Die Eisenbahnfreunde haben ihre zwölf Kilometer lange Bahnstrecke verkauft. / Fotos: Förderverein Fulda-Werra-Bahn/dpa

Investor kauft Bahnstrecke zwischen Schenklengsfeld bis Philippsthal für einen Euro

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Schenklengsfeld - Im vergangenen Jahr hat der Förderverein Werra-Fulda-Bahn Schlagzeilen gemacht, weil er die stillgelegte Bahnstrecke von Schenklengsfeld bis Philippsthal für einen Euro bei Ebay angeboten hatte – obwohl diese 150.000 Euro wert sein soll. Jetzt hat sich tatsächlich ein Investor aus den Niederlanden gefunden.

Den Verkauf der etwa zwölf Kilometer langen Bahnstrecke hat der Förderverein während der Mitgliederversammlung beschlossen. Den Zuschlag habe der Niederländer Klaas Smith erhalten. Er ist Direktor der Smithold B.V. Groningen, die im Bereich Projektentwicklung tätig ist. Deren Konzept für die Bahnstrecke hat der Verein auf seiner Webseite veröffentlicht. Demnach will der Unternehmer, der im niederländischen Marrum bereits Ähnliches umgesetzt hat, auch den Schenklengsfelder Bahnhof kaufen und diesen in den Urzustand von 1912 versetzen. Auf den Schienen sollen zunächst eine Dampflokomotive sowie vier bis fünf Personenwagen zu Pfannkuchen-Restaurants hergerichtet werden. Später könnten die Wagen als Erlebniszug zwischen Schenklengsfeld, Hohenroda und Heimboldshausen fahren. Vor allem die Zielgruppe 60plus soll „durch das gemütliche Dahinschaukeln der alten Wagen an ihre Kindheit erinnert“ werden. Zudem kann sich der Niederländer weitere Attraktionen vorstellen: Theater- und Standesamtswagen, Ausstellungen von örtlichen Künstlern und die Einrichtung kleiner Manufakturen wie Kerzenmacherei, Senfmacherei und Töpferei in den Waggons. In Schlafwagen auf den abseits liegenden Gleisen Besucher übernachten und so gleich mehrere Tage in der Region verbringen. Auch der ehemalige Bahnhof im Hohenrodaer Ortsteil Ransbach soll ins Konzept einbezogen werden. Die Arbeiten und Pflegemaßnahmen der Strecke soll eine neu gegründete GmbH übernehmen. / sam Am Verkaufsbeschluss übt allerdings Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda (parteilos) Kritik. Mehr dazu lesen Sie in der Ausgabe der Fuldaer Zeitung, Hünfelder Zeitung und im E-Paper.

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