Stadtpfarrer Michael Müller entzündete die erste Adventskerze.
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Stadtpfarrer Michael Müller entzündete die erste Adventskerze.

Neuanfang im Advent

Hünfelds Stadtpfarrer Michael Müller hielt erste Gottesdienste

Seinen Dienst in Hünfeld hat der neue Pfarrer Dr. Michael Müller zum ersten Adventswochenende aufgenommen. Während seiner Predigten in der St. Jakobus-Kirche und am Abend zuvor in St. Ulrich entzündete er die erste Kerze der Adventskränze, die er zuvor gesegnet hatte. 

Hünfeld - Gott habe ein Gesicht bekommen, das man feiert, wenn es auf Weihnachten zugehe, so der Geistliche, der nach 16-jähriger Tätigkeit als Pfarrer in Bad Soden-Salmünster nun als Nachfolger von Pfarrer Peter Borta in die Haunestadt gekommen ist. Eingehend auf das Evangelium Markus befasste sich Pfarrer Müller in seinen Predigten mit dem Dornenbusch und zog eine Verbindung zur Gegenwart, die aus „dornigen Zeiten“ bestehe. Da halte das Corona-Virus die Welt in Atem, sei es gesundheitlich oder wirtschaftlich – auch in Hünfeld. (Lesen Sie hier: Corona-Ausbruch im Bonifatiuskloster)

Man lebe in dornigen Zeiten, auch, weil es viele Menschen gebe, die nur an sich selbst denken würden. Viele würden unter Spaltung und Brüchen in ihrem Leben leiden. Die Zeiten seien nicht nur dornig für alle Christen, sondern, so Müller, „auch für uns als Kirche. Der Missbrauchskandal, seine Vertuschung durch Amtsträger haben viele Menschen enttäuscht. Viele Menschen wurden verletzt, erniedrigt – oft im Namen Gottes – und sind in der Seele verletzt“ sagte Pfarrer Müller.

Hünfelds Stadtpfarrer Michael Müller hielt erste Gottesdienste - Neuanfang im Advent

In den Dornen, im Gestrüpp der Welt würden wir Menschen uns manchmal verfangen. Zum Neuanfang im Advent, wo sich das Kirchenjahr wende, sei die Bibel voller Adventsgeschichten. Die, die ihn am meisten beeindruckten, begännen mit einem Dornenbusch, der für die Dornen des Volkes Israel stehe. In der Wüste erschien Gott Moses im brennenden Dornenbusch. Aber warum brenne und verbrenne der Dornenbusch nicht? Pfarrer Müller äußerte sich überzeugt, Gott rufe uns Menschen auf den Weg zu ihm. Er rufe uns als Kirche, auch im Hünfelder Land.

Besondere Ereignisse zu feiern sei im Moment nicht möglich, erklärte Rita Fennel, die Pfarrer Michael Müller herzlich willkommen hieß. Für die 16 Kirchen und Filialkirchen, für die sie sprach, habe er vielfältige Aufgaben sowie eine große Verantwortung übernommen. Doch sie versicherte ihm ein gutes Miteinander, damit die Kirchengemeinden weiterhin lebendig blieben. Ihr besonderer Dank richtete sie an Birgit Hohmann (Kirchengestaltung), an Pfarrer Sebastian Bieber sowie an Lukas Kout (Orgel) und die Familie Christopher Löbens (Gesang/Violine). (bh)

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