Grafikerin und Gestalterin Heike Volkert und die „Knast-Literaten“ Pfarrer Andreas Leipold (Mitte) und Diakon Meins Coetsier halten ihr Werk in den Händen.
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Grafikerin und Gestalterin Heike Volkert und die „Knast-Literaten“ Pfarrer Andreas Leipold (Mitte) und Diakon Meins Coetsier halten ihr Werk in den Händen.

JVA Hünfeld

„Born to be wild“: „Knast-Trilogie“ ist vollendet - Talente der Gefangenen werden gezeigt

  • Lea Marie Kläsener
    vonLea Marie Kläsener
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In der Justizvollzugsanstalt Hünfeld ist seit 2017 eine Buch-Trilogie entstanden. Herausgegeben wurde „Born to be wild“ von den Gefängnisseelsorgern Pfarrer Dr. Andreas Leipold und Diakon Dr. Meins Coetsier. Derweil sind die beiden ersten Teile der Trilogie Anfang 2019 bundesweit bekannt geworden.

Hünfeld - Die Deutsche Presse-Agentur, die Bild-Zeitung und das RTL-Fernsehen berichteten darüber, und bei „Die Jackpot-Jäger“, eine Quizsendung de Hessichen Rundfunks, lautete eine Frage: „Was haben zwei Seelsorger in der JVA Hünfeld gesammelt?“.

Doch den Erfolg, so betonen Andreas Leipold und Meins Coetsier, hätten sie der Diplom-Designerin Heike Volkert zu verdanken. Mit „ihrem ehrenamtlichen Engagement, ihren maßgeschneiderten Arbeiten und ihrer Liebe für die Menschen, deren ‚Gitter-Kunst‘ sie mit voller Hingabe gestaltet hat“, sei es gelungen, eine gute Arbeit zu liefern.

JVA Hünfeld: Knast-Trilogie ist vollendet - Zusammenleben in Haft erträglicher gestalten

Heike Volkert überlässt das Rampenlicht derweil den zwei Himmelskomikern“ aus den Justizvollzugsanstalten Hünfeld und Fulda. Die beiden Seelsorger sind ihr sehr dankbar, dass die außergewöhnlichen JVA-Projekte nicht nur gut bei den Gefangenen aufgenommen wurden, sondern auch in der Umsetzung und Gestaltung für die Öffentlichkeit in guten Händen waren. „Heike Volkert ist eine sehr talentierte Pionierin in ihrem Fachbereich, mit großem Mitgefühl, Verantwortung und Kreativität“, bekräftigt Leipold.

Das kreative Arbeiten mit Inhaftierten helfe schließlich, die schwierige Situation der Haft besser zu ertragen und das menschliche Zusammenleben erträglicher zu gestalten. Die Gefängnisseelsorger bezeichnen, neben den Gefangenen, die die Bilder und Texte geliefert haben, Heike Volkert als Herz und Seele der Knast-Trilogie.

Drittes Buch der JVA Hünfeld: Unerwartete Genialität der Gefangenen kommt zum Vorschein

Meins Coetsier betont, dass es sehr schön sei zu entdecken, wie viel Leidenschaft und Menschlichkeit in dieser Trilogie verborgen liege. Dies zeige vor allem die unsichtbaren Talente und die unerschöpfliche Kreativität auf. An gewissen Stelle würde die unerwartete Genialität der Gefangenen aus der JVA zu Tage kommen.

Leipold ergänzt: „Wir blicken zufrieden zurück auf einen besonders künstlerischen und sinnvollen Gestaltungsprozess hinter Gittern, wo nicht nur Humor, sondern auch menschliche Entwicklung zu entdecken und seelischer Tiefgang zu spüren ist.“ (hw)

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