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Das Ende des „Plumhoffs“: Sargenzeller Gasthof schließt nach 56 Jahren

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Der Sargenzeller Gasthof „Plumhoff“ wird seinen Betrieb – bis auf die Kegelbahn – einstellen. Das Gebäude wurde bereits verkauft.
Der Sargenzeller Gasthof „Plumhoff“ wird seinen Betrieb – bis auf die Kegelbahn – einstellen. Das Gebäude wurde bereits verkauft. © Celina Lorei

Am Rande des Hünfelder Stadtteils Sargenzell bot der „Plumhoff“ der gleichnamigen Familie über viele Jahrzehnte Übernachtungsmöglichkeiten und einen Gastraum für Einheimische und Reisende. Nun wurde das 3000 Quadratmeter große Grundstück an einen Privatmann verkauft.

Hünfeld - Feierlichkeiten, ein Mittag- oder Abendessen ganz nach Hausmanns Art oder eine Übernachtungsmöglichkeit – der Gasthof, geführt von Friedrich und Agnes Plumhoff am Rande von Sargenzell - einem Stadtteil von Hünfeld -, hielt für seine Gäste über fast sechs Jahrzehnte ein großes Angebot bereit. Doch nun ist Schluss.

„Wir hatten bereits vor mehreren Jahren versucht, das Gebäude samt Grundstück zu verkaufen“, erklärt Agnes Plumhoff. Doch das gestaltete sich als schwierig. Nicht nur, weil dörflichen Gaststätten immer öfter der Leerstand droht. „Das gesamte Grundstück hat eine Größe von rund 3000 Quadratmetern. Dazu gehört nicht nur der Gasthof an sich, sondern auch eine Wohnung sowie Garagen und Parkplätze. Das muss erst einmal bewirtschaftet werden“, sagt die 67-Jährige. (Lesen Sie auch: Immer mehr Eiterfelder Gaststätten und Cafés schließen)

Hünfeld: Sargenzeller Gasthof „Plumhoff“ schließt nach 56 Jahren

Sie übernahm den Gasthof am 1. Juni 1987 gemeinsam mit ihrem Mann (74) von dessen Eltern. In den darauffolgenden Jahren baute das Ehepaar das Gebäude um, ließ Fenster und Türen erneuern. Auch die 22 Fremdenzimmer wurden saniert. Wenig später wich der alte Holzofen einer modernen Heizung. Highlight ist die Kegelbahn, die das Paar ebenfalls einbauen ließ und die immer wieder zum gemütlichen Beisammensein und Spielen einlud.

Ursprünglich hatten die Plumhoffs geplant, im nächsten Jahr den Gastronomiebetrieb einzustellen und nur noch Fremdenzimmer anzubieten. Doch dann war ihre Immobilienmaklerin erneut auf sie zugekommen: „Sie wollte das Gebäude als mögliches Wohnhaus anbieten“, erinnert sich Agnes Plumhoff. Die beiden stimmten zu und hatten bereits wenig später mehrere Interessenten. In der vergangenen Woche wurde der Kauf schließlich besiegelt. Käufer ist ein Privatmann aus Fulda, der das Gebäude zum Wohnhaus umbauen wird.

Die Ära „Plumhoff“ endet damit. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn das ganze in die nächste Generation übergegangen wäre, aber unsere beiden Töchter möchten das Haus nicht übernehmen.“

„Gäste sind zu guten Bekannten geworden“: Familie Plumhoff wird Gasthof vermissen

Jetzt sei es Zeit, ein neues Leben zu beginnen. Agnes und Friedrich Plumhoff haben bereits eine neue Wohnung in der Nähe ihrer Töchter und Enkel bei Fulda gefunden. „Damit beginnt für uns ein neuer und ungewohnter Abschnitt. Nun können wir uns auf das Private konzentrieren, in den Urlaub fahren und die Zeit mit der Familie genießen.“

Doch zunächst heißt es packen. Über die Jahre hat sich da so einiges angesammelt. „Wir haben immer wieder neue Teller, Bettwäsche, Vorhänge und alles, was in einem Gasthof eben dazu gehört, angeschafft“, so Plumhoff. Ein großer Teil des Fremdenzimmer-Inventars wurde bereits an ukrainische Flüchtlinge gespendet. Wer noch Bedarf an Geschirr aller Art oder Inventar hat, kann sich gerne bei Familie Plumhoff melden.

Stichtag ist der 31. Juli. Bis dahin muss das gesamte Gebäude geräumt sein. Doch bis es so weit ist, werden sowohl in den Fremdenzimmern als auch im Gastraum Gäste empfangen. „Manche Gäste sind mittlerweile zu richtig guten Bekannten geworden. Sie kamen jedes Jahr. Das werde ich auf jeden Fall vermissen“, sagt die 67-Jährige.

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