Der alte (links) und der gesetzte neue Grenzstsein. / Archivfoto: Karl-Heinz Burkhardt

Vor 25 Jahren: Eiserner Vorhang fällt mit Austausch von Grenzstein endgültig

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Setzelbach/Geismar - Es war ein symbolträchtiges Ereignis: Am 13. August 1991, vor 25 Jahren also, wurde ein Jahr nach der Wiedervereinigung der erste Grenzstein an der hessisch-thüringischen Grenze ausgetauscht. Es war der Stein mit der Nummer 263 zwischen Setzelbach und Geismar. Damit wurde der einstige Eiserne Vorhang auch vermessungstechnisch wieder zu einer normalen Grenze zwischen zwei Bundesländern.

Der 13. August 1991 war ein Tag, der ganz bewusst gewählt wurde: Denn vor genau 30 Jahren begann der Bau der Berliner Mauer. Bis dahin trug der Grenzstein die Initialen „DDR“. Dass er aus seiner Verankerung gerissen werden musste, sei für ihn eine „persönliche Genugtuung“, erklärte damals Thüringens Innenminister Willibald Böck. Der neue Grenzstein mit den Länderwappen von Thüringen und Hessen löste neben den DDR-Steinen auch die weit älteren, historischen Markierungen ab, die einst Setzelbach und Geismar in das Königreich Preußen und ins Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach einteilten.

Dürfen auch die Kühe wieder nach Thüringen?

Mitarbeiter der Katasterämter von Bad Salzungen und Fulda nahmen den Austausch der Grenzsteine vor, was Böck als ein Zeichen „helfender Nachbarschaft“ wertete. Der Bad Salzungener Landrat Achim Storz und Regierungsdirektor Matthias Drinnenberg vom Landkreis Fulda erklärten damals, weiterhin gemeinsam am „Aufschwung Ost“ arbeiten zu wollen. „Lange genug war uns eingebleut worden: Diese Grenze ist ein Bollwerk gegen den Klassenfeind, sie ist unersetzlich und endgültig. Dann kam ihre überraschende Öffnung und der erste Besuch im anderen Deutschland“, erinnert Landesvermessungsamtsleiter Bauer.

Unter den Gästen während der feierlichen Grenzsteinlegung war auch Norbert Hahner aus Setzelbach, dem die Grenze einst einen „Strich durch die Rechnung“ und einen Zaun durch seine Wiese brachte. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass er seine Kühe bald wieder auf den zwei Hektar Land weiden lassen kann, die auf thüringischem Territorium liegen. / bh

Das könnte Sie auch interessieren