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Der Hünfelder SV hätte auch 55 Tore machen können

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - 85 Tore sieht man in der Handball-Landesliga auch nicht alle Tage – und es hätten sogar noch viel mehr sein können. Am Ende hieß es 45:40 (21:21) für den Hünfelder SV gegen den VfB Bettenhausen. Verdient.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Schafranek

Wie im letzten Heimspiel gegen Wehlheiden reichte dem HSV auch diesmal eine 15-minütige starke Phase in der zweiten Halbzeit, um dem Gegner den Zahn zu ziehen. Bis zur 40. Minute verlief die Partie ausgeglichen. Meist führte Hünfeld zwar knapp. Aber die Gäste kamen immer wieder ran. Dann aber kippte das Spiel, als HSV-Keeper Samuel Masché etliche starke Paraden zeigte und der Hünfelder Angriff so richtig ins Rollen kam.

Plötzlich klappte alles: Anspiele an den Kreis, Tore über Außen, konzentriert gefahrene Tempogegenstöße – die Trefferquote lag nahe 100 Prozent. Hünfeld setzte sich innerhalb von zehn Minuten mit zehn Toren ab (42:32). Euphorisch war Hünfeld-Trainer Holger Hölzinger aber nicht. „Wir haben es in der zweiten Halbzeit zwar gut gemacht. Aber in der ersten Hälfte waren wir zu deckungsschwach. Und unsere Trefferquote war auch nicht gut. Wir müssen an unserer Effektivität arbeiten, wenn wir auch mal einen großen Gegner schlagen wollen“, analysierte Hölzinger.

Und tatsächlich agierten seine Mannen zunächst zaghaft und unkonzentriert – was aber auch auf den Gegner zutraf. Beide Abwehrreihen waren löchrig, manchmal gar nicht existent. Hünfelds Vorteil war die Geschwindigkeit. Immer, wenn – der insbesondere im zweiten Durchgang erneut überragende – Felix Kircher zusammen mit Fabian Sauer und Lennert Sitzmann Tempo aufnahm, war Bettenhausens Defensive sichtlich überfordert. Diesen Highspeed-Handball zeigte der HSV vor der Pause aber zu selten. Auch deshalb stand es zur Halbzeit nur 21:21.

Dass die Gäste überhaupt bis zur 40. Minute mithalten konnten, lag auch an VfB-Spielmacher Gordan Suton, den die Hünfelder Defensive nie wirklich in den Griff bekam. Das war am Ende aber egal, weil die Minuten 40 bis 55 einfach bockstark waren. Zu einem 50-Tore-Spiel kam es jedoch nicht, weil sich der HSV unnötige Zeitstrafen einhandelte und sich im Abschluss – wohl im Gefühl des sicheren Sieges – wieder Unkonzentriertheiten einschlichen. „Wenn wir am Ende nur einigermaßen gut treffen, hätten wir tatsächlich 55 Tore machen können“, meinte auch Hölzinger, der diesen „Pflichtsieg“ nicht überbewerten wollte, auch wenn der HSV mit dem Erfolg an Bettenhausen vorbeigezogen ist.

Hünfeld: Voß, Masché; Sitzmann (8), Sauer (13/6), Bachus (5), Walter, Gute, Aha (1), Heidler, Wald (3), Sauerbier (2), Kircher (13).

Bettenhausen: Frey, Botthof; Hofmeister (1), Sellemann (1), Suton (11/5), Botte (9), Schlitzberger (1), Heckmann (2), Frank, Schlosser (6), Ganasinski (2), Gribner (1), Schuldes (2), Vaupel (4).

Schiedsrichter: Rauch/Sattler (HSG Maintal). Zuschauer: 250. Zeitstrafen: 4/4. Beste Spieler: Kircher, Sauer / Suton, Botte.

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