Für Pater Winfried Krupke heißt es Abschied nehmen. / Foto: Hartmut Zimmermann

Kurz nach goldenem Priesterjubiläum: Hünfelder Pater Krupke steht vor großer Veränderung

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

HÜNFELD - „Weggehen tut man nicht gern.“ Oblatenpater Winfried Krupke verhehlt nicht, dass er mit gemischten Gefühlen an das denkt, was ihm die nächsten Wochen bescheren werden. Dennoch ist klar: Bald nach dem goldenen Priesterjubiläum, das am Sonntag begangen wird, heißt es auch Abschied nehmen vom Hünfelder Kloster und seinen Gemeinden Kirchhasel und Roßbach.

Der Lebensweg des Theologen begann im westpreußischen Elbing – das ist am 6. August 80 Jahre her. Die Flucht vor den heranrückenden Sowjettruppen führte die katholische Familie über Hamburg nach Oldenburg. Dass Oblatenpatres aus dem Kloster Gelsenkirchen wochenends nach Oldenburg kamen, um die in Folge von Flucht und Vertreibung zahlreicher gewordenen Katholiken zu betreuen, sollte die Weichen für den weiteren Weg von Winfried Krupke stellen. Während er sich im Abendgymnasium in Neuss auf das Abitur vorbereitete, lebte er im Nikolauskloster der Oblaten.

Nach dem Noviziat im Kloster Engelport an der Mosel folgte das Studium, das durch ein Jahr als „Präfekt“ an einer Schule in Burlo bei Borken unterbrochen wurde. Die Priesterweihe, die er am 24. Juli 1966 von Weihbischof Dr. Eduard Schick empfing, beendete die erste Hünfelder Zeit. Am morgigen Sonntag um zehn Uhr wird am Weihe-Ort das Jubiläum begangen.

Aus fünf Jahren werden fast 16

Pater Krupke wechselte an die Ordensschule Mariengarden in Burlo zurück, studierte an der Uni Köln Sport und wirkte dann vor allem als Lehrer. Nach 24 Jahren in Burlo hieß es – inzwischen war er Provinzial – Abschied nehmen. Nächster Einsatzort war Biberach an der Riss, wo er erneut als Superior tätig war. Von dort ging es nach neun Jahren ins schon vertraute Hünfeld. „Ich war damals 64, und es gab die Option, als Seelsorger für Kirchhasel und Roßbach tätig zu werden und ich dachte mir: ,Fünf Jahre lang kannst du das wohl machen‘“. Aus den fünf Jahren wurden beinahe 16.

Doch nun steht der nächste Abschied an: Ende August wird der dann 80-Jährige den Kirchhaselern und Roßbachern Lebewohl sagen. Die nächste Station ist ihm jedoch aus den frühen Jahren vertraut: Es geht wieder nach Burlo, wo inzwischen einer seiner Ex-Schüler das Gymnasium leitet.

Nicht nur die Menschen hier, auch das Tennisspielen mit seinem Amtsbruder Josef Schlitt werden ihm fehlen, ist sich Krupke sicher. Aber dafür lockt in Burlo, sozusagen in Sichtweite Hollands, das Fahrradfahren. Ob er dann mit dem aus Hünfeld vertrauten Drahtesel unterwegs sein wird?„Ein wenig liebäugele ich mit einem E-Bike“, sagt er. „Man wird ja nicht jünger“, fügt er fast entschuldigend hinzu. / zi

Das könnte Sie auch interessieren