Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Hünfelds Ehrenbürgermeister Eberhard Fennel wird 70 Jahre alt

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Seit dem Frühjahr 2014 ist Dr. Eberhard Fennel nicht mehr Hünfelds Bürgermeister. Doch auch ohne die damit verbundene Macht ist er in der Stadt und der Region präsent. Am Mittwoch wird er 70 Jahre alt.

Die erste Amtszeit von Fennels Nachfolger Stefan Schwenk ist nahezu vorüber, noch in diesem Jahr steht in Hünfeld die nächste Bürgermeisterwahl an. Doch was ist das schon gegen die 36 Jahre, die Eberhard Fennel im Rathaus das Sagen hatte? Auch wenn er heute „nur noch“ Ehrenbürgermeister ist: Was Fennel zu welchem Thema sagt – und auch wozu er schweigt –, wird in Hünfeld und über die Stadtgrenzen hinaus aufmerksam wahrgenommen – nicht nur in „seiner“ CDU. Jüngstes Beispiel: Fennels kritischer Kommentar zur Hünfelder Entscheidung bei den Straßenausbaubeiträgen.

„Wird es mir gelingen, loszulassen?“ Diese Frage Fennels an sich selbst stand über einem Interview mit ihm in unserer Zeitung. Nach 36 von Elan und Durchsetzungsvermögen geprägten Rathaus-Jahren ist es nicht wirklich verwunderlich, dass man diese Frage nicht zur Gänze mit Ja beantworten kann.

Was macht Fennel heutzutage?

Er sei in Hünfeld verwurzelt und wolle auch hier sterben, sagte Fennel 2013. Die Aktivitäten, die er in seiner ersten „Ruhestands-Amtszeit“ entfaltet hat, belegen, dass dies eine hoffentlich sehr ferne Perspektive ist. Als Präsident des DRK-Kreisverbandes Hünfeld – ein Amt, das Fennel aus der Bürgermeisterzeit bis heute begleitet – beweist er, wie wichtig ihm diese Aufgabe ist. Dabei versteht der nach wie vor gut vernetzte Präsident es, seinen Verband breit aufzustellen – zwischen Notarztversorgung, Blutspende-Betreuung, Krankentransport und der Vielfalt der Aufgaben im sozialen Bereich.

Hünfeld hätte die Herausforderungen, denen die Stadt sich bei der Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge stellen musste, ohne die Einsatzbereitschaft und die fachliche wie soziale Kompetenz des DRK nicht so meistern können, wie es bislang gelungen ist. Daran hat der „Ruheständler“ Fennel großen Anteil.

Offenbar ist der Abbau von Ehrenamtsaufgaben nicht Fennels höchstes Ziel. So hat er sich von der Point Alpha Stiftung in die Pflicht nehmen lassen, als diese nach dem offenen Zerwürfnis zwischen Stiftungsrat und geschasster Direktorin führungslos war: Gemeinsam steuern mit Berthold Jost und Eberhard Fennel zwei Altbürgermeister als ehrenamtliche Vorstände die Stiftung.

Auf dem Fennelschen Anrufbeantworter verkündet mitunter mit fröhlicher Kinderstimme ein Enkel, dass gerade niemand zu Hause ist: Das „Familien-Ressort“ beansprucht inzwischen deutlich mehr Zeit – offenkundig nicht zum Missvergnügen des Großvaters. Auf einen seitens der Stadt angebotenen Geburtstagsempfang hatte der Jubilar schon im Frühjahr 2018 verzichtet. Feiern wird er dennoch. Und wir gratulieren. / sam,zi

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