In diesen Zeiten ein vertrautes Bild: An vielen Waldwegen lagert noch Holz, das in Folge der Borkenkäferplage vorzeitig geerntet werden musste.
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In diesen Zeiten ein vertrautes Bild: An vielen Waldwegen lagert noch Holz, das in Folge der Borkenkäferplage vorzeitig geerntet werden musste.

2020 mit ausgeglichenem Ergebnis

Probleme durch Dürre und Schädlinge im Stadtwald in Hünfeld - Besorgter Blick in die Zukunft

Hünfelds Stadtwald hat im vergangenen Jahr trotz der allgemeinen Forst-Probleme durch Dürre und Schädlinge ein ausgeglichenes Ergebnis gebracht. Das teilt die Stadt in einer Pressenotiz mit.

Hünfeld - Rund 700 Hektar Waldfläche gehören der Stadt Hünfeld. Auch im vergangenen Jahr hat die Kommune damit Einnahmen erzielen können – trotz schwieriger werdender Rahmenbedingungen. Die Stadt spricht von einem „ausgeglichenen Ergebnis“.

Grundlage dieser Bewertung ist der Jahresbericht von Hessen Forst an den Magistrat der Stadt Hünfeld. Wie Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) mitteilt, betrugen die Erlöse aus Holzverkäufen gut 123.000 Euro, weitere Einnahmen verbuchte die Stadt aus der Jagdverpachtung. Dafür kamen 3800 Euro zusammen. Auch Fördergelder des Landes und Bundes – insgesamt 25.000 Euro – erhielt die Stadt für diesen Bereich.

Hünfeld: Probleme durch Dürre und Schädlinge im Stadtwald - Besorgter Blick in die Zukunft

Dem stehen Aufwendungen in vergleichbarer Größenordnung gegenüber. Rund 84.000 Euro mussten für den Unternehmereinsatz beim Einschlagen, Rücken und Lagern des Holzes gezahlt werden, für die Verjüngung von Kulturen wandte die Stadt Hünfeld rund 3800 Euro auf und für die Beförderung, den Wegebau und die Betriebsaufwendungen waren rund 60.000 Euro erforderlich.

Beim Vermarkten gibt es aktuell zwei unterschiedliche Entwicklungen: Einerseits ist die Nachfrage nach Holz im vergangenen Jahr stark gestiegen. Entsprechend gehen auch die Preise nach oben. Ein großes Problem stellt hingegen die Vermarktung des „Kalamitätsholzes“ dar. So nennen die Fachleute die Holzmengen, die durch das Fällen jener Bäume zusammenkommen, die von Schädlingen wie dem Borkenkäfer befallen sind. (Lesen Sie hier: Holzpreis schießt auch in der Region Fulda durch die Decke - Hausbau wird sehr viel teurer).

Borkenkäferbefall und Absterben stattlicher Buchen sind Probleme im Hünfelder Stadtwald

Während in den Jahren zuvor der Borkenkäferbefall das mit Abstand größte Problem darstellte, ist nun mit dem Absterben stattlicher Buchen ein neues, ernst zu nehmendes Phänomen hinzugekommen. Dies ist aus Sicht des Forstamtes Burghaun, das für die Stadt Hünfeld die Beförsterung wahrnahm, insbesondere auf die extreme Trockenheit der vergangenen drei Jahre zurückzuführen: Hitze und über die Jahre fehlender Regen machten sich mittlerweile auch in tiefen Bodenschichten bemerkbar und beeinträchtigen die Vitalität verschiedener Baumarten.

Die Trockenheit kommt auch der Ausbreitung des Borkenkäfers zugute. Denn die Bäume versuchen normalerweise, den Käfer durch „Ausharzen“ abzuwehren: Der Harzfluss soll die Käfer-Löcher verschließen. Aber die Harzproduktion ist aufgrund des Wassermangels eingeschränkt. Das lässt die Käfer-Population in die Höhe schnellen.

Forstamt fürchtet, dass sich der Borkenkäfer im Stadtwald 2021 weiter ausbreiten wird

Für das laufende Jahr fürchtet das Forstamt, dass der Borkenkäfer sich weiter ausbreiten wird. Ob das so eintrifft, hängt vom weiteren Witterungverlauf, insbesondere in den Monaten Juni bis August, ab. Deshalb hoffen die Forstleute – im Gegensatz zu vielen anderen Menschen – auf kühle und feuchte Witterung, damit sich die Bestände langsam erholen können oder zumindest die Schäden nicht weiter exponentiell steigen.

Weil große Flächen in Folge des Borkenkäferbefalls lange vor der eigentlich geplanten Holzernte gerodet werden mussten, gibt es nun entsprechend viele Gebiete, in denen entweder aufgeforstet werden muss oder die gezielt der „Naturverjüngung“ überlassen werden: So nennen die Forstleute die Situation, wenn nach dem gerodeten Wald die nächste Generation Bäume – in aller Regel ein Mischwald-Bestand – aus dem Unterwuchs und im Boden ruhender Samen heranwächst. Den Waldbesitzern beschert diese Situation für die nächsten Jahre zusätzliche Kosten. Das wird die Betriebsergebnisse auch in Zukunft belasten. (zi)

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