Unterzeichnen den Kooperationsvertrag zwischen den beiden Schulen: die Schulleiter Manuel Petry (Vinzenz-von-Paul-Schule, links) und Markus Bente (Wigbertschule).
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Unterzeichnen den Kooperationsvertrag zwischen den beiden Schulen: die Schulleiter Manuel Petry (Vinzenz-von-Paul-Schule, links) und Markus Bente (Wigbertschule).

Kooperationsvertrag

Hünfelder Schulen machen gemeinsame Sache - musikalisch und beim FSJ

Dass eine Förderschule für geistige Entwicklung und ein Gymnasium gemeinsam Projekte durchführen, ist eher ungewöhnlich. Nicht so in Hünfeld. Hier arbeiten die Wigbertschule und die Vinzenz-von-Paul-Schule seit vielen Jahren unter anderem im musikalischen Bereich zusammen.

Hünfeld - Abiturienten der Wigbertschule absolvieren regelmäßig an der Förderschule ihr FSJ. Diese Zusammenarbeit wurde Mitte November in einem Kooperationsvertrag besiegelt, den die beiden Schulleiter, Manuel Petry (Vinzenz-von-Paul-Schule) und Markus Bente (Wigbertschule), unterzeichneten.

Die erste Idee eines gegenseitigen musikalischen Besuchs der beiden Schulbands auf den jeweiligen Schulfesten hatten die ehemaligen Leiter der beiden Bands, Manfred Anders und Wolfgang Krieger. Auf dieser Initiative beruhte die feste Zusammenarbeit unter der Leitung von Jeanette Tschentscher und Klarissa Krieger (Vinzenz-von-Paul-Schule) sowie Dorothea Heller und Pia-Maria Sauer (Wigbertschule) seit dem Jahr 2018.

Hünfelder Schülerinnen und Schüler machen gemeinsam Musik

Sie führten die jungen, talentierten Musikerinnen und Musiker zu Auftritten auf Schulfesten, am Hünfelder Adventmarkt sowie der Hünfelder Landpartie und zur Ernennungsfeier von Petry zum Schulleiter zusammen. Der nächste gemeinsame Auftritt soll im Septmber 2021, anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums des Landkreises Fulda, stattfinden.

Während der Proben und der Auftritte wird immer wieder deutlich, wie fürsorglich und herzlich das Musizieren abläuft. „Unsere älteren Schülerinnen und Schüler nehmen die Musikerinnen und Musiker der Vinzenz-von-Paul-Schule behutsam an die Hand. Sie unterstützen sie beispielsweise beim Umgang mit Lampenfieber und dem Singen mit einem Mikrofon und erfahren dabei selbst, dass jedes Kind auf seine eigene Weise individuellen Fähigkeiten einbringen kann,“ berichtet Pia-Maria Sauer über die gemeinsame Arbeit.

Bente betont, wie wichtig es ihm sei, den in der Regel unter normalen Rahmenbedingungen aufwachsenden Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums nahe zu bringen, dass es Kinder gibt, die auf Hilfe angewiesen sind, um das Lernen und ihr Leben meistern zu können.

Kooperationsvertrag „fixiert“ bestehende Zusammenarbeit

In der Begegnung liege die Möglichkeit Empathie und Verständnis zu entwickeln und zu erkennen, dass jedes Leben eine Wertschätzung verdient. Ihn freue es daher immer wieder besonders, dass sich Abiturienten bereit erklären, die wichtige Arbeit der Vinzenz-von-Paul-Schule im Rahmen ihres FSJ zu unterstützen. Nicht wenige werden in ihrem Berufswunsch durch die dort gewonnenen Erfahrungen geprägt.

Manuel Petry sieht den Kooperationsvereinbarung als eine Fixierung einer schon länger bestehenden fruchtbaren Zusammenarbeit. Die Schülerinnen und Schüler beider Schulen profitierten im großen Maße von dieser Verbindung, da der Spaß an der Musik alle verbinde und ein soziales Miteinander fördere. Die Abiturientinnen und Abiturienten lernen über den Tellerrand zu schauen und ihre sozialen Fähigkeiten zu schulen. Auf der anderen Seite stelle es gelebte Inklusion dar, in der zur Normalität werden sollte, dass beeinträchtige Menschen nicht am Rande der Gesellschaft stehen, sondern Teil von ihr sind.

„Wir freuen uns auf viele gemeinsame Erlebnisse“, äußerte sich Schulleiter Petry und erhält Zustimmung seines Kollegen Bente.

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