Fotos: Eva Rützel

Jogger finden drei Babykatzen – Tierschutz pflegt die kranken Tiere

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - So groß wie eine Handfläche, sterbenskrank und ohne Muttertier: Ausgesetzte Jungtiere sind für den Tierschutzverein Hünfeld fast täglich ein Thema. Die meisten Menschen haben Mitleid mit Babykätzchen, doch andere überlassen sie herzlos ihrem Schicksal. So erging es Emil, Willi und Selma, denen wir zum heutigen Welttierschutztag Aufmerksamkeit schenken wollen.

Rohes Hack kann Katzen infizieren

Zu allem Übel haben die Jogger auch noch einen Klumpen Hackfleisch neben den Katzen gefunden. Rohes Hack sei für Katzen als Nahrungsmittel völlig ungeeignet und sogar gefährlich, erklärt Barthels-Krauß. Die Tiere könnten dadurch ernsthafte Infektionen bekommen und schlimmstenfalls sterben.

Katzenschnupfen und Parasiten

Dem Aussehen des Hackfleischs nach zu urteilen, haben die Jogger die Katzen noch am selben Tag entdeckt. Unbeschadet sind die Katzen jedoch nicht davongekommen: „Alle drei haben Katzenschnupfen und Giardien“, erklärt die Burghaunerin. Giardien sind Dünndarm-Parasiten, die häufig Katzen und Hunde befallen und sich in blutigen Durchfällen äußern. Katzenschnupfen kann sogar zu Erblindung führen.

Kätzchen können bald vermittelt werden

Eine Woche lang haben die drei Katzen Antibiotika bekommen und waren viermal in der Woche bei der Tierärztin, wo sie gewogen wurden. Zu fressen gab es neben Katzenbabyfutter Quark, vermischt mit Eigelb – eine spezielle Kraftnahrung für die geschwächten Babys.

Jetzt geht es den Kätzchen endlich besser: Barthels-Krauß gibt ihnen ein homöopatisches Mittel und weiterhin Augentropfen gegen den Schnupfen. Wenn der Parasiten-Test, der nächste Woche gemacht wird, dann negativ ist, können die drei vermittelt werden.

Kein Einzelfall

Die grausame Aussetzung der drei jungen Katzen ist leider kein Einzelfall, erklärt Gabriele Barthels-Krauß, die schon seit etwa fünf Jahren zugelaufene und ausgesetzte Katzen pflegt. Gerade Jungtiere werden häufig in Kartons auf der Straße oder im Graben gefunden. Renate Beutler, Vorsitzende der Tierschutzvereins Hünfeld, bestätigt, dass im vergangenen Jahr 80 bis 100 Tiere aufgenommen wurden.

50 Katzen und 23 Kater wurden 2017 vom Verein kastriert. Operationen wurden für acht verunfallte oder schwer erkrankte Fundtiere finanziert. Vier Beinbrüche, ein Bauchfellriss, ein Darmverschluss, eine Schwanzamputation, mehrere Augenbehandlungen und Behandlungen von Katzenseuche. Acht Katzen wurden eingeschläfert oder starben. Für Tierschützer sei es eine enormen Belastungen, schwer erkrankte Tiere zu behandeln und manche am Ende doch sterben zu sehen, sagt Renate Beutler. Wegen des Leides, das ausgesetzte, schwer kranke Tiere erfahren, setzt sich der Tierschutzverein Hünfeld für die Kastrationspflicht von Katzen ein.

Weitere Informationen für die Vermittlung der Katzen gibt es beim Tierschutz unter Telefon (06652) 7480437.

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