Mühlgraben vertagt werden und der Magistrat die Vorlage noch einmal überarbeiten solle: „Wir vermissen Alternativen zum Erhalt des Mühlgrabens.“ Auch Karlheinz Fenske von den Grünen befand eine „eingehende Diskussion“ noch für nötig und regte ein Feuchtbiotop für den Fall an, dass der Mühlgraben stillgelegt wird.

Hünfeld: Mühlgraben bleibt Debattenthema - CWE revidiert Zustimmung

Bürgermeister Benjamin Tschesnok begrüßte die Diskussion, hätte sich allerdings gewünscht, dass der intensive Meinungsaustausch bereits im Ausschuss stattgefunden hätte. Den von Quell geäußerten Vorwurf, man habe die Mühlenbesitzer seitens der Stadt unter Druck gesetzt, konterte Tschesnok energisch: „Dagegen verwahre ich mich.“ In der Abstimmung votierten CWE und Grüne geschlossen gegen die Vorlage des Magistrats, was allerdings zur Mehrheit nicht reichte.

Nun also steht der Beschluss: Der Mühlgraben wird zurückgebaut, womit rund 415.000 Euro an Kosten auf die Stadt zukommen dürften, die sich allerdings einen Fördersatz von mindestens 75 Prozent der Summe erhofft.

Diese Punkte wurden noch in der Hünfelder Stadtverordnetenversammlung diskutiert

Zügig gingen das Gros der weiteren Tagesordnungspunkte über die Bühne.

Bebauungspläne: Der Satzungsbeschluss für „Neugestaltung Ortskern“ im Stadtteil Roßbach steht. Auf dem Gelände des inzwischen abgerissenen Indra-Gebäudes sollen vier Einfamilienhäuser mit jeweils rund 180 Quadratmetern in zweigeschossiger Bauweise entstehen. Gebaut werden kann künftig auch in der Ortsmitte von Rudolphshan. Der Plan „Am Kleegarten“ sieht sechs Bauplätze im Wohngebiet und fünf weitere im Mischgebiet vor. Und schließlich wurde auch die Änderung des Bebauungsplanes für den Ersatzneubau der Kita St. Jakobus an der Molzbacher Straße verabschiedet. Dort gab es noch geringfügige Änderungen den Baum- und Heckenbestand betreffend.

Haushaltsvollzug: Der Magistrat unterrichtete die Stadtverordneten über die aktuelle Entwicklung. Im Ergebnishaushalt werde, so lautet der Bericht, gegenüber dem verabschiedeten Jahreshaushalt eine Verbesserung der Situation erwartet. Zwar seien die Erträge aus der Umsatzsteuer geringer als angesetzt. Dafür seien die Einnahmen aus der Gewerbesteuer höher als erwartet, ebenso die Schlüsselzuweisungen des Landes. Die Ertragssituation weise damit ein Plus von rund 892.000 Euro auf. Zudem hat der Magistrat auch eine Reduzierung der Aufwendungen von etwa 734.000 Euro errechnet. Im Haushalt zeige sich aktuell ein um 1,46 Millionen Euro verbessertes Ergebnis. Mit Blick auf den Finanzhaushalt prognostiziert die Stadt einen positiven Bestand zum Jahresende von rund 2,06 Millionen Euro. Da im Bedarfsfall Anlagevermögen zur Verfügung stehe, sei die Liquidität der Stadt Hünfeld auch weiterhin nicht gefährdet.

Feuerwehr: In der Stützpunktfeuerwache Hünfeld werden die Trinkwasserleitungen saniert, nachdem dort Verunreinigungen im Warmwasser festgestellt wurden. Die Stadtverordneten genehmigten die notwendigen Mittel in Höhe von 77.000 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren