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Hünfelder Stadtverordnete entscheiden heute über Bebauungsplan

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Von: Redaktion Fuldaer Zeitung

Hünfeld - Gegen die langfristigen Pläne des Hünfelder Konrad-Zuse-Hotels, einen neuen Bettentrakt auf dem Flachdach des Parkdecks zu platzieren, formiert sich Widerstand unter den Anwohnern. Die erforderliche Änderung des Bebauungsplans steht in der Stadtverordnetenversammlung (heute, Dienstag, um 17.30 Uhr im Rathaussaal) zur Abstimmung.

Das Konrad-Zuse-Hotel inmitten der Haunestadt ist beliebt – vor allem bei Seminargästen. Deshalb soll zum einen der Seminarbereich um 400 Quadratmeter in Richtung Parkdeck im ersten Obergeschoss erweitert werden. Zum anderen – und dagegen laufen nun Anwohner Sturm – könnte mittelfristig ein neuer Bettentrakt neben dem Erweiterungsbau auf dem Dach des Parkdecks platziert werden. Für beide Maßnahmen gibt es allerdings noch keine konkreten Pläne oder gar Termine, teilt Geschäftsführer Kai Gelhausen auf Anfrage mit. Man wolle aber gewappnet sein für künftige Entwicklungen. Anwohner der Raimund-Biedenbach-, der Josef- und der Marienstraße wehren sich nun gegen die Bebauungsplanänderung. "Mit dem Vorhaben erfolgt eine weitere Entwertung unserer Grundstücke und Immobilien", erklärt Gudrun Dücker, die mit Ehemann Franz in der Biedenbachstraße wohnt. "Vor der Eröffnung des Hotels im Jahr 2005 haben wir an einem kleinen, grünen Park gelebt", berichten sie. "Wir fühlen uns schon jetzt eingeengt und bedrückt", sagt das Ehepaar, das vom Wohnzimmer aus auf die Rückwand des Haune-Centers blickt und nur noch die Spitze der Stadtpfarrkirche sieht. "Wir haben eine Stunde weniger Sonne als früher, nun befürchteten wir, dass wir durch den Bettentrakt noch weniger Sonnenlicht bekommen." Deshalb hat das Ehepaar sowie mehrere weitere Anlieger eine Stellungnahme mit Unterschriften sowie Einwänden und Befürchtungen ans Stadtbauamt übergeben. Das hat bereits zu einer Änderung im zu beschließenden Bebauungsplan geführt: Die Baugrenze für den Trakt auf dem Parkdeck wurde nun von sieben Metern auf zehn Metern Abstand zur Grundstücksgrenze festgesetzt. Andere Einwände der Anlieger werden in einer Vorlage des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung abgewiesen: "Der Gebäudetrakt fügt sich gut in das Gesamtensemble ein und übersteigt nicht die Höhe der bereits vorhandenen Gebäudeteile", heißt es darin zum Beispiel. Auch der Lichteinfall sei nicht beeinträchtigt. Doch die Dückers befürchten durch das neue Stockwerk weiterhin eine verminderte Privatsphäre. Im Innenstadtbereich sei ein "Sichtkontakt von Haus zu Haus" als normal anzusehen, heißt es in der Vorlage allerdings weiter.

Gudrun Dücker kritisiert daneben den Verzicht auf eine Umweltprüfung und die Beteiligung der Öffentlichkeit in dem Verfahren. Die Vorlage begründet das beschleunigte Verfahren mit der Eilbedürftigkeit für die Erweiterung der Seminarbereiche des Konrad-Zuse-Hotels – wegen der großen Nachfrage. Immerhin entspreche ein Ausbau "wirtschaftlichen Grundsätzen" und diene "der Belebung im Bereich der Hünfelder Innenstadt". Am heutigen Dienstagabend um 17.30 Uhr entscheiden nun die Stadtverordneten über eine Änderung des aktuellen Bebauungsplans.

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