Ein voller Mülleimer am einem Sitz- und Rastplatz in Hünfeld.
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Und wenn nichts mehr rein passt, dann halt daneben: Müll-Szene von einem städtischen Rast- und Ruheplatz.

Sommer und Corona

Pizzareste, Bier und Hundekot - Müllsünder sorgen in Hünfeld für Unmut

  • Harry Wagner
    vonHarry Wagner
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Die hochsommerlichen Temperaturen machen Treffpunkte unter freiem Himmel derzeit sehr beliebt. Es wird dort auch gegessen und getrunken. Doch was ist mit dem auf öffentlichen Flächen anfallenden Müll? Gibt es damit ein Problem?

  • Müllsünder sorgen in Hünfeld für Unmut
  • Oftmals werden Flaschen und Kartons achtlos weggeworfen
  • Sind die Strafen und Bußgelder zu niedrig?

Hünfeld - Gabriele Becker aus Hünfeld sind die menschlichen Hinterlassenschaften ein Dorn im Auge. „Ich finde, es geht so ein bisschen der Respekt vor der Natur verloren.“ Man verfüge in Hünfeld über sehr schöne öffentliche Plätze und Freizeiteinrichtungen.

Nur leider habe das Problem mit dem Müll in den letzten Monaten zugenommen. Sie ertappt sich manchmal dabei, wie sie breit um einen Treffpunkt verstreuten Abfall – Pizzakartons, Becher, Flaschen – zu einem Haufen zusammenschiebt in der Hoffnung, die Arbeit der städtischen Müllentsorger damit zu erleichtern.

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Sommer und Corona: Müll auf öffentlichen Plätzen in Hünfeld sorgt für Ärger

Dass gerade in diesen hochsommerlichen Zeiten ohne Niederschlag weggeworfene Zigarettenkippen und zerbrochenes Glas im strohtrockenen Gras Brände verursachen können, sei wohl vielen Jugendlichen nicht bewusst. „Oder es ist ihnen schlichtweg egal“, schlussfolgert die Hünfelderin.

Weil die Abfallbehälter randvoll sind, werde der Müll einfach davor liegen gelassen. Hier spricht Gabriele Becker auch die Situation rund um den Haselsee an, wo die Entsorgungsbeutel mit Hundekot ebenfalls in die herkömmlichen Abfallkörbe wanderten und im Verbund mit den Resten der Pizza für ein unangenehmes Geruchserlebnis sorgten – Gabriele Becker würde es begrüßen, wenn es am Eingang des Parkgeländes separate Entsorgungsboxen für Fiffis Hinterlassenschaften gäbe.

Obwohl die so achtlos mit dem Abfall Umgehenden schwer zu ermitteln sind, fände Gabriele Becker es sinnvoll, wenn die Bußgelder für Müllsünder generell angehoben werden würden. „Ich habe mal nachgeschaut: Zehn Euro Strafe für weggeworfene Bierdosen – da lachen doch die meisten darüber.“

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Müll in Hünfeld: Höherer Reinigungsaufwand für Bauhof

Auch die Stadt Hünfeld hat festgestellt, dass Ruhebänke und Sitzgruppen in der Landschaft vermehrt auch in den Abendstunden von Jugendlichen genutzt werden. „Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, zumal es angesichts der Corona-Pandemie gegenwärtig weniger Alternativen für die Freizeitgestaltung gibt. Auch dafür sind solche Plätze da“, betont der städtische Pressesprecher Helmut Käsmann.

Allerdings gälten auch hier die Grundregeln des Abstands und der Hygiene zum Schutz vor Ansteckungen. Und: „Es sollte sich von selbst verstehen, dass man solche Plätze nach Möglichkeit wieder so verlässt, wie man sie vorgefunden hat“, so Käsmann. Das geschehe leider nicht in jedem Fall und führe deshalb derzeit zu einem höheren Reinigungsaufwand durch den städtischen Bauhof.

Müll und Mülltourismus sorgen derzeit vermehrt für Ärger. Freiensteinau hat deswegen Bußgelder verhängt. In Elm ist Müll in den Elmbach geworfen worden. Und in Fulda sind die Plätze rund um die Flaschen- und Papiercontainer häufig vermüllt.

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