Fotos: Patrick Figge

„Landraub“ in Burghaun: Bauer macht Feldweg der Gemeinde zu „seinem“ Acker

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
    schließen

Burghaun - Die Redewendung „sich vom Acker machen“ ist weithin bekannt. Dass jemand etwas „zum Acker“ macht, hört man dagegen eher selten. Genau das hat aber ein Landwirt in Burghaun getan. Er hat mindestens 1500 Quadratmeter Feldwegfläche der Gemeinde umgepflügt und seinen Äckern zugeschlagen.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Die Burghauner Gemeindevertretung befasste sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem „Landraub“. FDP-Vertreter Patrick Figge hatte den Fall in einer Anfrage öffentlich gemacht. Er wies darauf hin, dass der Landwirt in der Feldgemarkung des Ortsteils Rothenkirchen große Feldwegflächen und auch einen Bachlauf einfach umgepflügt hat. Diese Flächen sind Eigentum der Marktgemeinde Burghaun.

Feldweg und Bachlauf umgepflügt

Die Pflug-Aktionen hatte der Landwirt, der bei mehreren dieser Fahrten beobachtet worden war, im vergangenen Sommer nach dem Abernten der Felder vorgenommen. Nachweislich gehen zumindest das Umpflügen eines 1500 Quadratmeter großen Feldwegs in der Rothenkirchener Gemarkung „Hinter der Kuppe“ und das Zum-Acker-Machen eines 170 Meter langen Bachlaufs in der Flur „Im Bornfeld“ auf seine Kappe.

Zwei Tage nach dieser Aktion wurde festgestellt, dass auch ein Wiesenweg in der Flur „Am Romberg“ umgebrochen wurde. Figge wies darauf hin, dass ein Mitarbeiter des Burghauner Ordnungsamts umgehend verständigt worden sei. Insgesamt, so hat Figge gerechnet, wurden so rund 2000 Quadratmeter gemeindlichen Grunds „privatisiert“.

21.000 Euro Schaden

In seiner Anfrage wollte Figge unter anderem in Erfahrung bringen, ob ein Straf- oder Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Landwirt eingeleitet wurde. Dies verneinte Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos), der Figges Fragenkatalog abarbeitete. Man habe dem Mann unmissverständlich klar gemacht, dass dies das letzte Mal sei, dass er ohne juristische Folgen davon komme. Nach Rücksprache mit dem Landkreis habe man sich gütlich geeinigt.

Die Höhe des entstandenen Schadens – gemessen an den Kosten bei einer Wiederherstellung durch eine Fachfirma – beziffert die Gemeinde mit 21.000 Euro. Die Gemeinde habe die unrechtmäßig gepflügten Flächen mit Martin Seuring, dem Leiter des Fachdiensts Natur und Landschaft, im Landratsamt begutachtet und die weitereren Schritte erörtert.

Landwirt muss für neue Wege aufkommen

Die Wegeflächen sollen demnach wieder aus der Bewirtschaftung herausgenommen und dann fachgerecht als Gras- oder Wiesenwege wiederhergestellt und mit geeignetem Saatgut eingesät werden. Das geht zu Lasten des Verursachers.

Das könnte Sie auch interessieren