Pfarrer Michael Müller kann die Enttäuschung verstehen.
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Pfarrer Michael Müller kann die Enttäuschung verstehen.

Zusammenkünfte vermeiden

Hünfeld: Stadtpfarreien reduzieren Gottesdienstangebot - Müller: „Zeichen der Solidarität“

Solidarität mit all jenen üben, die von der Pandemie hart betroffen sind und vielleicht über Weihnachten aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht in die Kirche gehen können – unter diesem Aspekt betrachtet Stadtpfarrer Dr. Michael Müller die Termine und die Gestaltung der Gottesdienste über die Festtage. 

Hünfeld - Müller hat sich mit den Verantwortlichen im Bonifatiuskloster abgestimmt. Es wurden die Gottesdienstordnungen überarbeitet – und es hat Streichungen von Terminen gegeben. „Auch wenn Gottesdienste erlaubt sind, können wir in unseren Gemeinden nicht so tun, als sei alles normal“, betont Müller. Weil die Kontaktreduzierung im Moment die einzige Waffe gegen das Virus sei, habe er in Absprache mit seinem Team und mit Dechant Markus Blümel entschieden, dass eine Reihe von Gottesdiensten, insbesondere die mit Kindern, abgesagt würden.

„Mir ist klar, dass mancher jetzt enttäuscht ist. Mir ging es nicht nur um die Reduzierung von Kontakten, sondern auch um den Schutz von Kindern, die das Virus oft ohne Symptome an ihre Großeltern weitergeben“, erklärt der Hünfelder Seelsorger.

Hünfeld: Stadtpfarreien reduzieren Gottesdienstangebot über Weihnachten

Und vor allem gehe es ihm um ein Zeichen der Solidarität mit den von der Pandemie betroffenen Menschen – hauptsächlich mit jenen, die in den Krankenhäusern und Pflegeheimen um das Leben vieler Menschen kämpften. Müller: „Unsere Gesellschaft ist in einer ernsten Situation. Die Kirche kann nicht einfach sagen: Es ist ja alles wie immer.“ Der Stadtpfarrer gibt in diesem Zusammenhang auch zu bedenken, dass die Kirche von den strengen Lockdown-Regelungen des Bundes ausgenommen wurde und deshalb Privilegien genieße. Es sei nicht geboten, den Spielraum des Erlaubten voll auszuschöpfen.

Auch das schwer von der Corona-Pandemie betroffene Hünfelder Bonifatiuskloster, dem eine mehrwöchige Quarantäne auferlegt wurde und das den Tod von fünf an COVID-19 infizierten Mitbrüdern beklagen musste, schränkt die angebotenen Formate ein. Wie in allen anderen Kirchen ist die Teilnahme an den Gottesdiensten nur nach Voranmeldung möglich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – was auch für die Christmette im Klosterpark gilt. Bei allen Gottesdiensten gelten strikte Hygieneregeln, die zu beachten alle Besucher angehalten sind.

Stadtpfarrei Hünfeld bittet um die Vermeidung von Zusammenkünften

Gleichzeitig wird auf die zahlreichen Angebote im Internet und in anderen Medien verwiesen. Vielfach werden Gottesdienste als Livestream übertragen. Aktuelle Informationen finden sich auf den jeweiligen Internetseiten des Klosters beziehungsweise der Pfarrei. Der Stadtpfarrer bittet darum, dass Zusammenkünfte vor und in der Kirche sowie vor und nach den Gottesdiensten vermieden werden.

„Wir sind dankbar, dass wir Weihnachten feiern können. Und eines ist sicher: Weihnachten findet statt. Wir sind verbunden mit allen, die an die Menschwerdung Gottes glauben“, versichert Michael Müller. (hw)

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