Fotos: Hartmut Zimmermann

Manuela Henkel gewinnt mit 76 Prozent die Bürgermeisterwahl in Geisa

  • vonRedaktion Fuldaer Zeitung
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Geisa - Geisa bekommt erstmals eine Bürgermeisterin. Mit 76 Prozent der Stimmen hat die unabhängige Kandidatin Manuela Henkel (44) gestern ihren vom CDU-Stadtverband aufgestellten Mitbewerber Matthias Breitenbach weit hinter sich gelassen. Die Wahlbeteiligung lag bei 78,5 Prozent.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Die Auszählung der Stimmen ging zügig voran: Um 19.04 verschickte Wahlleiterin Sylvia Möller aus dem Rathaus die Tabelle mit dem vorläufigen Ergebnis.

Gefühl, „dass es klappt“

Die Wahlsiegerin und ihr Mitbewerber waren nicht im Rathaus zugegen: Beide hatten schon angekündigt, den Abend im Kreis ihrer Unterstützer zu verbringen. „Ich habe in der ganzen Zeit gar nicht an das Ergebnis gedacht“, sagte eine strahlende Manuela Henkel im Athanasius-Kircher-Haus. Dorthin hatte sie zum „Helfertreffen“ eingeladen. Dass daraus eine Siegesfeier dieser Dimension werden würde, hatten wohl selbst ihre Unterstützer nicht gedacht, auch wenn viele im Gespräch sagten, dass sie im Verlauf des Wahlkampfs immer mehr das Gefühl bekommen hätten „dass es klappt“.

Ein fairer Wahlkampf

In einer kurzen Ansprache dankte Manuela Henkel nicht nur ihrer Familie und ihren tatkräftigen Helferinnen und Helfern, sondern auch ihrem Mitbewerber: Es sei ein fairer Wahlkampf gewesen. Lob gab es für den CDU-Kreisverband: Die Union im Wartburgkreis habe ein Stück Demokratie gewagt, indem sie der Kandidatur der CDU-Kreistagsabgeordneten und ehrenamtlichen Bürgermeisterin von Schleid keine formalen Hindernisse in den Weg legte, als diese sich als unabhängige Kandidatin gegen den CDU-Bewerber Breitenbach positionierte.

Es gehe zu allererst um Geisa

„Ich freue mich auf eine gute Zeit und möchte etwas für Geisa bewirken“, sagte sie. Befürchtungen, dass die Zusammenarbeit mit der CDU-Fraktion, die 12 der 16 Geisaer Stadträte stellt, schwierig werden könne, sehe sie nicht. „Wahlkampf ist Wahlkampf, aber jetzt geht es zu allererst um Geisa. Und ich bin und bleibe ja Christdemokratin.“

Differenzierte Stellungnahme

Ihr Mitbewerber Matthias Breitenbach, betrachtete das Ergebnis in einer ersten Stellungnahme differenziert: „Ich habe nicht verloren – ich habe nicht genug Stimmen bekommen“, sagter er in den Räumen des Rhönklubs Geisa, dessen Vorsitzender er ist. Er habe im November 2019 begonnen, Kommunalpolitik zu machen und müsse nun dieses demokratische Ergebnis zur Kenntnis nehmen. Breitenbach signalisierte, dass er weiterhin für kommunalpolitische Aufgaben zur Verfügung stehen möchte. Mit Blick auf den CDU-Stadtverband stellte er fest, dass dort „viel zu tun“ sei. Geisas CDU müsse sich neu aufstellen.

Große Verantwortung

Der bisherige Bürgermeister, der Landtagsabgeordnete Martin Henkel, stellt sich hinter Breitenbach: „Wir hatten mit ihm einen tollen Kandidaten.“ Er habe mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet, sagte er. Das Ergebnis, bei dem er sich über die Wahlbeteiligung freue, spreche eine andere Sprache. Henkel war von 2006 bis 2019 Bürgermeister der Point-Alpha-Stadt gewesen. Manuela Henkel, der er bereits per SMS gratuliert habe, trage nun eine große Verantwortung. Nach Gründen für die CDU-Niederlage gefragt, holte Henkel weit aus: „Hier gibt es ein ganzes Bündel von Auslösern. Und da spielt auch die Bundes- und die Landespolitik mit rein.“,

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