Die Spitzenleute der Hünfelder FDP-Liste (von links): Heinrich Heß (74), Christa Roye (79), Dieter Steinacker (74), Lioba Klesper (72) und Hermann Diegmüller (62). / Foto: privat

Kommunalwahl 2016: FDP für Stadtbaurat und Biosphärenreservat

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Hünfeld - Dieter Steinacker führt die Liste der Hünfelder Liberalen zur Kommunalwahl am 6. März an. Bei der Aufstellung der Liste in der Aha-Gastronomie in Hünfeld wurden elf Frauen und Männer für die Wahl der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hünfeld sowie für die FDP-Liste zur Kreistagswahl benannt.

Der erfahrene Unternehmer Dieter Steinacker führt seit zehn Jahren die FDP-Fraktion im Hünfelder Stadtparlament. Auch in den kommenden fünf Jahren will er mit seinen Mitstreitern liberale Akzente in der Hünfelder Stadtpolitik setzen. Dabei spart Steinacker nicht mit kritischen Anmerkungen in Richtung Magistrat und Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU).

So vermisst die FDP eine „sichtbare Handschrift“ im Haushalt und in der Politik für die Haunestadt. „Die beiden Haushalte, die der Bürgermeister bis jetzt vorgelegt hat, arbeiten im Wesentlichen die Altlasten seines Vorgängers ab. Wie sich aber Schwenk die Zukunft Hünfelds gestalten will, erfahren wir bislang nicht.“ Stattdessen würden im jetzt zu beschließenden Haushalt Wahlgeschenke wie mit einem Füllhorn ausgegossen, so der FDP-Chef.

Es fehle an verantwortlichem Sachverstand

Die Zukunft der Stadtentwicklungsplanung sowie den Städtebau sehen die Freien Demokraten kritisch. „Wir halten es für falsch, dass nach wie vor die Position eines Stadtbaumeisters im Stellenplan unbesetzt beziehungsweise nicht ausgewiesen ist. Hier wird am falschen Ende gespart.“ Im Rathaus fehle verantwortlicher Sachverstand. Und zwar sowohl für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung sowie für die bautechnische Überwachung von großen Bauprojekten, beklagt FDP-Fraktionsvize Heinrich Heß.

Ein weiterer Kritikpunkt der Freien Demokraten ist die Rückstufung der Haune von einem Forellen- zu einem Barbengewässer. Dies werde unter anderem in Verbindung gebracht mit der Erweiterung der Hochwald-Molkerei und der Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel für die Einleitung der gereinigten, aber nicht vollständig gekühlten Abwässer. Dies bleibe aber nicht ohne Einfluss auf den Lebensraum des Gewässers. „Wir werden diesem Punkt nachgehen und entsprechende Auskünfte verlangen bis dahin, dass gegebenenfalls Änderungen vorgenommen werden, um den Altzustand wiederherzustellen“, sagt Heß.

Keine halbherzigen Lösungen

Auch zum Thema Biosphärenreservat und Sternenpark will die FDP gegebenenfalls Neuausrichtung der Stadt Hünfeld. So drückte Heß Unverständnis darüber aus, dass von der Stadt Hünfeld nie ein ernsthafter Versuch unternommen wurde, das gesamte Stadtgebiet in das Biosphärenreservat Rhön aufzunehmen. „Wäre das erfolgt, müssten wir uns heute über den Bau von Windkraftanlagen im Dammersbacher- und Michelsrombacher Wald keine Sorgen machen“, so Heß. Auch plädiere die FDP für einen Beitritt Hünfelds mit dem gesamten Stadtgebiet zum Sternenpark Rhön. Es sei halbherzig, nur den östlichen Teil in den Sternenpark einzubeziehen. In diesem Punkt habe die Politik in Petersberg mehr Mut bewiesen.

Zu Beginn der Wahlversammlung hatte stellvertretender FDP-Kreisvorsitzender Günther Wolf die Mitglieder aufgerufen, selbstbewusst und überzeugt für liberale Positionen in Hünfeld einzutreten – nicht nur zu Wahlkampfzeiten. Die derzeitigen Umfragewerte seien schlecht, aber was letztlich zähle, seien die tatsächlichen Wahlergebnisse und die damit verbundene Zustimmung der Bürger. Diese erreiche man vor allem durch glaubwürdige Kandidaten und Mandatsträger sowie an einer am Menschen orientierten liberalen Politik, so Wolf. „Wir müssen den Menschen klar machen, dass wir das liberale Original sind und eine wichtige Bereicherung des politischen Spektrums auch in den Parlamenten.“ / zi

Für Hünfelds Stadtverordnetenversammlung kandidieren: Dieter Steinacker, Heinrich Heß, Hermann Diegmüller, Christa Roye, Lioba Klesper, Waltraud Heß, Leberecht Roye, Gerlinde Steinacker, Monika Wiegand-Diegmüller, Günter Wolf sowie Lieselotte Renner.

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