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Votum der Stadtverordneten: Keine Windkraft in Hünfelds Wäldern

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Von: Harry Wagner

Windrad Traisbach
Wald mit Windrädern (wie hier bei Traisbach), Wald ohne Windräder oder Windräder ohne Wald – die Hünfelder Mandatsträger beschäftigen sich mit unterschiedlichen Szenarien. (Archivfoto) © Volker Nies

Wie soll sich die Stadt Hünfeld in Bezug auf Windkraftvorhaben generell positionieren? Zu dieser Frage erbat sich der Magistrat ein Votum der Stadtverordneten.

Hünfeld - Haupt- und Finanzausschuss sowie Bauauschuss berieten in Hünfeld eine Vorlage der Verwaltung. In ihr wird vorgeschlagen, den Magistrat aufzufordern, bei der Beantragung von Windkraftanlagen in Waldgebieten grundsätzlich zu widersprechen und auch der Nutzung städtischer Wege im Zusammenhang mit dem Anlagenbau auch nur dann zuzustimmen, wenn die Alternative deutlich schlechter ist.

Darüber hinaus soll der Widerspruch unabhängig vom Angebot etwaiger Entschädigungszahlungen erfolgen. Jener Punkt hatte zuletzt bezüglich der potenziellen Windkraftprojekte in Burghaun für lebhafte Diskussionen in der Vertretung der Nachbargemeinde gesorgt. (Lesen Sie auch: Vier Windräder im Westen Hünfelds geplant - Hier sollen die Anlagen künftig stehen)

Hünfeld: Stadtverordneten wollen keine Windkraft in den Wäldern

Bei WKAs außerhalb von Wäldern oder mit dem Ziel, sie für alternative Energieträger zu nutzen, wolle man die Sachlage ergebnisoffen erörtern. Diesem Beschlussvorschlag folgten die beiden Ausschüsse mit jeweils 8:1 Ja-Stimmen. Nur die Grünen-Fraktion votierte in beiden Gremien dagegen.

In der Diskussion zum Thema stellte Steffen Diegmüller (CDU) die Frage: „Wollen wir unseren Wald kaputtmachen oder nicht?“ Die SPD in Person von Uwe Heinicke gab zu bedenken: „Auf Dauer wird es uns nicht gelingen, Windräder zu verhindern.“ Und Dr. Gunter Mertens von den Grünen stellte die Frage: „Wollen wir warten, bis Externe kommen und Windräder aufstellen? Warum stoßen wir das nicht selbst über die Stadtwerke an?“ Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) dazu: „Wir beschäftigen uns damit, auch mit dem unternehmerischen Risiko, das dazugehört.“

Zum Thema Windkraft erläutert der Magistrat, dass man einerseits einen Beitrag zur Energiewende wie auch andererseits den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft für kommende Generationen nur dann schaffe, wenn der Windkraft-Ausbau die Akzeptanz der Bürgerschaft finde. Daher gelte es, sich kritisch mit Vorhaben insbesondere in Waldgebieten mit Blick auf die dort vorkommenden Pflanzen und Tiere auseinander zu setzen und einen grundsätzlichen Beschluss zu fassen.

Das haben die beiden Ausschüsse hiermit getan – mit eindeutigem Votum. Abschließend wird jetzt das Gesamtgremium der Stadtverordneten über diesen Punkt abstimmen.

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