Pfarrer Eugen Kutzka ist gestorben.
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Pfarrer Eugen Kutzka ist gestorben.

Nachruf

Einer, der Verbindungen schuf: Pfarrer Eugen Kutzka im Alter von 84 Jahren gestorben

  • Hartmut Zimmermann
    vonHartmut Zimmermann
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Hünfeld hat einen engagierten Bürger, Priester und Pädagogen verloren: Pfarrer Geistlicher Rat Eugen Kutzka ist am 3. März im Alter von 84 Jahren gestorben.

Hünfeld - Eugen Kutzka war am 27. Januar 1937 im oberschlesischen Königshütte (Chorzów) zur Welt gekommen. Seine Jugend war wie die seiner ganzen Generation von der Zeit des Zweiten Weltkriegs und dessen Folgen geprägt. Diese oft bitteren Erfahrungen und die Eindrücke der Vertreibung aus der oberschlesischen Heimat wurden für Eugen Kutzka zum Antrieb für seinen lebenslangen Einsatz für Mitmenschlichkeit und Völkerverständigung.

Nach langem Hin und Her fand Kutzkas Familie im Herbst 1945 in Gotha wieder zusammen. Von 1949 bis 1957 besuchte Kutzka das Domgymnasium in Fulda und studierte danach in der Domstadt Philosophie und Theologie. Nach einem Jahr wechselte er ins Priesterseminar nach Besançon, bevor er in Freiburg neben Theologie auch klassische Philologie und Romanistik studierte. 1963 weihte ihn Bischof Adolf Bolte zum Priester.

Hünfeld: Einer, der Verbindungen schuf - Pfarrer Eugen Kutzka im Alter von 84 Jahren gestorben

Als Kaplan kam er ins oberhessische Anzefahr - und wurde dort erstmals intensiv in der Jugendarbeit aktiv, unter anderem als Vorsitzender des Kreisjugendrings im Landkreis Marburg. 1966 wechselte Eugen Kutzka nach Hünfeld und wirkte hier als Schul-Dekanatsjugend- und Heimseelsorger. Bis 1990 war er - seit 1973 als Oberstudienrat im Kirchendienst - an der Konrad-Zuse- und auch der Wigbertschule tätig.

Schon in der Vorbereitungsphase engagierte er sich intensiv für die entstehene Partnerschaft Hünfelds mit Landerneau war lange in dessen Vorstand und von 1982 bis 2009 als dessen Vorsitzender aktiv. Kutzka wurde nicht nur Ehrenvorsitzender des Vereins, sondern auch zum Ehrenbürger von Landerneau ernannt. Die Stadt würdigt Kutzkas Einsatz für die Partnerschaften mit Landerneau, aber auch mit Proskau und Steinberg.

Gefängnisseelsorge: Er war einfühlsam sowohl den Gefangenen als auch den Bediensteten gegenüber

Zu seinen Aufgaben als Pfarrer gehörte auch die Gefängnisseelsorge. Am Wochenende gedachte man in der Justizvollzugsanstalt Hünfeld seiner in einer kleinen ökumenischen Gottesdienstfeier. „Er war einfühlsam sowohl den Gefangenen als auch den Bediensteten gegenüber, nicht zuletzt, weil er vielen schon durch vielerlei Tätigkeiten außerhalb des Gefängnisses bekannt war“, betont die Gefängnisseelsorge in einer Mitteilung.

Kutzka war auch als Reiseführer geschätzt. Der Offene Kanal sendet am Freitag, 12. März, ab 19.08 Uhr den Beitrag „Auf den Spuren Jesu - mit Pfarrer Kutzka im Heiligen Land“. Er ist auch online unter lpr-hessen.de/medienprojektzentren/fulda/ zu finden. Die Beisetzung findet am Montag, 15. März, am Alten Friedhof in Hünfeld statt. Das Requiem beginnt um 14 Uhr. Von 10.30 bis 13.30 Uhr kann man am geschlossenen Sarg von dem Verstorbenen Abschied nehmen.

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