Der Waldkindergarten liegt idyllisch in der Nähe eines Waldes
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Der Waldkindergarten liegt idyllisch in der Nähe eines Waldes und bietet den Kindern einen tollen Platz zum Spielen und Herumtoben.

Lange Jahre der Zusammenarbeit

Wo Kinder und Natur zusammenkommen: Waldkindergarten Kirchhasel ist jetzt Biosphären-Kita

  • Celina Lorei
    VonCelina Lorei
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Umgeben von Maisfeldern und Wald liegt der Natur- und Waldkindergarten „Die Haselmäuse“ in Kirchhasel. Für ihr Engagement, ihre Nachhaltigkeit und dem Umgang mit der Natur wurden sie vom Biosphärenreservat mit der Biosphärenzertifizierung ausgezeichnet.

Kirchhasel - Nachhaltigkeit und Bewegung werden bei den Haselmäusen ganz groß geschrieben. Die meiste Zeit verbringen die 25 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren mit Erzieherin Sophia Schuchert und Leiterin Susanne Fischer an der frischen Luft. Letztere gründete den etwas anderen Kindergarten vor 13 Jahren, nachdem sie mehrere Jahre in einem anderen Kindergarten gearbeitet hatte.

„Ich habe beobachtet, wie die Kinder in den Räumen an ihre Grenzen stoßen und den Drang nach mehr Platz und Bewegung verspüren“, erklärt sie. Platz und Bewegung – das gibt es in Kirchhasel reichlich. „Fast täglich laufen die Kinder – natürlich in Begleitung – mit Rucksack und Jacke bepackt in den angrenzenden Wald“, erzählt die Erzieherin. Dort seien die Kinder deutlich ausgeglichener, erlebten die Natur und Ruhe. (Lesen Sie hier: Großes Herz für kleine Menschen - Kindergartenleiterin Ingrid Monius geht in Ruhestand)

Hünfeld: Waldkindergarten Kirchhasel ist jetzt Biosphären-Kita

Jetzt wurde der Kindergarten schließlich für sein großes Engagement vom Biosphärenreservat Rhön ausgezeichnet und darf sich von nun an „Biosphären-Kita“ nennen. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass unsere Arbeit gewürdigt und unterstützt wird“, sagt Fischer. Sie und ihr Team wurden selbst auf die Aktion aufmerksam und füllten schließlich einen Antrag aus. „Eine Zertifizierung muss man sich erarbeiten“, hob Karin Grösch von der Stadt Hünfeld bei der kleinen Feier heraus. Auf hervorragende Art und Weise würden es Fischer und ihr Team schaffen, den alltäglichen Kitaablauf mit Bewegungskompetenzen und der Achtsamkeit gegenüber Natur zu ergänzen.

So gibt es beispielsweise kein fließendes Wasser und keinen Strom. „Dadurch wissen die Kinder Dinge wie Wasser viel mehr zu schätzen und sorgfältig damit umzugehen“, weiß Fischer. An heißen Sommertagen, wenn der eigene Garten gegossen werden muss, bleibt kein Wasser zum Spielen. Doch für die Kleinen kein Problem. Auch „herkömmliches“ Spielzeug ist im Waldkindergarten nicht zu finden – dafür allerlei Töpfe, Sägen, Hammer, Schippen und Schubkarren. Eine kleine von Bäumen umsäumte Lichtung lädt zum Verweilen ein, die dort angebrachten Hängematten nutzen die Kinder für ihren Mittagsschlaf.

Die Haselmäuse wurden in allen fünf möglichen Handlungsfeldern ausgezeichnet.

Schon immer ist die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat eng, Rhönranger Arnold Will unterstützt die Gruppe bereits seit 13 Jahren, kommt immer wieder zum Apfel-Pressen vorbei oder erzählt den Kindern etwas über die Tiere im Wald. Und auch beim Bäume schneiden wirkt das Reservat unterstützend mit. Dank der Zertifizierung haben die Erzieherinnen nun die Möglichkeit, an weiteren Fortbildungen teilzunehmen und ihr Wissen über die Naturpädagogik zu erweitern, was durch das Biosphärenreservat finanziert wird.

Generell arbeiten die Erzieherinnen eng mit den Eltern ihrer Schützlinge zusammen. „Das funktioniert wunderbar, die Eltern sind alle sehr aktiv, die Erziehungspartnerschaft sehr eng“, lobt Fischer. Da es weder einen Hausmeister noch einen Putzdienst gibt, kümmern sich die Eltern ausschließlich um solche Tätigkeiten, räumen gemeinsam auf oder erneuern. Zusammen wurde sogar ein großer Schuppen errichtet, der nun als Lagerraum für verschiedene Utensilien und Geräte dient. „Zudem spendet er an heißen Sommertagen wunderbar Schatten. Die Kinder sind dann meist dort zu finden“, verrät die Kitaleiterin. Auch eine Malwand, für regnerische Tage überdacht, bietet der Schuppen.

Waldkindergarten „Die Haselmäuse“ in Kirchhasel ohne Strom und fließendes Wasser

Die Kinder fühlen sich wohl, das ist ihnen anzumerken, und so bringen die Erzieher ihnen großes Vertrauen entgegen. „Jeden Tag können sie selbst entscheiden, was sie machen möchten“, erklärt Fischer. Äpfel pflücken, im Sand spielen, Schnitzen oder auf Bäume klettern – nach Absprache mit den Erzieherinnen gestalten sie ihren Kindergartenbesuch selbst. (Lesen Sie auch: Landwirt aus Hohenroda pflanzt Maislabyrinth für Teilnahme am White-Hills-Run)

Wird es doch einmal kalt, steht der „Kobel“, ein kleiner Wagen mit Sitzbänken und Ofen, zur Verfügung. Geheizt wird dort mit Holz, für das ebenfalls die kleinen Haselmäuse zuständig sind. „Wir vermitteln ihnen damit: Ist es kalt, brauchen wir Holz, dass uns nicht einfach zugeflogen kommt, sondern um das wir uns selbst kümmern müssen“, erklärt die Kitaleiterin.

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