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Hünfeld-Rückkehrer Felix Rehberg vor dem Derby am Samstag im Gespräch

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Er wird kräftig die Daumen drücken, wenn sein Heimatverein am Samstagabend (18.30 Uhr) Meisterschaftsfavorit HSG Großenlüder/Hainzell empfängt. Die Rede ist von Kreisläufer Felix Rehberg (26), der ab der kommenden Saison vom Drittligist GSV EintrachtBaunatal zum Hünfelder SV zurückkehren wird.

Von unserem Redaktionsmitglied Ann-Katrin Hahner

Felix, du bist schon seit einigen Monaten häufig zu Gast in der Hünfelder Halle. Wann fiel die Entscheidung, den GSV Eintracht Baunatal zu verlassen und in der nächsten Saison zum HSV zurückzukehren?

Endgültig habe ich mich Mitte Januar dazu entschlossen, wieder in Hünfeld zu spielen. Überlegungen zu wechseln gab es bei mir aber schon vor meiner Verletzung im Oktober. Der Achillessehnenriss hatte aber großen Anteil an meiner Entscheidung. Er hat mich sportlich zurückgeworfen. Und da im Lehramtsstudium für mich noch Prüfungen im Sport anstehen, hat der Abschluss jetzt Vorrang. Außerdem ziehe ich bald in Hünfeld mit meiner Freundin zusammen und da bietet es sich natürlich an, wieder bei meinem Heimatverein zu spielen.

Wie beurteilst du als ehemaliger Hünfelder Spieler die aktuelle Saison deines alten und neuen Clubs?

Ich war anfangs ehrlich verwundert, dass es für die Jungs nicht gut in der Landesliga läuft, denn der Kader ist mit Spielern wie Fabian Sauer, Felix Kircher, Jannik Bachus und Lennert Sitzmann eigentlich sehr gut bestückt. Das sind allesamt Leute, denen man zumutet, dass sie im Kollektiv eine gute Rolle in der Liga spielen können. Aber wenn so ein Abwärtstrend erst einmal da ist, dann rutscht man ganz schnell immer tiefer rein. Dann fängt man stark an, sich auf Einzelleistungen einiger Spieler zu verlassen. Das hat man vor allem am letzten Wochenende gegen Zierenberg gesehen. Aktuell versucht Hünfeld daraus auszubrechen, aber ich glaube, dass das noch nicht zu hundert Prozent gelingt.

Von der Dritten Liga geht es für dich in der kommenden Saison zu einer Mannschaft, die momentan in der Landesliga kräftig strauchelt. War da zwischenzeitlich mal der Gedanke, bei einem anderen Verein, vielleicht in der Oberliga, anzuheuern?

Wenn es mir allein darum gehen würde, weiter hochklassig zu spielen, wäre ich in Baunatal geblieben. Ich hatte da in den drei Jahren eine sehr schöne Zeit und bin dankbar, dass man mir die Chance gegeben hat, in der Dritten Liga Fuß zu fassen. Der GSV hätte mich auch gerne behalten, aber da höherklassig spielen für mich keine Prioriät mehr ist, wollte ich wieder mit meinen Freunden, mit denen ich groß geworden bin, zusammenspielen.

Denkst du, dass der HSV die Klasse halten wird?

Die Jungs haben alles selbst in der Hand, denn nach dem Spiel gegen Großenlüder tritt Hünfeld gegen fast alle direkten Konkurrenten im Abstiegskampf an. Ich bin der Meinung, dass der HSV noch mal den Hals aus der Schlinge ziehen kann. Mit reaktivierten Spielern wie Alex Unglaube und Tobias Abel sind die Hünfelder so gut besetzt, dass sie ein bisschen mehr Konstanz gewinnen könnten – etwas, was ihnen ja zuletzt gefehlt hat.

Du würdest dem HSV also auch in die Bezirksoberliga folgen, sollte es mit dem Klassenerhalt nichts werden?

Auf jeden Fall. Natürlich wäre es für den gesamten Verein unschön, in der BOL zu landen und ich möchte zu einem gewissen Teil auch weiter leistungsorientiert spielen. Aber ich habe meine Entscheidung getroffen und in der Bezirksoberliga wäre dann auf jeden Fall der Wiederaufstieg das Ziel.

Worauf freust du dich am meisten, wenn du ab der neuen Saison wieder im HSV-Trikot aufläufst?

Ganz klar auf die Jungs und darauf, wieder mit ihnen spielen zu können. Aber ich freue mich auch auf die Heimspiele. Das Hünfelder Publikum ist ein ganz lebhaftes und lautes Publikum, was sehr treu ist – ungeachtet der Tabellensituation. Und ich denke mal, am Samstag gegen Großenlüder wird die Halle besonders voll sein.

Wirst du selbst zum Derby anwesend sein?

Da ich jetzt fit bin und seit dem letzten Wochenende wieder für Baunatal spielen kann, werde ich erst gegen Ende oder nach dem Spiel in die Halle kommen können. Für uns steht in der Dritten Liga Ost das Spiel gegen die HSG Hanau an.

Im Hinspiel hat es Hünfeld den Lüdertalern extrem schwergemacht. Was meinst du, siegt trotz der Tabellensituation diesmal der vermeintliche Underdog HSV?

Die Vernunft und die Tabellenkonstellation sagen einem ja, dass Großenlüder/Hainzell das Derby für sich entscheiden wird. Es gibt aber dieses klassische HSV-Phänomen. Wir passen uns immer dem Gegner an, ob positiv oder negativ. Ich gehe also von einem extrem knappen Spiel aus, von dem ich hoffe, dass Hünfeld die Punkte behält. Motivieren muss man auf beiden Seiten aber niemanden: Immerhin ist es das Spiel der Spiele und vielleicht das prestigeträchtigste Derby der Landesliga Nord.

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