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Hünfelder Helios-Klinik: Krisenstab bewertet die Lage täglich

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Die Zahl der an Corona erkrankten Menschen in Deutschland wächst weiter. Wie gut ist die Helios St. Elisabeth Klinik in Hünfeld auf die Situation vorbereitet?

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Darüber, ob in Hünfeld derzeit Corona-Patienten versorgt werden, möchte und darf die Helios-Klinik keine Auskunft geben, und verweist unter anderem auf den Datenschutz. Pressesprecherin Gudrun Käsmann berichtet aber ausführlich aus dem momentanen Alltag des Krankenhauses. „Wir geben alles, um uns so gut wie möglich auf die Corona-Ausbreitung und die Behandlung von Covid-19 Patienten vorzubereiten.“

Schon seit mehreren Wochen bereite das Team der Krankenhaushygiene das Personal auf den Umgang mit erkrankten Personen vor, unter anderem durch Schulungen, berichtet Käsmann. Pandemie-Pläne seien ohnehin in allen Kliniken vorhanden, und die Schutzmaßnahmen für Corona-Patienten seien die gleichen wie für an Influenza erkrankten Personen.

Versorgungssituation ist angespannt

Sowohl die Unternehmensgruppe Helios als auch die Hünfelder Klinik selbst haben einen Krisenstab eingerichtet, der die aktuelle Lage täglich einschätzt. Das Krankenhaus verfüge über vier intensivmedizinische Betten und vier sogenannte Intermediate-Care-Betten (zu Deutsch: Zwischenpflege) sowie fünf Beatmungsmaschinen. Auf die Frage, ob es genug Schutzkleidung und Desinfektionsmittel gibt, antwortet die Helios-Sprecherin zurückhaltend: „Die Versorgungssituation ist angespannt.“ Deshalb setze die Klinik diese Dinge „bedarfsgerecht und ressourcensparend“ ein.

Personal sei derzeit ausreichend vorhanden. Doch Käsmann warnt: „Die größte Herausforderung wird sein, bei einer starken Verbreitung des Virus weiterhin genug Personal zur Versorgung der Patienten bereitzustellen. Denn dann werden auch einige unserer Mitarbeiter entweder selbst erkrankt oder in Quarantäne sein.“

Schutzkleidung für Personal

Um zu verhindern, dass sich innerhalb des Krankenhauses der Virus verbreiten kann, folgt die Klinik den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts: Dazu gehört, dass alle Patienten bereits bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion in einen isolierten Bereich gebracht werden. Dabei werde der Patient am Geschehen der Klinik vorbeigeschleust, damit es zu keiner weiteren Ansteckung kommen kann.

Das Personal sowie Besucher müssen vor dem Kontakt mit dem Patienten Schutzkleidung – Atemschutzmaske, Schutzkittel, Handschuhe und Schutzbrille – anziehen. „Zudem führen wir eine gründliche Händedesinfektion vor und nach dem Patientenkontakt durch”, betont Käsmann. Seit etwas mehr als einer Woche gibt es bereits ein generelles Besuchsverbot.

Unsicherheit unter Patienten

Ausnahmen sind nur nach Rücksprache mit der jeweiligen Station und nur in bestimmten Fällen möglich. „Sowohl Besucher als auch Patienten nehmen diese Regelung zum überwiegenden Teil sehr verständnisvoll auf“, berichtet die Sprecherin. Wie in der Gesamtbevölkerung gebe es aber auch unter den Patienten Unsicherheit: „Bei aller Vorbereitung und Planung, letztlich hat noch niemand von uns eine solche Pandemie erlebt.“

Und auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien besorgt. Zwar würden alle regelmäßig durch Informationen aus dem Krisenstab auf dem Laufenden gehalten. Unabhängig von der beruflichen Tätigkeit komme aber hinzu, dass sich auch außerhalb des Arbeitsplatzes die Welt verändere und der Bewegungsradius immer kleiner werde, sagt Käsmann. Zusätzlich würden auch Kinder der Mitarbeiter durch die Schließung von Schulen und Kindergärten nicht mehr betreut. „Hinzu kommt, dass sich viele vielleicht um die Gesundheit ihrer Eltern, Großeltern oder anderer naher Menschen sorgen”, sagt die Sprecherin und fügt hinzu: „Umso bemerkenswerter ist es, dass unsere Mitarbeiter in dieser Ausnahmesituation mit so großem Engagement arbeiten.“

Dynamische Entwicklung

Ob die Klinik also gut gerüstet ist? Die Helios-Sprecherin betont: „Wir haben eine sehr dynamische Entwicklung im Moment. Entscheidend wird sein, inwieweit die Bevölkerung durch das weitgehende Einschränken von vermeidbaren sozialen Kontakten zur Verlangsamung des Virus beiträgt.“

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