Klimawette in Hünfeld
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Co2-Bekämpfung am Hünfelder Anger: Gemeinsam mit der Grünen Stadtverordneten Julia Bodesheim „vernichtet“ Michael Bilharz eine ganze „Tonne“ des klimaschädlichen Gases.

In Osthessen unterwegs

„Klimaschutz ist Mannschaftssport“ - Projekt „Klimawette“ macht Station in Hünfeld

  • Hartmut Zimmermann
    VonHartmut Zimmermann
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„Klimaschutz ist ein Mannschaftssport!“ Das betonte Dr. Michael Bilharz vom Verein „3 fürs Klima“, als er am Dienstagmittag am Hünfelder Anger sein Projekt „Klimawette“ vorstellte. Das Ziel: Bis zur Klimakonferenz von Glasgow eine Million Tonnen CO2 einsparen.

Hünfeld - Wer sich so etwas vornimmt, der braucht Verbündete. Die wollen Bilharz und seine Unterstützer bei einer 6000-Kilometer-Elektro-Lastenfahrradtour sammeln, die sie bis zum 3. Oktober von Ost nach Süd, nach West und Nord quer durch Deutschland führt.

Die Hoffnung, beim Besuch in Hünfeld durch eine Wette mit der Stadt gleich mehrere Tonnen des klimaschädlichen CO2 einsparen zu können, zerschlug sich: Seitens der Stadt Hünfeld war – abgesehen von einem Vertreter des Ordnungsamts – niemand vertreten. „Es ist das erste Mal auf unserer Tour, dass niemand die Kommune offiziell vertritt, so Bilharz etwas verwundert. Auf zwei Mail-Anfragen habe es keine Antwort gegeben – „nur der Kontakt zum Ordnungsamt hat gut funktioniert.“ Manchmal sei Kommunikation eben schwierig, so Bilharz pragmatisch. Seitens der Stadt hatte die Pressestelle auf Anfrage betont, Bürgermeister Benjamin Tschesnok habe einen Auswärtstermin gehabt – und seitens der „Klimawette“ habe man dafür wenig Verständnis gehabt.

Hünfeld: Projekt „Klimawette“ macht Station in der Haunestadt

Bilharz nutzte, unterstützt von Mitgliedern der Grünen-Stadtverordnetenfraktion und der Bundestags-Direktkandidatin Gianina Zimmermann seinen Aufenthalt, um darauf hinzuweisen, dass Einsatz fürs Klima für jeden möglich sei – und sogar noch Spaß machen könne. Drei Wege könne jeder beschreiten: seinen persönlichen „ökologischen Fußabdruck“ verringern, ökologisch und sozial richtungweisende Projekte unterstützen – und andere überzeugen, ähnlich zu handeln. So könne man für sich sinnvoll und für andere beispielhaft handeln – und für die gesellschaftliche Debatte die erforderliche Bewegung erzeugen.

(Lesen Sie hier: Fridays for Future demonstriert in Fulda regelmäßig für Klimaschutz)

Die Entscheidung der vielen Einzelnen sei ebenso erforderlich wie der Richtungswechsel in der Politik. Denn wenn die nächste Klimakonferenz Anfang November in Glasgow zusammentrete, dann gehe es immer noch darum, das Versprechen der Pariser Weltklimakonferenz von 2015 verbindlich umzusetzen: die weltweite Erwärmung auf unter zwei oder, noch besser, unter anderthalb Grad zu senken, um eine Klimakatastrophe zu verhindern.

In Osthessen hat die „Klimawette“ drei weitere Ziele auf dem Tourplan. Am Dienstagnachmittag war der nächste Halt in Fulda geplant, am Mittwoch ist zunächst die Gemeinde Eichenzell das Ziel, danach ist ein Stopp in Gersfeld vorgesehen. Die Stadt Fulda habe mit Blick auf diverse andere verpflichtende Öko-Aktionen von einer Beteiligung an der Wette abgesehen, schreibt Sprecher Johannes Heller auf Anfrage unserer Zeitung. Man wolle aber die Tour organisatorisch über das Klimaschutzmanagement unterstützen. Gersfelds Bürgermeister Dr. Steffen Korell kündigte an, er wolle der Einladung der „Klimawette“ folgen und sich unmittelbar über deren Ziele und Ideen informieren.

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