Fotos: Hartmut Zimmermann

Der Kahle Hauck wird wieder kahl – Artenvielfalt auf Oberaschenbacher Berg erhalten

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Oberaschenbach - Schweres Gerät ist im Einsatz, um Lebensraum für zarte Pflanzen zu schaffen: Der von Dornengestrüpp bedeckte Kahle Hauck, ein Berg bei Oberaschenbach, wird gerade „rasiert“, damit er seinem Namen wieder gerecht wird – und zu einem Lebensraum, der Artenvielfalt wieder auf die Beine hilft.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Im Zuge der Maßnahmen zur Förderung von Berggrünland-Flächen im Zuge des Life-Projekts war gestern ein schweres Forst-Mulchgerät bei Oberaschenbach im Einsatz. Justin Fuß sitzt am Steuer einer umgebauten Pistenraupe, an die er das Schneidgerät hat anbauen lassen. Unbarmherzig frisst sich die Maschine auch auf steilen Partien des Bergs in das Schwarzdorngestrüpp, das für alles, was größer (und empfindlicher) als ein Wildschwein ist, undurchdringlich ist. Unterstützt wird er von Michael Köhler vom Fachdienst Natur und Landschaft beim Landkreis, Ranger Arnold Will und Jan Hochstein, einem beim Biosphärenreservat Rhön tätigen Mitarbeiter des Life-Projekts. Eine Fläche von etwa anderthalb Hektar soll entbuscht werden.

Artenvielfalt

Dann können auf dem kalkreichen Boden auch wieder heimische Orchideen wie Knabenkräuter und die entsprechenden Insekten gedeihen. Doch es geht bei dem Förderprojekt nicht nur um die Pflanzen- und Insektenwelt: Auch Vögel wie der selten gewordene Raubwürger sollen von dem Maßnahmenbündel profitieren. Denn auf den artenreichen Wiesen finden sie genügend Nahrung in Form von Käfern, Heuschrecken und Mäusen – und in den vereinzelt stehen bleibenden Weißdorn-Inseln auch Nistplätze und Rückzugsräume.

Weide für Schafe und Ziegen

Damit der Kahle Hauck nach der rabiaten Entbuschungsaktion auch wirklich kahl bleibt, soll das Areal künftig von Schafen und Ziegen beweidet werden. Dazu gebe es schon intensive Kontakte mit einem Schäfer aus der Region, so Hochstein.

Auch Nüsttals Bürgermeisterin Marion Frohnapfel (CDU) verschafft sich einen Eindruck von den Arbeiten. Die Entbuschung sei auch ein wichtiger Wunsch des Oberaschenbacher Ortsbeirats gewesen, betont sie. Es sei erfreulich, dass insgesamt das Interesse an einer naturverträglichen Nutzung der Flächen zunehme.

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