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Kampf gegen Corona: Zuse-Schule stellt Rechnerkapazitäten für Viren-Forschung zur Verfügung

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Die Konrad-Zuse-Schule in Hünfeld beteiligt sich an einem Projekt der renommierten Stanford-University in Kalifornien – und setzt seit Kurzem für die Forschung zum SARS-CoV-2-Virus ihre zurzeit freien Rechenkapazitäten ein.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Jens Heddrich, IT-Lehrer an der Konrad-Zuse-Schule, erläutert die Idee: „Trotz der Ausgangsbeschränkungen und des Kontaktverbots ist es über das Internet möglich, einen kleinen Beitrag zur Bekämpfung des Coronavirus zu leisten.

Dies geht sogar über Nacht, während man schläft.“ Denn zwar laufen die Server der Schule gerade auf Hochtouren, um den Schülern das gemeinsame Lernen über die schuleigenen Plattformen zu ermöglichen. Aber die Rechner der Schule selbst sind zurzeit „arbeitslos“.

Unterstützung für Forscher aus aller Welt

Deshalb ist die Schule einem Aufruf der US-amerikanischen Stanford-University gefolgt. Sie unterstützt mit ihren Rechnerkapazitäten das Projekt „Folding@Home“. Dieses war ursprünglich im Jahr 2000 ins Leben gerufen worden, um Krankheiten zu erforschen, indem die Proteinfaltung und andere Arten von Molekulardynamiken simuliert werden.

Wichtig ist das für die Erforschung vieler Krankheiten – von Alzheimer über Huntington bis Krebs. Seit März werden nun Forscher auf der ganzen Welt unterstützt, um mehr über den Ausbruch von Covid-19 erfahren zu können.

Kann das Virus geknackt werden?

Den Forschern geht es darum, mehr Kenntnis über die Mechanismen der Proteinfaltung zu gewinnen. Das ist ein Prozess, durch den Proteine ihre endgültige dreidimensionale Struktur erreichen. Dabei gibt es fast unendlich viele Möglichkeiten der Faltung. Je mehr Simulationen nun am Computer durchgeführt werden können, desto größer die Chance, das Virus zu knacken.

Die Aufgabe erledigt daher nicht nur ein einziger Computer, sie wird aufgeteilt und auf mehrere Rechner verteilt. Die ungenutzten Ressourcen von Personalcomputern und Servern, auf denen die Software installiert ist, tragen so zur Erforschung von Krankheiten bei.

Das Ziel: Die Pandemie zu stoppen

Die Hoffnung besteht insbesondere darin, ein Medikament zu finden, das eine Fehlfaltung der Proteine herbeiführt und so die Covid-Pandemie stoppen kann.

Dass die Hünfelder Konrad-Zuse-Schule dabei helfen kann, freut auch Schulleiterin Susanne Diegelmann: „Wir hoffen, mit unseren Möglichkeiten, dem Engagement der Kolleginnen und Kollegen und der zur Verfügung stehenden Hardware ein wenig beim Kampf gegen das Coronavirus beitragen zu können. Dem Landkreis Fulda danken wir für die Unterstützung, dass die technische Ausstattung für diesen Zweck genutzt werden darf“, erklärt sie.

Über das Projekt

Das Projekt „Folding@ home“ hat Anfang April die Marke von über einer Million Systeme geknackt und kommt inzwischen auf eine kombinierte Rechenleistung von mehr als 2,3 ExaFLOPS – das ist damit weit mehr als jeder Supercomputer dieser Welt.

Je mehr Rechenleistung, desto schneller könnte das Coronavirus gestoppt und könnten Medikamente hergestellt werden. Daher kann sich an dem Projekt jeder von zu Hause aus beteiligen.

Man muss nur die entsprechende Software von der Webseite herunterladen und das Programm starten, das dann im Hintergrund läuft. Ganz wichtig: Den Rechner nicht ausschalten, damit er auch rechnen kann.

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